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  • Achtung: Kapellenturm der Dalburg droht einzustürzen

    Dalberg. Gut 900 Jahre hat sie auf dem Buckel, die Dalburg, Stammburg der Herren von Dalberg und Kämmerer zu Worms. Und jetzt drohen Teile einzustürzen.

    Der Kapellenturm der Dalburg ist stark einsturzgefährdet, deshalb ist die Burganlage jetzt in weiten Teilen nicht zugänglich. Ortsbürgermeister Dirk Ballhorn deutet hier vom oberen Innenhof aus auf kritische Stellen im Mauerwerk der Antoniuskapelle.
    Der Kapellenturm der Dalburg ist stark einsturzgefährdet, deshalb ist die Burganlage jetzt in weiten Teilen nicht zugänglich. Ortsbürgermeister Dirk Ballhorn deutet hier vom oberen Innenhof aus auf kritische Stellen im Mauerwerk der Antoniuskapelle.

    Von unserer Reporterin Christine Jäckel

    Von der Burg im Gräfenbachtal sind mehrere Türme und bis zu drei Stockwerke hohe Mauerreste der ehemaligen Wohngebäude erhalten, denen der Zahn der Zeit zusetzt. Seit zwei Wochen ist die Dalburg weitgehend gesperrt, denn die Anlage ist in einigen Teilen vom Einsturz bedroht.

    Betroffen ist nach Einschätzung eines Sachverständigen insbesondere der Kapellenturm an der Südostecke der unteren Burganlage. Dieser Teil der Dalburg wurde im 14. Jahrhundert errichtet. An den Kapellenturm und die Antoniuskapelle schließt sich hier nach Westen der lange Saal an. Besonders die Fensterbögen sind von der Verwitterung betroffen, vereinzelt sind bereits Steine aus ihrem Verbund herausgebrochen.

    Deshalb mussten aus Sicherheitsgründen große Teile des Burggeländes gesperrt werden. Dass diese Sperrung nicht zum Auftakt eines langen Dornröschenschlafs wird, hoffen mit Ortsbürgermeister Dirk Ballhorn die aktiven Mitglieder des Fördervereins „Freunde der Dalburg“ und ihr Vorsitzender Karlheinz Leister, ebenso wie Michael Prinz zu Salm Salm, dessen Familie Eigentümer der Burg ist und die vielen Fans des Burgfestes, das alljährlich am Tag des offenen Denkmals viele Besucher auf die Dalburg lockt.

    Gerade haben Ortsbürgermeister Ballhorn und 15 weitere Helfer ihr Werkzeug nach einem gut dreistündigen Arbeitseinsatz auf der Dalburg auf den fünf Traktoren verstaut. Die Burg ist für viele Dalberger und sogar für Helfer aus Nachbargemeinden eine Herzensangelegenheit. Das kommt der Beteiligung an den mehrmals im Jahr erforderlichen Pflegemaßnahmen zu Gute, freut sich Ballhorn. Der Herausforderung das bedeutende Baudenkmal zu erhalten, widmen sich die kleine Ortsgemeinde und die Mitglieder des Freundeskreises schon seit Langem. Mit Unterstützung der Verbandsgemeinde Rüdesheim konnte man mehrmals Sicherungen von Bauarbeitern durchführen lassen, die über Förderprogramme finanziert wurden.

    Leider fehlte es in der letzten Zeit an geeigneten Arbeitskräften für eine solche Maßnahme. Durch die bisher erfolgten Sicherungsarbeiten an den Außenmauern besteht jedenfalls keine Gefahr für die Tallage. Der Turm würde nach den Feststellungen des Sachverständigen in sich zusammenfallen, sollte es tatsächlich zum Einsturz kommen.

    Dass diese Prognose nicht eintrifft, hoffen alle Aktiven. Denn nicht nur das nächste Burgfest steht bevor. Die Dalburg wird auch eine Station des neuen Hildegardweges sein. Die Gemeinde hat vor Kurzem den Gestattungsvertrag mit der Eigentümerfamilie erneuert und damit die Verkehrssicherungspflicht übernommen. Ein auf Burganlagen spezialisierter Architekt wurde beauftragt, eine Bestandsaufnahme für die Dalburg zu erstellen. Dabei erfolgte auch die Begutachtung durch einen Sachverständigen, der den Kapellenturm als hochgradig einsturzgefährdet einstufte. Mit der zuständigen Behörde der Kreisverwaltung wurde danach der Umfang der Sperrung festgelegt. Wie Ortsbürgermeister Ballhorn bei einer Kontrolle feststellen musste, sind Teile der Absperrung in der kurzen Zeit schon Ziel von Zerstörungswut Unbekannter geworden.

    Dass weitere Sicherungsmaßnahmen an den Mauern dringend erfolgen müssten, um einen großen Substanzverlust zu verhindern, könnte vielleicht einen positiven Bescheid der Landesdenkmalpflege befördern, hoffen alle Dalburgfreunde jetzt. Eine Zuschussbewilligung für eine Notsicherung des Kapellenturms wäre allerdings nur ein erster Etappensieg, da man ohne weitere öffentliche Fördermittel ein solches Mammutprojekt kaum stemmen kann. Auf jeden Fall wollen dabei die Gemeinde, die Verbandsgemeinde Rüdesheim und die Eigentümerfamilie zu Salm-Salm an einem Strang ziehen.

    Die Bedeutung des Stammsitzes der Herren von Dalberg ergibt sich auch aus der hervorgehobenen Rolle der Familie, die etliche berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht hat wie Johann von Dalberg (1455 bis 1503), Kanzler des Kurfürsten Philipp des Aufrichtigen von der Pfalz und Kurator der Universität Heidelberg. Hauptsitz der Herrschaft wurde später das Schloss Wallhausen, das heute noch von der Familie zu Salm-Salm bewohnt wird. Karl Theodor von Dalberg (1744 bis 1817) gilt als der bedeutendste Vertreter des Adelsgeschlechts. Er war Erzbischof und letzter Kurfürst von Mainz, Reichserzkanzler, Großherzog von Frankfurt und Fürstprimas von Deutschland. Einen Dalberger Hof, der auf die Freiherren zurückgeht, gibt es unter anderem in Mainz, Worms, Ingelheim und Frankfurt-Höchst.

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