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  • Vlexx: Chaos des Anfangs ist fast vergessen

    Kreis Bad Kreuznach. Vlexx, privater Bahnbetreiber, ist seit Dezember 2014 an der Nahe im Einsatz. Die Premierenphase ging voll in die Hose, was das Unternehmen heute auch selbst eingesteht. Damals musste es Fahrgäste gar vor sich selbst warnen: "Bitte steigen sie auf andere Verkehrsmittel um." Diese Zeiten, glaubt man der heutigen Geschäftsführung des 1889 gegründeten Unternehmens, sind vorbei. Im Kreistag standen Vlexx-Vertreter, etwa Geschäftsführer Frank Höhler, am Montagnachmittag Rede und Antwort.

    Foto: MZ

    Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

    Was ist schief gelaufen anfangs, als Vlexx den Beförderungsauftrag des Zweckverbandes Schienenpersonnahverkehr (ZV SPNV) Rheinland-Pfalz umsetzen sollte?

    Zu wenige Züge, zu wenig Personal, zu blauäugige Herangehensweise und offenkundige Unkenntnis, welche Probleme die Nahe, etwa an den Engpässen Gau-Algesheim und Bad Münster, mit sich bringt. Folge: Chaos in der Planung des Zugverkehrs, Verspätungen, massenweise Konflikte der zahlenden Kunden mit einem überforderten Personal. Und wie das so ist im Leben: Wenn was schief geht, dann fast alles: auch technische Probleme, im täglichen Zugbetrieb und bei den Fahrkartenautomaten, kamen hinzu. Und sind im Bahnbetrieb weiter Alltag: Am vergangenen Samstag stand ein Vlexx-Zug zwei Stunden auf den Gleisen bei Gensingen-Horrweiler, verstopfte die Schiene. Mit der Folge, dass der gesamte Zugverkehr der Region sich verspätete. Ursache: ein Wildschaden am Zug, der auf die Schnelle nicht zu beheben war. Die Krux: Um solche Schäden weiß der sich auf anderen Bahnhöfen einen Ast wartende Reisende nicht, schimpft auf Vlexx oder Deutsche Bahn oder alle. Folge 2: ein klarer Imageschaden auch für Vlexx.

    Wie reagierte Vlexx auf die Pannen?

    Mittlerweile ist eine neue Geschäftsführung im Einsatz, scheinen sich die Pannen langsam, aber sicher zu verflüchtigen. "Wir fahren täglich von montags bis freitags über 210 Züge und am Wochenende (samstags und sonntags) je rund 180 Züge. Dazu benötigen wir pro Tag 71 Lokführer 53 Fahrzeuge ein", schreibt Vlexx-Chef Frank Höhler. Und es laufen auch 2016 vier Lokführer-Ausbildungskurse mit zurzeit 50 neuen Lokführern; weitere Kurse mit jeweils bis zu 18 Lokführern sind bis Ende des Jahres fest eingeplant, sagt Direktor Michael Heilmann vom ZV SPNV.

    Warum dann eigentlich die unterschiedlichen Wahrnehmungen?

    Es kommt drauf an, wen man fragt: Die einen, mit Affinität zur Deutschen Bahn, finden nach wie vor alles "schrecklich", wenigstens aber verbesserungswürdig; die anderen Bahnfahrer sagen: "Es wird besser" bis hin zu: "Noch nie schlechte Erfahrungen mit Vlexx gemacht." Die Masse dürfte sich in der Mitte bewegen: irgendwie okay, aber stimmig ist das mit den Zügen und ihren täglichen Verspätungen noch immer nicht. Von Vlexx selbst initiierte Kundenbefragungen, die mit der Gesamtnote 2,2 enden, klingen gut. Doch selbst wenn man mit Vlexx ein wenig sympathisiert: Wie glaubwürdig sind solche sehr stark nach Eigenwerbung riechenden Befragungen, die nicht von neutraler Seite vorgenommen wurden?

    Umfrage
    Chaos der Anfangszeit vergessen: Normalität auf der Nahestrecke?

    Vlexx starte im Dezemberg 2014 chaotisch. Das Unternehmen sieht sich selbst auf einem guten Weg. Eine eigene Umfrage ergab eine Gesamtnote von 2,2. Wie beurteilen Sie die Leistung des Unternehmens (nach Schulnoten)?

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    Stimmen gesamt: 161

    Was fordert die Kommunalpolitik, was die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft?

    Unter anderem ein drittes und viertes Streckengleis zwischen Gau-Algesheim und Mainz. Weil dann die viel befahrene Strecke entlastet und Verspätungen auch auf anderen Strecken seltener wären.

    Wo und in was wird der Zweckverband Schienenpersonennaheverkehr RLP Süd in den nächsten Jah-ren im Naheraum investieren?

    Folgende neue Haltepunkte sind bis 2020 entlang der Nahestrecke geplant (die Finanzierung wird zurzeit abgestimmt): Bad Kreuznach-Planig und -Rheingrafenstraße, Niederhausen/Nahe, Weierbach (nahe des Globus, der Haltepunkt Fischbach-Weierbach bleibt bestehen) und Nahbollenbach. Das neue Regional-Express-Angebot Kaiserslautern, Bad Kreuznach, Bingen, Koblenz wird zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2016 eingeführt. Ab dann kann mit nur einem Umstieg in Koblenz die IC-Linie nach Bonn, Köln, Dortmund, Bremen, Hamburg erreicht werden (auch in der Gegenrichtung), schreibt Verbandsdirektor Michael Heilmann. Dadurch verbessere sich die Fahrbeziehungen aus dem Alsenztal und dem Raum Kreuznach ins Ruhrgebiet und nach Norddeutschland erheblich. Die Haltepunkte Altenbamberg, Norheim, Hochstätten, BME und Langenlonsheim würden in den nächsten Jahren barrierefrei hergestellt.

    Kampf gegen ungerechte Löhne: GDL bestreikte Vlexx am Dienstagmorgen Nach Fehlstart: Privatbahn Vlexx sieht sich im AufwindDie Vlexx meldet sich krank: Wieder Ausfälle Vlexx hat Nahestrecke weitgehend im GriffNach Fehlstart: Privatbahn Vlexx will alle Verbindungen anbietenweitere Links
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    Gerhard Engbarth

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