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    Bad Sobernheim/Bad KreuznachÜberfall auf Drogendealer: Angeklagte schweigen weiter

    Sie wollten eine Bestellung über 500 Ecstasy-Pillen an einer Adresse in Bad Sobernheim abliefern, aber statt Geld gab es Schläge. Die Lieferanten blieben in diesem Fall unbekannt, die mutmaßlichen „Kunden“ – vier Angeklagte aus Bad Sobernheim und Kirn - müssen sich wegen schwerem Raub in zwei Fällen und wegen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor der Jugendkammer des Landgerichts Bad Kreuznach verantworten. Zwei von ihnen gehören zum näheren Umfeld des Rockerklubs Bandidos.

    Ein Raub ohne Opfer wird derzeit am Landgericht verhandelt.
    Ein Raub ohne Opfer wird derzeit am Landgericht verhandelt.
    Foto: Christine Jäckel

    Die Opfer haben den Raub nicht angezeigt und traten auch nicht als Zeugen auf. Der Vorfall wurde der Kriminalpolizei in Zusammenhang mit einer Ermittlung in einem anderen Fall bekannt. Eine Zeugin hatte dabei Angaben über die Drogenszene im Raum Kirn/Bad Sobernheim gemacht. Wie ein Polizeibeamter erklärte, berichtete die Frau aus freien Stücken über den Raub, der sich in der Wohnung des ältesten Angeklagten in Bad Sobernheim zugetragen haben soll.

    In dem Haus, in dem sich der Überfall ereignete, soll nach Angaben von Zeugen immer ein Baseballschläger bereitgestanden haben. Ob dieser Baseballschläger bei dem Raub eingesetzt wurde, ist unklar. Zunächst traf es versehentlich einen unfreiwillig zwischen die Fronten geratenen Bekannten der Angeklagten: ein Schlag zertrümmerte sein Nasenbein. Ob die Verletzung durch einen Baseballschläger oder durch einen Faustschlag hervorgerufen wurde, konnte er nicht sagen. Der Nachweis dürfte schwer zu führen sein. Allerdings sieht das Gesetz auch einen besonderen Strafrahmen für das Führen eines gefährlichen Werkzeugs vor, worunter der Baseballschläger fällt.

    Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die vier Männer den beiden Drogendealern aus Kirn einen ähnlichen Empfang bereiteten und sie unter Anwendung von Gewalt zur Herausgabe der 500 Ecstasy-Pillen zwangen. Alle vier Angeklagten waren oder sind noch Drogenkonsumenten. Der älteste Angeklagte will inzwischen sein Suchtproblem mithilfe des Hausarztes in den Griff bekommen haben. Im Tatzeitraum 2013 hatte er bereits einen Therapieversuch in einer Einrichtung unternommen, der aber scheiterte. Für ihn wie für einen 31-jährigen Mitangeklagten, der zur fraglichen Zeit täglich Alkohol und Amphetamin konsumiert haben will, holte das Gericht ein Gutachten zur Bewertung der Schuldfähigkeit ein.

    Bei beiden Angeklagten sieht der Sachverständige die Voraussetzungen für eine Unterbringung in einer Entzugsklinik gegeben. Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit sieht der Gutachter bei den zwei Männern nicht vorliegen. Zu den Anklagevorwürfen haben sich die vier Männer bisher nicht geäußert. Das Verfahren wird am Freitag, 5. Mai, um 9 Uhr in Bad Kreuznach fortgesetzt.

    Von unserer Reporterin Christine Jäckel

    Bad Kreuznach
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