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    LangenlonsheimWolfgang Kubicki (FDP) genießt den Wahlkampf im Weingut

    Das Thema Flüchtlinge war auch beim Wahlkampfauftritt von FDP-Querdenker Wolfgang Kubicki im Weingut Schweinhardt in Langenlonsheim allgegenwärtig. Ob beim Verhalten gegenüber Frauen oder beim Schwarzfahren: Für die Neuankömmlinge dürfe es keine Sonderrechte geben, lautet eine seiner Überzeugungen: "Rücksichtnahme verhindert Integration und fördert Parallelgesellschaften."

    Dass der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki (2.von links) im Weingut Schweinhardt in Langenlonsheim zu Gast war, darüber freuten sich der Vorsitzende des FDP-Amtsverbandes Michael Stolpp (von links), Wahlkreiskandidatin Birgit Ensminger-Busse, FDP-Kreisvorsitzender Thomas Bursian und Gastgeber Axel Schweinhardt. Foto: Dieter Ackermann
    Dass der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Kubicki (2.von links) im Weingut Schweinhardt in Langenlonsheim zu Gast war, darüber freuten sich der Vorsitzende des FDP-Amtsverbandes Michael Stolpp (von links), Wahlkreiskandidatin Birgit Ensminger-Busse, FDP-Kreisvorsitzender Thomas Bursian und Gastgeber Axel Schweinhardt.
    Foto: Dieter Ackermann

    Von Kurt Knaudt

    Als der 63-Jährige mit halbstündiger Verspätung in der voll besetzten Weinstube eintrifft, ordert er erst einmal einen trockenen Riesling. Es folgen unterhaltsame 90 Minuten. Kubicki genießt vor rund 70 Besuchern den Wahlkampf im Weingut. "Wir müssen den Zuzug reduzieren", fordert der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende. Wie genau, weiß er aber auch nicht so recht. "Mutti Merkel" habe die Flüchtlinge mit ihren Worten und Gesten geradezu eingeladen. "Den Korken kriegt sie nicht mehr auf die Flasche." Einzige Chance: Die Kanzlerin müsse jetzt eine klare Botschaft senden und verkünden: Leider, leider sind unsere Möglichkeiten erschöpft. Mehr fällt dem für Klartext bekannten Kubicki dazu nicht ein.

    Es sei bei aller Hilfsbereitschaft auch wichtig, den inneren Frieden zu wahren, hatte Birgit Ensminger-Busse, Direktkandidatin im Wahlkreis Bad Kreuznach, eingangs betont. Michael Stolpp, Vorsitzender des FDP-Amtsverbandes, erinnert an das Chaos bei der geplanten Ausweisung einer Erstaufnahmeeinrichtung in Langenlonsheim. "Das war Inkompetenz hoch drei", bilanziert er. Insgesamt sieht er bei der Bewältigung des Zustroms ein "klassisches Organisations- und Staatsversagen". Er habe sich nicht vorstellen können, dass deutsche Behörden mit der Registrierung der Flüchtlinge derart überfordert seien, wundert sich Kubicki. Was möglicherweise auch daran liege, dass es sechs verschiedene Erfassungssysteme gebe, die teilweise nicht miteinander kompatibel seien. Mal polemisiert der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein lustvoll gegen "irrsinnige Naturschutzmaßnahmen, mal äußert er sich besonnen und differenziert. So empfiehlt er seinen Politikerkollegen auf europäischem Parkett etwas mehr Demut. Beispiel Polen: Das nach seiner Meinung überhebliche und schulmeisterliche deutsche Verhalten gegenüber dem Nachbarland habe dort zu einem Solidarisierungseffekt geführt und die Rechten erst stark gemacht. "Drohen ist die schlechteste Möglichkeit, wenn man etwas erreichen will", mahnt er.

    Foto: styleuneed - Fot

    Apropos Rechte: Zur AfD verliert Kubicki an diesem Nachmittag kein Wort. Deutlich kritisiert er aber das Verhalten von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in einem von seinen Parteifreunden verteilten Blatt. "Wenn Regierungschefs meinen, sich aussuchen zu können, welcher Konkurrent mit ihnen diskutieren darf, dann haben wir ein größeres Problem, als es die AfD für unsere Demokratie jemals sein kann." Langenlonsheim ist für den Jurist, der sich als Strafverteidiger bei Steuerdelikten einen Namen gemacht hat, eine Station auf seiner Wahlkampftour durch Rheinland-Pfalz. Er vergisst nicht, für die FDP zu werben. Was unterscheidet sie von anderen Parteien?, fragt er. Und gibt selbst die Antwort: "Weil wir die einzigen sind, die die Menschen nicht erziehen wollen." Jeder wolle einem erzählen, was man tun soll und was gut für einen sei. "Wir habe als freie Individuen aber auch das Recht, unvernünftig zu leben."

    Nach einigen Fragen wird es Zeit zum Aufbruch. Bundesvorsitzender Christian Lindner ist bereits Kunde des Weinguts Schweinhardt. Vielleicht bald auch Kubicki. Der Wein jedenfalls schmeckt ihm. Noch ein großer Schluck, dann macht er sich auf den Weg zum nächsten Termin.

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