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  • Wolfgang Gasteyer (ALFA): Bürger soll mehr Mitspracherecht bekommen

    Braubach. Eine Obergrenze für Flüchtlinge, eine deutliche personelle Aufstockung der Polizei, die Rheinbrücke als Chance für das Gewerbe am Mittelrhein, die Position der Gymnasien stärken und vor allem mehr Mitbestimmung für den Bürger - Dr. Wolfgang Gasteyer hat klare Vorstellungen, wie seine Heimat und das Land Rheinland-Pfalz nach vorne gebracht werden können. 

    In Braubach ist er aufgewachsen, nirgendwo anders möchte er leben: Wolfgang Gasteyer liegen seine Heimat und ihre Menschen am Herzen. Für eben diese eröffnet seiner Meinung nach die Mittelrheinbrücke viele Chancen.
    In Braubach ist er aufgewachsen, nirgendwo anders möchte er leben: Wolfgang Gasteyer liegen seine Heimat und ihre Menschen am Herzen. Für eben diese eröffnet seiner Meinung nach die Mittelrheinbrücke viele Chancen.
    Foto: Michaela Cetto

    Von unserer Redakteurin Michaela Cetto

    Als Direktkandidat der Alfa (Allianz für Fortschritt und Aufbruch) stellt sich der Braubacher Zahnarzt im Wahlkreis 8 zur Landtagswahl am 13. März.

    "Ich bin kein Rechter", sagt der 66-Jährige. "Die Mitglieder der AfD-Kreisgruppe des Rhein-Lahn-Kreises sind aus der AfD ausgetreten, weil wir schockiert waren über die Geschehnisse." Als Splittergruppe rechnet Alfa nicht mit einem Siegeszug, aber sie haben Ideen und Ideale, mit denen sie bei der Bevölkerung Aufmerksamkeit erregen und um Mitstreiter werben wollen. Politisch kommt Gasteyer aus der SPD, Altkanzler Helmut Schmidt ist bis heute ein Vorbild. Bereits als Jugendlicher war er begeisterter "Spiegel"-Leser und interessierte sich früh für das politische Weltgeschehen. Knapp 13 Jahre lenkte er als Mitglied im Braubacher Stadtrat die Geschicke der Stadt mit. Wegen eines Disputs über den Erhalt oder Neubau der Friedhofsmauer kehrte er dem Stadtrat und der Kommunalpolitik in den 1980er-Jahren den Rücken.

    "Politik wird über die Köpfe der Bürger gemacht"

    Erst vor einigen Jahren entfachte in ihm wieder der Kampfgeist. Gespräche mit Patienten in seiner Praxis überzeugten ihn umso mehr: "Politik wird über die Köpfe der Bürger gemacht. Das wollte und will ich nicht hinnehmen." Die Einführung des Euros und weitere Entscheidungen der EU schmecken der Alfa nicht. "Ich propagiere daher eine Volksbefragung in solchen Entscheidungen." Für Gasteyer persönlich übrigens war die Verbannung der Glühbirne das Tröpfchen, das das Fass zum Überlaufen brachte.

    Heute beschäftigt Gasteyer und seine Parteikollegen vor allem das Thema Flüchtlinge. "Wir müssen den Flüchtlingen, die aus den Kriegsgebieten kommen, helfen", sagt er. "Unbedingt. Aber wir brauchen eine Obergrenze. Ich habe gerne Gäste, aber ich will wissen, wie viele kommen." Völlig unverständlich findet er die Tatsache, dass so viele Männer ihre Familien in Tod und Verderben zurücklassen. "Die Familie hat für mich oberste Priorität." Hinsichtlich der Aufnahme von Ausländern (keine Flüchtlinge) befürwortet er das kanadische Modell: "Jeder sollte über einen Beruf und nachweislich über eine Geldsumme verfügen, damit er im Falle des Scheiterns nicht unseren Geldbeutel belastet." Sein Praxisteam war und ist multikulturell geprägt. "Ich stelle ein, wer die besten Qualifikationen hat."

     "Die Polizei muss personell gestärkt werden"

    Sorgen bereitet ihm der Zustand der Polizei. "Die Polizei muss personell gestärkt werden. Die Verrohung in unserer Gesellschaft ist erschreckend." Wolfgang Gasteyer erinnert sich gut, welch großen Respekt er als Junge vor dem Stadtpolizisten hatte. Diesen Posten gebe es nicht mehr, viele Polizeiinspektionen würden aufgelöst. "Die Bürger sind verunsichert. Wir brauchen mehr Polizeipräsenz."

    Uneingeschränkt befürwortet er den Bau der Mittelrheinbrücke. "Wenn diese Brücke von der Unesco akzeptiert wird, dann sollte sie auch gebaut werden." Die gewerblichen Betriebe auf beiden Seiten des Rheins seien gegenüber anderen klar im Nachteil, weil sie sich nur einen Halbkreis an Kunden erschließen können. "Der Bereich auf der anderen Seite des Flusses ist Terra incognita." Dass dieser lateinische Terminus "unbekanntes Land" heißt, muss nicht jeder wissen. Generell aber lasse das Bildungsniveau zu wünschen übrig. "Was Rot-Grün mit G 8 (Abitur nach acht Jahren) und der Realschule plus angerichtet hat, ist eine Katastrophe." Zu Gasteyers Grundschulzeit wechselten gerade einmal 25 Prozent der Kinder ans Gymnasium, wo es eine obligatorische Aufnahmeprüfung gab. "Wir müssen die Position des Gymnasiums wieder stärken."

    Steckbrief: 

    • Name: Wolfgang Gasteyer
    • geboren: 11. März 1949
    • Wohnort: Braubach
    • Familienstand: verwitwet, zwei Kinder
    • Beruf: Zahnarzt in seiner eigenen Praxis in Braubach
    • Hobbys: Jagd und Kochen 
    • Partei: Alfa 
    • Wahlmotto: Für mehr Mitbestimmung der Bürger 
    • Kontakt: Wolfgang Gasteyer, Kerkertser Straße 14, 56338 Braubach, Telefon 02627/222, E-Mail: dr.gasteyer@email.de

     

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