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  • Vorstudie diskutiert: Buga 2031 kann zur schwimmenden Schau durchs Welterbe werden

    Mittelrhein. Schwimmende Ausstellungshallen und Wassertaxis als ÖPNV: Langsam entwickeln sich schon konkrete Vorstellungen davon, wie eine Buga 2031 im Welterbe Oberes Mittelrheintal in Szene gesetzt und erlebbar gemacht werden könnte.

    Landschaftsarchitekt Clas Scheele spricht in St. Goar mit Bürgern aus dem Mittelrheintal über die Planung der Buga 2031.
    Landschaftsarchitekt Clas Scheele spricht in St. Goar mit Bürgern aus dem Mittelrheintal über die Planung der Buga 2031.
    Foto: Andreas Jöckel

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Der Verein Freunde der Bundesgartenschau 2031 hatte Planer und Bürger zum Austausch von Ideen in die Rheinfelshalle nach St. Goar eingeladen.

    Die Landschaftsarchitekten vom Büro RMP in Bonn, die auch schon an der Buga 2011 in Koblenz mitgearbeitet haben, und die ift Tourismusberatung aus Köln, die die Einschätzung der Besucher zur Buga 2015 in der Havelregion ermittelt hat, erarbeiten bis 8. April eine Vorstudie. Diese Leitidee wird bis zum Jahresende zu einer Machbarkeitsstudie entwickelt, die gleichzeitig als Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft eingereicht wird.

    Der Region im Praxistest genähert

    Clas Scheele von RMP erläuterte, wie sich die Planer im Praxistest dem Welterbe in der Rolle künftiger Buga-Besucher genähert haben. "Die A61 ist für uns das Rückgrat", erläutert er mit Blick auf die Anreise mit dem Pkw. Auf der rechten Rheinseite spiele die Bäderstraße (B260) eine Schlüsselrolle, die A 3 sei jedoch als Verkehrsachse zu weit weg. Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln stehen Bahnlinien auf beiden Rheinseiten zur Verfügung, wenn auch eine schnellere Taktung aufgrund des Güterverkehrs schwierig sein kann. Zumindest in Teilabschnitten können auch Wassertaxis und Schiffe als ÖPNV dienen.

    Mobil von Ufer zu Ufer

    Natürlich wird das Thema Mobilität bei einer dezentralen Gartenschau über 67 Kilometer auf zwei Rheinseiten auch veranstaltungsintern ein zentrales Thema sein. Die Mittelrheinbrücke lassen die Planer aus der Betrachtung zunächst raus: "Die Buga muss mit oder ohne diese Brücke funktionieren", sagt Christian Rast von der ift. Zusätzlicher Autoverkehr im Tal soll laut Rast möglichst vermieden werden. Dabei seien Shuttle-Lösungen von und zu den Hauptverkehrsachsen gefragt. Die beiden Rheinseiten könnten abschnittsweise durch Wassertaxis verbunden werden. Entlang der Welterbekulisse können auch verstärkt leihbare Elektrofahrräder zum Einsatz kommen. "Das Ganze muss weiträumig mit einem Übernachtungs- und Tourismuskonzept verbunden werden", sagt Rast. "Aus der Havelregion hat man gelernt, dass es dort zu wenig Kapazitäten in Bezug auf Übernachtungen und Gastronomie gab, um alle Besucher aufnehmen zu können." An der Havel war laut Rast auch ein zentrales Problem, dass viele dezentrale Schauplätze parallel betrieben wurden, die für sich genommen nicht attraktiver als eine Landesgartenschau waren.

    Veranstaltungszentrum rund um die Loreley und saisonale Abschnitte

    Laut Clas Scheele ist es deshalb wichtig, für 2031 im Mittelrheintal eine Struktur zu schaffen, die verschiedene saisonale Schwerpunkte ermöglicht. Versuchsweise haben die Planer das Obere Mittelrheintal in drei Abschnitte unterteilt: Bingen/Rüdesheim bis Bacharach (etwa 24 Kilometer), Oberwesel bis Boppard (circa 21 Kilometer) und Boppard bis Lahnstein/Koblenz (rund 22 Kilometer). In den jeweiligen Abschnitten gibt es potenzielle Ankerpunkte, die für größere Veranstaltungen über den gesamten Buga-Zeitraum infrage kommen. Unbestritten dürften dabei das Loreley-Plateau mit Freilichtbühne sowie der gegenüberliegende Aussichtspunkt Maria Ruh bei Urbar sein. Als Ausstellungsorte stehen viele Flächen im Welterbe zur Verfügung, die abschnittsweise gemäß der Dreiteilung saisonal im Frühjahr, Sommer und Herbst bespielt und bepflanzt werden könnten.

    Mobile Ausstellungshallen auf dem Containerschiff

    Mobil können bei einer dezen᠆tralen Buga auch die Veranstaltungen und Ausstellungsräume selbst sein: "Der Rhein ist nun mal das verbindende Element der Region. Deshalb wollen wir die ,Rivershow' als Sahnehäubchen draufsetzen", ist Scheele von der Idee begeistert. Eine Hallenschau als klassischer Buga-Magnet könnte in einem Containerschiff untergebracht werden, das an verschiedenen Stellen vor Anker geht. Ebenso könnte ein Bühnenschiff die ein oder andere Show an mehrere Orte bringen. Damit auch die Besucher planschen können, wären Badeschiffe denkbar.

    Mobile und individuelle Tickets

    Was die Vermarktung der Buga 2031 betrifft, rechnen die Planer mit modernen Buchungssystemen, bei denen vor allem mobile Endgeräte verwendet werden. So könnte ein Gast bestimmte Bereiche oder schauen besuchen, ohne ein Gesamtpaket zahlen zu müssen. Wer etwa auf dem Rheinsteig wandert und spontan eine Schau besucht, kommt vielleicht als Besucher der gesamten Buga wieder.

    • Viele Hinweise und Vorschläge aufgenommen: Aus der Diskussion mit den Bürgern haben die Planer viele Hinweise und Vorschläge für die Buga-Abschnitte rechts und links des Rheins aufgenommen. Diese reichen von Dutzenden bekannten oder verborgenen Sehenswürdigkeiten, Top-Wanderrouten, Wohlfühlplätzen über Schandflecke, die noch beseitigt werden müssen, bis hin zur Einbindung von Industrie und industriellen Denkmälern wie Bergwerke, Stollen, Silberhütte und die Öffnung des Wellmich-Tunnels unterm Rhein. Langfristig müssten auf dem Weg bis 2031 neue touristische Akzente im Tal und auf den Höhen gesetzt werden. So verbergen sich entlang der Verkehrsadern B9 und B42 schöne Ortszentren oft hinter Bahndämmen oder Mauern, die von den Bundesstraßen aus in Szene gesetzt werden könnten. Die Bahnhöfe dürfen als Entree keine Schandflecke mehr sein. Private Burgen sollten geöffnet werden. Gemeinsam mit den Winzern muss die Kulturlandschaft erhalten werden. Auch Leerstände in den Orten sollten beseitigt werden. 

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