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    NastättenStille Post in Nastätten und Umgebung: Pakete kommen im E-Auto

    Einen Designwettbewerb würden die kastenförmigen Lieferwagen wohl nicht gewinnen, die vor dem Zustellstützpunkt der Post in Nastätten stehen. Aber das ist auch nicht das Ziel. Die Street-Scooter der Deutschen Post sollen vor allem umweltfreundlich sein: Über jedes der Elektrofahrzeuge sollen drei Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden – fast 2000 sind inzwischen deutschlandweit im Einsatz.

    In und um Nastätten sind derzeit elf der Scooter unterwegs. Einen von ihnen fährt Thorsten Dick. Vor etwa zwei Monaten hat der Zusteller seinen VW-Kleinbus gegen das Elektrofahrzeug eingetauscht, das von der Post selbst produziert wird. „Vom Fahrgefühl her lässt er sich gut fahren“, sagt Dick. „Er ist schön leise.“ Schon oft sei er in der Blaufärberstadt auf das neue Gefährt angesprochen worden. Die Menschen sind neugierig auf das eckig geratene Fahrzeug, das sie keiner bekannten Automarke zuordnen können.

    Zwar sei der Street-Scooter kleiner als sein vorheriges Zustellerauto. Aber so komme man auch in kleinere Parklücken und „von der Ladefläche, die ich innen habe, ist es genauso groß“. Die Reichweite des Scooters beträgt bis zu 80 Kilometer. Das reicht aus, sagt Dick. „Die größte Tour, die ich gefahren bin, das waren 30, 40 Kilometer.“ Auch den Wintertest hat der Scooter schon bestanden: Schnee und Kälte zu Beginn des Jahres hätten die Akkuleistung nur minimal beeinträchtigt.

    Der Laderaum des Fahrzeugs kann an drei Seiten geöffnet werden: Links und rechts gibt es Schiebetüren, hinten eine herkömmliche Heckklappe. Allerdings handelt es sich um einen komplett geschlossenen Quader ohne Fenster. Damit die Sicht für den Fahrer dennoch nicht beeinträchtig ist, haben sich die Entwickler einen kleinen Clou ausgedacht: Auf der rechten Außenseite des Lieferwagens und hinten gibt es eine kleine Kamera, deren Bild auf ein Display im Armaturenbrett übertragen wird.

    „Früher konnte ich ja hinten rausschauen und durch die kleine Scheibe in der Schiebetür“, erläutert Thorsten Dick die Notwendigkeit der Kameras. Die hintere springe beim Rückwärtsfahren automatisch an.

    Ebenfalls neu: Es gibt keinen Beifahrersitz mehr. Stattdessen ist neben Dicks Fahrersitz eine Vorrichtung angebracht, um die gelben Kisten mit Briefen und Kuverts zu verstauen. Im Laderaum stellt der Zusteller seine Pakete so übereinander, wie es am besten passt. Regale gibt es keine. Das sei vorher auch schon so gewesen.

    Aber der Vorteil ist: Durch die rechteckige Form des Fahrzeugs lassen sich die Päckchen nun besser stapeln. Die Modelle der etablierten Hersteller haben mitunter eine leichte Schräge im Frachtraum. Zudem ist die Ladefläche höher als bei den bisher genutzten Fahrzeugen, erklärt Dick. „Man muss sich nicht mehr so viel bücken“, sagt der Zusteller. „Gerade bei schweren Paketen macht es das viel einfacher.“

    Und genau das ist neben einer umweltfreundlichen Fortbewegung die Intention des Street-Scooter-Projekts der Deutschen Post: „Wir wollten ein Zustellfahrzeug haben, das für unsere Zusteller am sinnvollsten ist“, erläutert Heinz-Jürgen Thomeczek aus der Pressestelle der Post für Rheinland-Pfalz. Entwickelt wurde der Scooter in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule in Aachen, inzwischen ist „StreetScooter“ ein posteigenes Unternehmen.

    In diesem Jahr sollen noch 4000 weitere der Lieferwagen auf die Straße gebracht werden – in Deutschland und den Niederlanden, wo die Scooter ebenfalls schon eingesetzt werden. Ziel sei es, dass die spritbetriebenen Zustellerwagen, wo möglich, durch die Elektrofahrzeuge ersetzt werden, so Thomeczek. Das gelte vor allem für die Verbundzustellung – also für die gleichzeitige Auslieferung von Briefen und Paketen.

    „Außerdem werden wir ein neues Modell in Betrieb nehmen, das wesentlich größer ist als das jetzige.“ Hier soll die Akkuleistung dann bereits für 120 Kilometer ausreichen. Parallel dazu bleibe aber die jetzige Variante im Einsatz. Auch Anfragen von außerhalb, etwa von Stadtverwaltungen, habe es bereits gegeben, ob die Street-Scooter zu kaufen seien. Aber: „Das ist vollkommen offen“, sagt Heinz-Jürgen Thomeczek. „Da kann man jetzt gar nichts dazu sagen.“ Zunächst würden die Fahrzeuge nur für den Eigenbedarf hergestellt.

    Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

    Technische Daten

    Motorleistung (in kW): bis zu 30

    • Drehmoment (in Nm): 130
    • Batterietyp: Lithium-Ionen-Akku
    • Batteriegröße (in kWh): 20,6
    • Reichweite (in km): bis 80
    • Maximale Geschwindigkeit (in km/h): 80
    • Außenabmessung (Länge/Breite/ Höhe in Meter): 4,64/2,09/2,03
    • Volumen (in Kubikmeter): 4,3
    • Nutzlast (in kg): 650
    • zulässiges Gesamtgewicht/Leergewicht (in kg): 2200/1500
    • CO2-Einsparung pro Jahr und Fahrzeug: 3 Tonnen
    Bad Ems Lahnstein
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