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  • LahnsteinStadtumbau geht in die erste Runde:  Workshops sind der nächste Schritt

    Rund 20 Millionen Euro wird Lahnstein in den kommenden 15 Jahren an Fördermitteln für den Stadtumbau Oberlahnstein erhalten. Jetzt gilt es, zu planen.

    Rund 100 interessierte Bürger nahmen an der Informationsveranstaltung zum Projekt Stadtumbau teil, darunter auch Verwaltungsmitglieder und Stadträte. Foto: Karin Kring
    Rund 100 interessierte Bürger nahmen an der Informationsveranstaltung zum Projekt Stadtumbau teil, darunter auch Verwaltungsmitglieder und Stadträte.
    Foto: Karin Kring

    „Wir wollen uns auf den Weg machen. Dafür aber brauchen wir Sie alle“, begrüßte Oberbürgermeister Peter Labonte die mehr als 100 Bürger, die zur öffentlichen Informationsveranstaltung in die Stadthalle gekommen waren, um Details zum Projekt zu zu erfahren.

    Eine hohe Summe und eine große Chance für die Stadt, betonte Labonte und zog den Vergleich zur Stadt Neuwied, die für ihr Projekt Stadtumbau 12 Millionen Euro Förderung erhalte, aber vier Mal so groß sei. Lahnstein solle (wieder) eine Stadt sein, „in der wir alle gut und gerne leben wollen“, so Labonte. Um die Chance zu nutzen, habe der Stadtrat in großer Einmütigkeit dem Projekt Stadtumbau zugestimmt, aber man habe sich auch entscheiden müssen für ein Quartier – das war Voraussetzung für die Aufnahme. Man entschied sich für das Kerngebiet Oberlahnstein, zumal die neu geplante Entlastungsstraße als künftige Stadtstraße im Rahmen dieses Stadtumbaus gebaut werden muss – auch dies war Voraussetzung.

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    Ziel war von Anbeginn auch, die Ideen und Wünsche der Bürger mit einzubinden und sie an der Planung zu beteiligen. Wie das Projekt zeitlich ablaufen soll, erläuterten den Bürgern Ingrid Schwarz und Christoph Bökenbrink vom beauftragten Planungsbüro WSW aus Kaiserslautern. Nach jeweils zwei Bürgerworkshops am 23. und am 30. Mai (siehe Kasten) sollen bereits am 27. Juni bei einer Abschlussveranstaltung um 19 Uhr in der Stadthalle die Ergebnisse vorgestellt werden. Im Herbst geht das Projekt dann in die Genehmigungsphase. Erster Schritt des Planungsbüros war neben einer Bestandsaufnahme eine Fragebogenaktion, um ein erstes Meinungsbild zu erhalten, was sich die Bürger im vorläufigen Planungsgebiet – es umfasst etwa 45 Hektar – wünschen. Von 2240 verschickten Fragebögen kamen lediglich 150 (6,7 Prozent) ausgefüllt zurück. Das höre sich wenig an, räumte Christoph Bökenbrink, der die Ergebnisse jetzt vorstellte, ein, sei aber „normal“ und trotzdem repräsentativ. Die Auswertung der Fragebögen zeige unter anderem, dass es insgesamt eine breite Zustimmung zum Stadtumbau gebe, dass viele Bürger Interesse hätten, Verbesserungen an ihren Immobilien vorzunehmen (denn dazu gibt es Zuschüsse aus dem Fördertopf), dass ein großer Anteil privater Pkw im öffentlichen Raum abgestellt werden müsse. Nur 6 Prozent der Befragten fänden in ihrer Stadt „alles in Ordnung“, vielen fehlten Einkaufsmöglichkeiten „in kleinen attraktiven Geschäften“, Sauberkeit und Sicherheit wurden vermisst.

    Ingrid Schwarz und Christoph Bökenbrink erläuterten den Bürgern den zeitlichen Ablauf des Projekts Stadtumbau.
    Ingrid Schwarz und Christoph Bökenbrink erläuterten den Bürgern den zeitlichen Ablauf des Projekts Stadtumbau.
    Foto: Karin Kring

    Als Wünsche wurden in den Fragebögen kostenfreie Parkplätze, Barrierefreiheit, Verkehrsentlastung, der Erhalt von Freizeitangeboten und die Sanierung historischer Bausubstanz genannt. Das Ingenieursteam ermunterte die Bürger, aktiv an der Umgestaltung des Quartiers mitzuwirken und sich in den angebotenen Workshops zu engagieren.

    In einer anschließenden regen Diskussion wurden bereits viele interessante Vorschläge von den Bürgern gemacht: Ingrid Schwarz notierte auf einem Plakat Stichworte wie „Schallschutz: Bahn einbinden“, „Grünbereiche und Freiflächen vernetzen, attraktivieren und priorisieren“, „Gewerbetreibende in die Verkehrsplanung einbinden“, „Fahrradwege benutzerfreundlich machen und sanieren“, „Brücke am Hafenköpfchen verwirklichen“, „Leerstände beseitigen“ oder „Stärken der Stadt Lahnstein stärken“ und „Positives herausarbeiten“. Demografie, Barrierefreiheit, alle Generationen einbinden waren weitere Vorschläge.

    Es gab aber auch eine Menge Kritik und Skepsis gegenüber dem Stadtumbau: Kritisiert wurde zum Beispiel, dass die Gewerbetreibenden bislang zu wenig eingebunden seien, vermisst wurden Vertreter der Werbegemeinschaft Lahnstein Aktiv. Am häufigsten geäußert wurden die Bedenken, dass von den 20 Millionen Fördergeld nicht viel für andere Pläne übrig bleibe, wenn davon auch die Entlastungsstraße finanziert werden solle. Im Raum standen Kosten von 12 bis 15 Millionen Euro für die Straße.

    Sowohl dLabonte als auch Planerin Schwarz versicherten, dass die Trassenführung der Straße, die das künftige Wohngebiet anbinden und die Innenstadt vom Verkehr entlasten soll, noch keinesfalls festgelegt und damit auch die Kosten noch nicht beziffert werden könnten. Labonte: „Es ist unser Bestreben, die 20 Millionen nicht nur für die neue Straße auszugeben.“ Vorrangig sei es nun, dass sich die Bürger in den vier angekündigten Workshops aktiv beteiligen und ihre Wünsche und Ideen für das Lahnstein der Zukunft einbringen.

    Von unserer Redakteurin Karin Kring

    Die Termine der Bürger-Workshops

    1 Bauen und Gestaltung: Dienstag, 23. Mai 18 bis 19.30 Uhr

    2 Kultur, Freizeit, Tourismus: Dienstag, 23. Mai 19.30 bis 21 Uhr

    3 Verkehr, Mobilität, Erreichbarkeit und Parken: Dienstag, 30. Mai 18 bis 19.30 Uhr

    4 Infrastruktur, Versorgung und soziales Miteinander: Dienstag, 30. Mai 19.30 bis 21 Uhr

    • alle Treffen finden in den Konferenzräumen der Stadthalle statt

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