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  • Bad EmsRKK-Familienfest: Narren haben endlich selbst Zeit zum Feiern

    Mal Pause machen vom Karneval? Kommt überhaupt nicht in die Tüte! Jedenfalls nicht durchgängig: Gerade jetzt, wo der Elfte im Elften noch gefühlte Lichtjahre weit weg ist, müssen vom närrischen Brauchtum inspirierte Menschen zwischendurch unbedingt mal Stallluft schnuppern – und strömen zu Hunderten zum Familientag der Rheinischen Karnevals-Korporationen (RKK) auf den Sportplatz Hasenkümpel.

    Foto: Ulrike Bletzer

    Dass der eine wichtige Veranstaltung ist, lässt sich nicht nur daran ablesen, dass Landrat Frank Puchtler, VG-Bürgermeister Josef Oster und Stadtbürgermeister Berny Abt ihn gemeinsam mit RKK-Präsident Hans Mayer und Frank Ackermann, dem Chef der Emser Karnevalsgesellschaft, pünktlich um 14.11 Uhr eröffnet haben. Sondern auch daran, dass mehr als 20 Mitwirkende, seien es Gruppen oder Einzelakteure, dabei sind bei diesem Spektakel, das nach Bitburg 2015 und Koblenz 2016 nun also in Bad Ems seine dritte Runde dreht. Denn auch wenn der Sinn des RKK-Familientags in erster Linie darin besteht, den Narren jenseits des langsam, aber unaufhaltsam auf Touren kommenden Vorbereitungsstresses auf die nächste Session Gelegenheit zum entspannten Feiern zu bieten – ganz ohne karnevalistisches Programm geht es natürlich nicht. Was bleibt, wenn Büttenreden, Sketche und Co. jahreszeitlich bedingt fehl am Platz sind? Na was wohl? Tanz, Tanz und nochmals Tanz. Und Purzelbäume schlagende Herren: Die Turnerriege Andernach hat ihren eigenen Kopf und segelt beispielsweise im Rückwärtssalto auf die Gymnastikmatte.

    Logisch, dass die diesjährigen RKK-Funkenmariechen ganz vorn mit dabei sind: Anna-Lena Stern von der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß-Gold aus Koblenz-Rauental, Anna-Maria Weiler von der Möhnengesellschaft Niederzissen und Jasmin Leinen vom Tanzsportclub Gisingen-Brotdorf im Saarland wirbeln über die Showbühne, dass einem schwindlig wird. Letztere ist übrigens aus doppeltem Anlass heraus hier: Für ihre Wahl zum Funkenmariechen erhält Jasmin Leinen, die beim ursprünglichen Termin nicht dabei sein konnte, aus den Händen des RKK-Vorstands ihren Pokal und ihre Urkunde.

    Kein Verein im Einzugsbereich der Rheinischen Karnevals-Korporationen habe in jüngster Zeit bei Stadt- und sonstigen Meisterschaften so viele Erfolge ertanzt wie der TSC Gisingen-Brotdorf, betont Hauptmoderator Frank Ackermann, der in gewohnt souveräner Manier durchs Programm führt – und immer wieder geschickt Infos einzuflechten versteht. Beispielsweise, als er von den knusprigen Pommes vor seiner Nase elegant den Bogen zum gastronomischen Part der Veranstaltung schlägt: Für den ist federführend der Musikverein „Gugge’ mer’ ma“ zuständig, der den RKK-Familientag gemeinsam mit der Emser Karnevalsgesellschaft umsetzt.

    Doch zurück zum Programm: Hier begeistert als „Einzeltäterin“ nur noch das Solomariechen des Karnevalsclubs Rot-Blau Niederbreitbach die Narren, ansonsten hat die Stunde der Tanzgruppen geschlagen. Und damit die Stunde unterschiedlichster Formationen, die – außer aus dem Rhein-Lahn-Kreis natürlich – aus den Landkreisen Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück und Westerwald kommen. Und sogar aus dem Ausland: Nicht nur, dass die Zumbachicas der Karnevalsgemeinde Petingen ihren Tanz „L’ Avant-Garde“ präsentieren – auch mit ihrem Kinderprinzenpaar sind die luxemburgischen Karnevalisten vertreten.

    Um es vorwegzunehmen: Es ist eine bunte, runde Mischung aus Show- und Gardetänzen, die das Publikum in diesen rund vier Stunden bei Laune hält. Während die Showtanzgruppe Dancing Phoenix der Fidelen Frauen 1952 Vallendar in Südamerika den „Tempel der Maya“ ersteigt, haben sich ihre Kolleginnen vom Accento-Ballett des Nastätter Carneval Clubs mit ihrem „Fluch der Karibik“ dem Filmgenre verschrieben. Das Jugendballett des Carneval Vereins Grün-Weiß Bad Salzig verströmt mit seiner Nummer „Rockability“ ausgiebig 50er-Jahre-Flair, die Gruppe Tevina von der Eintracht Guckheim kommt mit ihrem „Angel of Darkness“ eher finster daher, und die Diamond Dancer der Tanzsportgemeinschaft Westerwald-Mittelrhein tanzen zu einem Potpourri aus Ohrwürmern, die vom karnevalistischen „Schatzi, schenk mir ein Foto“ bis zum jahreszeitlich angesagten „Pack die Badehose ein“ reichen. Nicht minder beeindruckend ist die von der 92-jährigen Gretel Römer trainierte Seniorentanzgruppe des TV Bad Ems, die ihren bayerischen Tanz „Werd scho wer’n“ präsentiert.

    Foto: Jürgen Heyden

    Während die einen noch über die Bühne fegen, tanzen sich die anderen schon mal mitten auf dem Rasen warm. „Wir waren letzte Woche auf einer Karnevalsmesse und haben beim RKK nachgefragt, wo wir denn tanzen könnten“, erzählen die vier jungen Damen von der Karnevalsgesellschaft Ringener Wendböggele. „,Beim Familientag in Bad Ems‘, hieß es. Das hat sich also ganz spontan ergeben.“ Die Garde der Ringener Sterne weiß mit ihrer von hoher Präzision und Ausdrucksstärke geprägten Darbietung ebenso zu begeistern wie die Rot-Weißen Funken des Karnevalclubs Schinderhannes aus Sohren und die Jugend-Damengarde des Karnevalclubs Rot-Blau Niederbreitbach. Auch die Majorettes Saffig und die Majorettes der Rot-Weißen Husaren Andernach erweisen sich in der Sparte Gardetanz als echte Hingucker. Und wenn tatsächlich mal eine Lücke sein sollte? Dann sorgt Alleinunterhalter Rudi Claus mit seinen „Kölsche Tön“ für standesgemäße Stimmung.

    Eines wird schnell klar, wenn man sich beim RKK-Familientag umhört: Viele der Besucher haben selbst etwas mit der fünften Jahreszeit und ihren sommerlichen Ausläufern zu tun. Sei es eher indirekt wie bei Carmen Weiler, die ihre Tochter, RKK-Mariechen Anna-Maria Weiler, zum Auftritt nach Bad Ems chauffiert hat. Oder ganz unmittelbar wie bei Lothar Conrad, Rita Schmitz sowie Susanne und Wolfgang Arnold, die der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft angehören und finden: „Karneval kann man das ganze Jahr gebrauchen. Und der Familientag hier ist eine super Gelegenheit zum Feiern. Während der Session haben wir nämlich gar keine Zeit dafür.“

    Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

    Die "Räuber" machen jecke Wünsche wahr

    Bad Ems. „Dat es Heimat“, schallte es aus den Lautsprecherboxen, und wie aus einem Mund schallte es aus 700 Kehlen der Besucher wieder zurück: „Dat es Heimat.“ Grund für dieses Open-Air-Konzert auf dem „Hasenkümpel“ war der große Familientag, zu dem die Bad Emser Karnevalsgesellschaft (EKG) und die Rheinischen Karnevals-Korporationen (RKK) eingeladen hatten. Für Moderator Frank Ackermann ein doppeltes Heimspiel, denn er ist wie kaum ein anderer mit dem Karneval in Bad Ems verwachsen und natürlich auch in der RKK engagiert.

    Nachdem der zum Vergnügungspark verwandelte Hasenkümpel am Nachmittag von Tanz- und Turngruppen beherrscht worden war, erstürmten am frühen Abend die „Räuber“ die Showbühne. Seit nunmehr 25 Jahren sind die Kölner auf großen Bühnen zu sehen und eroberten mit ihren Hits und bekannten Gassenhauern das Rund vor dem Sportplatz. „Wenn dat Trömmelche geht“, „Die Hände zum Himmel“ oder „Wer hat dir die Rose auf den Hintern tätowiert“ verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Räuber ließen keine Wünsche offen, und die Gäste sangen, schunkelten und tanzten die bekannten Melodien mit. Karnevalsfeeling pur mitten im Sommer in Bad Ems. Als die Zuhörer energisch nach Zugaben verlangten, verlängerten die Räuber ihre Visite um ein weiteres Potpourri: „Schau mir in die Augen“ oder „Op dem Markt“ und ihr Markenzeichen, das „Trömmelche“.

    Von unserem Mitarbeiter Jürgen Heyden

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