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  • Projekt Hochschule Mainz entwickelt Übernachtungsmöglichkeit für Individualtouristen im Welterbe

    Prototyp für die Steilhänge des Mittelrheintals: Studenten planen Mini-Gästehäuser

    Mittelrhein. Speziell entwickelte Mini-Gästehäuser als autarke Übernachtungsmöglichkeiten könnten die schroffe, einmalige Landschaft im Welterbe Oberes Mittelrheintal zur Buga 2031 erfahrbar machen und anschließend für touristische Zwecke weitergenutzt werden. Den Prototyp eines solchen „Weinbergshäuschens“ in den Steilhängen wollen mehr als 20 Architekturstudenten der Hochschule Mainz in den kommenden Wochen entwickeln.

    Bei einer Exkursion haben sich mehr als 20 Studenten der Hochschule Mainz mit Professorin Kerstin Molter (6. von rechts) ihr Versuchsgelände bei Bacharach angeschaut: Rein fiktiv sollen dort 20 Mini-Gästehäuser gebaut werden, ohne das Landschaftsbild negativ zu beeinflussen. Foto: Andreas Jöckel
    Bei einer Exkursion haben sich mehr als 20 Studenten der Hochschule Mainz mit Professorin Kerstin Molter (6. von rechts) ihr Versuchsgelände bei Bacharach angeschaut: Rein fiktiv sollen dort 20 Mini-Gästehäuser gebaut werden, ohne das Landschaftsbild negativ zu beeinflussen.
    Foto: Andreas Jöckel

    Unter anderem wäre folgende Nutzung denkbar: Ein Paar ist auf einem der Fernwanderwege Rheinsteig oder Rhein-Burgenweg unterwegs. Vor oder während der Tour wird per Kreditkarte die Bleibe für die Nacht mitten in der Natur mit Blick ins Tal und auf den Rhein gebucht. Per GPS können die beiden ihre Hütte finden und per Code die Tür öffnen. Eine kleines Holzhaus aus Massivholzplatten soll es sein, an exponierten Standorten möglicherweise zur „Tarnung“ mit Schiefer verkleidet. Die Ausstattung umfasst ein Bett, Minibad, Miniküche und Sitzplatz.

    Zunächst rein fiktiv

    Angestoßen wurde das Projekt von der Entwicklungsagentur (EA) Rheinland-Pfalz. Als Experimentierfeld für ihre Drittsemester hat sich Professorin Kerstin Molter ein Seitental in Bacharach beim Ortsteil Steeg gegenüber der Burg Stahleck ausgesucht. Die Initiatoren betonen, dass in diesem Bereich nicht wirklich etwas gebaut werden soll. Das Projekt ist zunächst rein fiktiv. Die Fläche dient den Studenten lediglich als Muster für die virtuelle Planung am Computer und an Modellen.

    Angebot für Individualtouristen

    Professorin Molter hält die Idee für durchaus Erfolg versprechend: „Eine Tourismusregion sollte vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Mit den Mini-Gästehäusern könnte insbesondere das Potenzial der einmaligen Kulturlandschaft voll ausgeschöpft werden.“ Individualtouristen erhielten mit einem über das ganze Tal gestreuten Angebot die Möglichkeit, sich komplett unabhängig in der Landschaft bewegen zu können. „Zunächst konzentrieren wir uns darauf, ein Haus zu entwickeln, das für die Gegebenheiten in der Region optimiert ist. Dabei wollen wir mit der Landschaft besonders sorgfältig umgehen.“ Keinesfalls solle die Landschaft aufgrund der Mini-Bauten negativ verändert werden. Kerstin Molter ist sich auch sicher, dass ihr Team das schaffen wird: „Die meisten Studenten sind seit dem ersten Semester bei mir. Ich kenne deren Potenzial und Fähigkeiten.“

    Modell soll Ergebnis greifbar machen

    Den Prototyp eines „Weinberghäuschens“ in den Steilhängen des Mittelrheintals wie hier über dem Steeger Tor entwickeln Mainzer Studenten.
    Den Prototyp eines „Weinberghäuschens“ in den Steilhängen des Mittelrheintals wie hier über dem Steeger Tor entwickeln Mainzer Studenten.
    Foto: aj

    Eine zentrale Rolle soll auch das klimagerechte Bauen spielen, wobei die Professorin klarstellt: „Das sind für uns nicht nur Worthülsen, sondern konkreter Bestandteil der Planungsaufgabe.“ Denkbar sind unter anderem die Nutzung von Solartechnik oder Passivhaus-Heizung. Um das Ergebnis greifbar zu machen, sollen die Studenten ein Modell des Muster-Mini-Gästehauses im Maßstab 1/20 erstellen. Dies wird auf einer 30 mal 30 Zentimeter großen Platte montiert. Das Dach wird abnehmbar, um in das Innere blicken zu können. Eine weitere Aufgabe für die Studenten: In den Weinbergen und auf den Terrassen des Steilhangs im Seitental sollen 20 Mini-Gästehäuser so platziert werden, dass sie möglichst wenig stören und keinesfalls der Eindruck einer Feriensiedlung entsteht.

    Für Rainer Zeimentz von der EA ist das Projekt von zentraler Bedeutung. Denn die Themen Baukultur und Kulturraum der Naturlandschaft sind zentrale Themen der Buga-Machbarkeitsstudie. Und der Tourismus als Wirtschaftsfaktor spielt als Vermittler der Werte eine zentrale Rolle.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Buga-Workshop für Bürger

    Die Machbarkeitsstudie für die Buga 2031 im Welterbe Oberes Mittelrheintal läuft bereits. Interessenten, die sich dabei einbringen möchten, sind zum Start-Workshop für Bürger am Samstag, 22. April, von 11 bis 16 Uhr in die Rheinfelshalle in St. Goar eingeladen.

    Dabei geht es um zentrale Fragen: Wie soll unser Tourismus sich entwickeln? Wie soll unsere Heimat in 14 Jahren aussehen? Was kann eine Buga und was kann sie bewirken? Wie können wir attraktiv für junge Leute werden? Wie wollen wir uns in Zukunft bewegen? Mit dabei sind Andreas Steinle vom Zukunftsinstitut, die Autoren der Buga-Studie und Redakteure unserer Zeitung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Infos zur Buga-Machbarkeitsstudie gibt es auch unter  www.buga2031.blog

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