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  • Nur bis 21 Uhr über den Rhein: Keine Lösung für längere Fährzeiten in Sicht

    Mittelrhein. Die beiden Ufer im Welterbe Oberes Mittelrheintal bleiben auch in diesem Winterhalbjahr täglich nur so lange verbunden, wie es nach Angaben der Fährbetreiber aus betriebswirtschaftlichen Gründen möglich ist.

    Die SPD Loreley-Mitte fordert erneut, dass die beiden Rheinseiten an der Loreley vor allem in den späten Abendstunden stärker miteinander verbunden werden. Eine Lösung zur Finanzierung eines Winterbetriebs bis 22.30 Uhr wurde jedoch noch nicht gefunden.
    Die SPD Loreley-Mitte fordert erneut, dass die beiden Rheinseiten an der Loreley vor allem in den späten Abendstunden stärker miteinander verbunden werden. Eine Lösung zur Finanzierung eines Winterbetriebs bis 22.30 Uhr wurde jedoch noch nicht gefunden.
    Foto: Andreas Jöckel

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Ein erweiterter Fährbetrieb bis 22.30 oder sogar bis 24 Uhr, wie er von 2012 bis März 2016 getestet worden war, wird nicht fortgesetzt. Für die Menschen am Mittelrhein heißt das: Wer den Rhein am Abend bis 21 Uhr nicht überquert hat, muss Umwege von mehr als 70 Kilometer in Kauf nehmen.

    Dabei verkehrt die Fähre "Loreley VI" zwischen den Schwesterstädten St. Goarshausen und St. Goar in den Monaten Oktober bis März täglich am längsten: von 5.30 bis 21 Uhr. Zwischen Boppard und Filsen verkehrt die Fähre von 6.30 Uhr morgens an im Oktober noch bis 20 Uhr, ab November bis 19 Uhr, zwischen Kaub und Engelsburg ist die Fähre von 6 bis 19 Uhr in Betrieb.

    Puchtler: Werden uns weiterhin bemühen 

    Als der verlängerte Fährverkehr an der Loreley-Fähre Ende März dieses Jahres eingestellt wurde, weil sich die Beteiligten nicht einigen konnten, war der Vorsteher des Welterbe-Zweckverbandes, Frank Puchtler, noch zuversichtlich: "Ich bin überzeugt, dass wir alle Probleme, die uns von den Fährbetreibern überzeugend vorgetragen wurden, gemeinschaftlich lösen können", sagte er als Landrat im Kreistag. Offensichtlich war dies aber bislang nicht der Fall. Denn auf die Anfrage des SPD-Ortsvereins Loreley-Mitte, ob ein Finanzierungsmodell entwickelt werden konnte, um den abendlichen Fährbetrieb zumindest bis 22.30 Uhr aufrechtzuerhalten, teilte der Zweckverbandsvorsteher mit, dass eine Ausdehnung der Fährzeiten aus Sicht des Betreibers in den defizitären Randzeiten wirtschaftlich nicht darstellbar sei. Puchtler schreibt weiter: "Dennoch werden wir uns weiterhin um Lösungsansätze in Zusammenarbeit mit den Fährbetreibern sowie dem Land Rheinland-Pfalz bemühen."

    Laut Betreiberfamilie Hammerl hat sich auf Anfrage unserer Zeitung seit Frühjahr dieses Jahres nichts an der Situation geändert. Eine wichtige Erfahrung aus dem erweiterten Fährbetrieb sei gewesen, dass das Angebot schon vor 6 Uhr morgens gut angenommen wird, weshalb auch über Winter die erste Fahrt schon um 5.30 Uhr startet. Die Nutzung in den ohnehin defizitären Abendstunden sei aber bereits seit Jahren rückläufig.

    Ehepaar Hammerl: Planungssicherheit fehlt 

    Was den Hammerls, die rund 65 Prozent ihres Jahresumsatzes in der Touristensaison von Mai bis Oktober machen, nach eigenen Angaben am meisten fehlt, ist Planungssicherheit. Klaus Hammerl könnte sich durchaus einen Ausbau seines Engagements im Zentrum des Welterbes vorstellen. Beispielsweise schwebt ihm der Bau einer modernen und umweltfreundlichen Hybrid-Fähre vor. Ein Projekt, das auch im Hinblick auf Buga 2031 mit der Denkrichtung nachhaltiger Nahverkehr interessant sein könne. Doch die Ungewissheit, ob eine Mittelrheinbrücke vielleicht schon in gut zehn Jahren den Fährbetrieb an der Loreley unrentabel macht, schreckt Geldgeber für eine Investition von mehr als 4 Millionen Euro ab.

    Neuer Masterplan

    Vielleicht geben der neue Masterplan für das Welterbe, der bald auch im Hinblick auf die Mittelrheinbrücke fortgeschrieben werden soll, und die Machbarkeitsstudie für die Buga 2031 Aufschluss darüber, wie viel Fährverkehr an welchen Stellen zwischen Bingen und Koblenz mit oder ohne Brücke notwendig ist. Und vor allem, wie viel Geld dafür von öffentlicher Hand investiert werden muss. Vorerst müssen Rheinüberquerer jedenfalls im Winter noch vor 21 Uhr nach Hause zurück.

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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