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  • Mit Treibjagden die Wildschweine vergrämen

    Wildschweine in Wohngebieten - vor allem Bürger, die an den Wald grenzend leben, können ein Lied davon singen. Auch in Lahnstein.

    Foto: tl

    Lahnstein. Erst in der vergangenen Woche schlug das Schwarzwild wieder auf dem Allerheiligenberg im Stadtteil Niederlahnstein zu: Der dortige Friedhof wurde zum wiederholten Male in Mitleidenschaft gezogen. Nun sollen zwei große Treibjagden für Abhilfe sorgen.

    Im Sommer waren so viele Wildschweine wie wohl noch nie in Lahnstein und den Koblenzer Stadtteilen auf der rechten Rheinseite unterwegs. Monatelang haben die Tiere Gärten verwüstet, Spielplätze und Friedhöfe umgegraben, manchmal sogar einem verschreckten Anwohner gegenüber gestanden. Zwar hat sich die Situation in den vergangenen Wochen etwas entspannt - weil die Tiere bejagt wurden. Doch nun schlug zum wiederholten Male eine Wildschweinrotte auf dem Allerheiligenberg zu: Die Tiere verwüsteten zahlreiche Gräber. "Der Anblick war wirklich ganz schlimm", berichtet Ewald Cofalka, dessen verstorbene Ehefrau auf dem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. "Fast alle Gräber waren verwüstet, auch ich musste neu bepflanzen." Zwar seien im Sommer einige Wildschweine von Jägern geschossen worden, doch laut Anwohner Cofalka treibt noch immer eine Rotte von rund 20 Tieren ihr Unwesen rund um das ehemalige Kloster. In jedem Fall zeigt der erneute Vorfall auf dem Friedhof, dass die Wildschweinproblematik keinesfalls beseitigt ist.

    Auch deshalb sind für Samstag, 29. Oktober, zwei große Treibjagden angesetzt: eine in Niederlahnstein, eine in Oberlahnstein. Das Ordnungsamt der Stadt hat ein allgemeines Betretungsverbot für Feld-, Flur- und Waldbereiche für den Zeitraum von 10 bis 15 Uhr erlassen. Diese Allgemeinverfügung dient "der Durchführung einer Treibjagd zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen". Laut Verfügung ist das Betreten der genannten Bereiche verboten, sie sollen mit Absperrbändern gekennzeichnet werden. Zum einen geht es um die Waldgebiete Spießborn sowie die Wälder von den Straßen L 327, K 67 bis Frücht und K 68 bis zum Stadtteil "Auf der Höhe". In Niederlahnstein wird unter anderem im Bereich des Allerheiligenberges gejagt. Ausgenommen von den Betretungsverboten sind laut Ordnungsamt "die an der Jagd beteiligten Personen und alle Polizei-, Ordnungs- und Rettungskräfte und deren Helfer". Auf der L 327, der Verbindungsstraße zwischen Bad Ems und Braubach, wird zwischen den Einmündungen der K 67 und der K 68 wegen dem mit der Treibjagd verbundenen verstärkten Wildwechsel die Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h reduziert. Da ein Großteil der bejagten Bereiche zum Rheinsteig gehören, hat das Rheinsteigbüro bereits eine Empfehlung für alle Wanderer und Radfahrer veröffentlicht, an diesem Tag auf andere Abschnitte des Premiumwanderweges auszuweichen.

    Das Forstamt der Stadt hat übrigens nichts mit dieser Maßnahme zu tun, "das ist Sache der Jagdpächter", erklärt Forstamtsleiter Hans-Leo Cremer. Verantwortlich für Organisation und Durchführung sind demnach Jagdpächter Paul Hümann (Niederlahnstein) und Sebastian Seifert (Oberlahnstein), der zweite Beigeordnete der Stadt. Grundsätzlich bewertet Fachmann Cremer die anstehenden Treibjagden positiv. "Sie sind sinnvoll, weil sie vergrämend wirken und dazu beitragen, das Schwarzwild zu reduzieren."

    Der Aufwand für eine solche Treibjagd, die normalerweise lediglich ein bis zwei Mal im Jahr stattfindet, ist enorm: "Allein im Bereich Oberlahnstein werden 75 Personen und 30 Hunde beteiligt sein", verrät Jagdpächter Seifert. Tobias Lui

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