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    Machbarkeitsstudie: Mittelrheintal schreibt das Drehbuch für die Buga 2031 [mit Videos]

    Mittelrhein. Bis Ende November dieses Jahres soll das erste Drehbuch für die Buga 2031 geschrieben sein. Es soll aufzeigen, wie Besucher das Welterbe Oberes Mittelrheintal neu erleben können. Den Auftrag für die sogenannte Machbarkeitsstudie hat die Landesregierung für 260.000 Euro an eine Bietergemeinschaft unter der Leitung des RMP Landschaftsarchitekten Stephan Lenzen (Bonn) vergeben. Das gab Buga-Initiator und Innenminister Roger Lewentz bei einer Pressekonferenz auf der Marksburg in Braubach bekannt.

    Innenminister Roger Lewentz (3. von rechts) hat ein Team um RMP Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen mit der Buga-Machbarkeitsstudie beauftragt. Foto: Andreas Jöckel
    Innenminister Roger Lewentz (3. von rechts) hat ein Team um RMP Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen mit der Buga-Machbarkeitsstudie beauftragt.
    Foto: Andreas Jöckel

    Bei der Studie geht es nicht nur um die eigentliche Inszenierung in 14 Jahren, sondern auch um die nachhaltige touristische, wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der Welterbe-Kulisse. Dabei müssen in Kooperation mit dem Welterbe-Zweckverband und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz die Interessen von Bürgern, mehr als 50 Kommunen, fünf Landkreisen und zwei Bundesländern gebündelt und aufeinander abgestimmt werden. Lewentz ist zuversichtlich: „Dieses Jahrhundertprojekt kann einen wichtigen und strukturellen Impuls für die Welterbe-Region setzen.“ Dieser könne mehr als 25 Jahre über die Veranstaltung hinaus wirken. Als flankierende Maßnahmen nennt Lewentz die Reduzierung des Bahnlärms und den Bau einer Mittelrheinbrücke. Letztere sei für eine Buga nicht zwingend, aber ein entscheidender Vorteil.

    Vorstudie

    Ein erstes Skript für das Drehbuch liegt bereits vor: Mit einer Vorstudie hat das Büro RMP im vergangenen Jahr erste Grundlagen für die Machbarkeitsstudie geschaffen. Der Vorschlag: Aufgrund der für Tagesbesucher nicht darstellbaren Gesamtlänge von 67 Kilometern wird das Tal zwischen Koblenz und Rüdesheim in drei saisonale Abschnitte unterteilt. Der zentrale Aspekt „schwimmende Buga“ soll sich nicht nur auf mobile Besuchertransporte wie Wassertaxis, sondern auch auf Schiffe als Ausstellungs- und Veranstaltungsorte beziehen.

    Viele Fragen offen

    Die Vorstudie stellt fast 60 Punkte vor, die noch im Detail geklärt werden müssen. Landschaftsarchitekt Clas Scheele von RMP hat einen ersten Ablaufplan vorgestellt, wie diese in den kommenden neun Monaten abgearbeitet werden könnten. Dazu wurden drei Partner ins Boot geholt: die ift Freizeit- und Tourismusberatung aus Köln, De Zwarte Hond aus Köln (Siedlungsentwicklung und Mobilität), die Runze und Casper Werbeagentur aus Berlin (Marketing, PR) und SWUP aus Berlin (Mediation, Bürgerbeteiligung). Über allem wird ein Struktur- und Raumkonzept stehen, das auch Reihenfolge und Priorität einzelner Projekte festlegt. Alle müssen im Einklang mit der Entwicklung des Unesco-Managementplans stehen. „Wichtig ist uns die Bürgerbeteiligung in der ganzen Region“, erklärt Scheele. Dieser Prozess soll im April mit einem Ideenmarkt starten. Die Vorschläge sollen später in den drei Regionalplänen vertieft werden. Als weitere Stichworte nennt Scheele die Einbindung möglichst aller Gastgeberorte, Mobilitätsmanagement und Ticketing. Entscheidend werden letztlich die Finanzierung durch Länder und Kommunen sowie die Trägerstruktur der Buga 2031 sein.

    Privatinvestitionen

    Der Einsatz von Steuergeldern soll auch privatwirtschaftliche Investitionen nach sich ziehen. Laut KD-Vorstand Achim Schloemer hat die Rheinschifffahrt bereits mit der Buga 2011 in Koblenz gute Erfahrungen gemacht: „Eine Buga am Mittelrhein kann die nötige Planungssicherheit für den Einsatz weiterer Schiffe schaffen.“ Als Hauptanziehungspunkt der internationalen Touristen nennt Schloemer eindeutig den Mythos Loreley. Bürgermeister Werner Groß, dessen Verbandsgemeinde den Loreley-Felsen derzeit zu einem Kultur- und Landschaftspark umgestaltet und dabei das Fernziel Buga 2031 im Blick hat, findet vor allem neue Formen der interkommunalen Zusammenarbeit wichtig für eine effektive Buga-Entwicklung. Derzeit seien viele Entscheidungsprozesse noch viel zu langwierig.

    Weitere Kapitel werden folgen

    Wenn die Machbarkeitsstudie fristgerecht vorliegt, will der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal am 28. November über die formelle Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) entscheiden. Deren Geschäftsführer Jochen Sandner hat die Unterstützung bereits zugesichert. Wenn 2018 eine Durchführungsgesellschaft mit der DBG gegründet wird, werden sicher noch weitere Kapitel zu schreiben sein, die das erste Drehbuch ergänzen.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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