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  • St. GoarshausenLoreleyschule: Berufswahlmesse stellt Schülern Arbeitswelt vor

    Schulabschluss – und dann? Der Anspruch, der an Schulen gestellt wird, ist, dass sie auf das Leben vorbereiten. Doch mitunter fragt man sich, wie all die trockene Theorie, die im Unterricht vermittelt wird, später einmal Anwendung finden soll. Mit der Berufswahlmesse, die mittlerweile schon zum zwölften Mal stattfand, macht die Loreleyschule Realschule plus einen Brückenschlag von der Theorie in die Praxis.

    Bei der Berufswahlmesse der Loreleyschule ging es wie hier am Stand der Firma Heymann auch mal ganz praktisch zu. Fotos: Mira Müller
    Bei der Berufswahlmesse der Loreleyschule ging es wie hier am Stand der Firma Heymann auch mal ganz praktisch zu. Fotos: Mira Müller
    Foto: mkm

    Insgesamt 31 Betriebe, Einrichtungen, Firmen, Ämter und Behörden aus der Region präsentierten sich den Schülern der siebten, achten und neunten Klasse. Dabei hatten die Betriebe dreimal jeweils 25 Minuten Zeit, sich den Schülern und Eltern, die ebenfalls zur Berufswahlmesse eingeladen waren, vorzustellen. Dabei reichte die breit gefächerte Auswahl von Gastronomie über medizinische Ausbildungsberufe oder technische Berufe bis hin zum Einzelhandel. Entscheidend war, dass die Unternehmen aus der Region kommen, die das Einzugsgebiet der Schule abdeckt. Dabei hat sich der Radius in den vergangenen Jahren stark erweitert, stellt Schulleiter Harald Weise fest.

    Die Berufswahlmesse initiierte die Konrektorin Waltraud Schlegel gemeinsam mit ihren Kollegen. Bereits vor 20 Jahren hatte sie die Vision, dass „es die Möglichkeit geben müsste, eine Zeit lang aus der Schule zu gehen und die Welt kennenzulernen, um danach entweder mit einer beruflichen Orientierung zurückzukommen oder aber auch besser im Unterricht aufzupassen“, beschreibt Schlegel den Hintergrund. „Denn die Schule ist der Übergang zum Leben“, ist sie überzeugt. Und damit die Schüler schon früh eine Vorstellung vom „wahren“ Leben bekommen, werden sie kontinuierlich mit den Möglichkeiten für die Zeit nach ihrem Schulabschluss konfrontiert.

    Verpflichtendes Praktikum

    Schon in der fünften und sechsten Klasse gibt es einen Schnuppertag, an dem die Kinder mit ihren Eltern einen Tag in die Arbeitswelt blicken. So werden auch die Eltern schon frühzeitig für dieses Thema sensibilisiert. In der siebten Klasse haben die Schüler wöchentlich eine Stunde Berufswahlvorbereitung. Hinzu kommt dann auch das erste Mal der Besuch der Berufswahlmesse, was sich in den Klassen acht und neun wiederholt. Im achten, neunten und künftig auch zehnten Schuljahr steht dann ein zweiwöchiges Praktikum verpflichtend an. Wer in der neunten Klasse noch mehr Arbeitsluft schnuppern möchte, hat die Möglichkeit, für ein halbes Jahr an einem Tag in der Woche statt zur Schule in einen Betrieb zu gehen, beispielsweise bei einem der Betriebe, die sich bei der Berufswahlmesse vorstellen.

    Aus der umfangreichen Liste können sich die Schüler drei Betriebe aussuchen, die sie sich an dem Messeabend gemeinsam mit ihren Eltern genauer anschauen. Interessiert schaut eine Mutter ihrem Sohn über die Schulter, während er mit einem Pinsel eine Heymann-Schablone austupft. Zuvor hatten sich die beiden schon Vorträge von Elbag Energietechnik und Formenbau Michel angehört. Nun geht es mal praktisch zu. „Ich finde es gut, dass die Kinder schon mal einen Einblick in die Berufe, die in der Region angeboten werden, bekommen.“ Hier kann der Siebtklässler einfach mal reinschnuppern, sich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, wie es nach der Schule weitergehen könnte und was ihm Spaß macht. Während die Mutter bei der der Entscheidung für die Vorträge noch mitgeholfen hat, wusste ihre Tochter, die die neunte Klasse besucht, schon genauer, in welche Richtung es mal gehen soll.

    Und die Berufsmesse ist auch für die Eltern interessant. Man bekommt einen Überblick, welche Bandbreite an Betrieben es in der Region gibt. Und nicht selten haben sich seit der eigenen Ausbildung auch die Berufsfelder sowie auch die Ausbildung selbst verändert. Und auch die Betriebe profitieren von der Berufswahlmesse, ist sie doch eine unkomplizierte Gelegenheit, sich den Schülern vorzustellen, Kontakte zu knüpfen und dadurch auch in der Region bekannter zu werden. Und nicht selten werden Praktikanten akquiriert, die später einmal zu Auszubildenden und Mitarbeitern werden können.

    Heranführen an die berufliche Zukunf

    Um dieses Konzept des frühen Heranführens an die berufliche Zukunft in der Loreleyschule weiter zu festigen, unterschrieben am Abend der Berufswahlmesse elf Betriebe eine Urkunde, wodurch eine Schulpatenschaft geschlossen wurde. „Mit diesen Schulpatenschaften wollen wir auch ein deutliches Zeichen nach außen senden“, sagte Schulleiter Weise. Unterstützt wird diese Zusammenarbeit durch die IHK Koblenz mit den regionalen Arbeitskreisen Schule-Wirtschaft der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz. In der Verbandsgemeinde Loreley hat neben der Loreleyschule noch das Wilhelm-Hofmann-Gymnasium eine Schulpatenschaft mit der Volksbank Rhein-Lahn. Im gesamten Rhein-Lahn-Kreis beläuft sich die Zahl der Schulpatenschaften auf 60.

    Betriebe und Schulen, die Interesse an einer engeren Zusammenarbeit haben, können sich an die Bildungsberaterin Schule-Wirtschaft und Ausbildungsmarketing bei der IHK Koblenz, Sabine Mesletzky, Telefon 0261/106.166, E-Mail mesletzky@koblenz.ihk.de, wenden.

    Von unserer Reporterin Mira Müller

    Elf Betriebe unterzeichnen Kooperationsvertrag

    Die Loreleyschule kann nun auf zwölf Betriebe aus der Region als feste Kooperationspartner zählen, die sich nicht nur auf der jährlich stattfindenden Berufsmesse präsentieren, sondern auch Betriebsbesichtigungen, Schülerpraktika, Bewerbungstrainings in der Schule anbieten, an Schulmessen teilnehmen sowie gemeinsamen Unterrichtseinheiten gestalten.

    Der erste Vertrag wurde bereits 2012 mit der Nassauischen Sparkasse geschlossen. Bei der jüngsten Berufsmesse kamen elf weitere Betriebe hinzu, die die Kooperationsvereinbarung mit einer Unterschrift besiegelten: Auto Minor, Eaton Industries, Erlenbach Maschinen, Maxeiner Energietechnik, Opticus Brillenmode, Rewe Nastätten, das Romantikhotel Schloss Rheinfels, St. Vincenzstift, die Volksbank Rhein-Lahn sowie die Berufsbildende Schule Lahnstein und die Kindertagesstätte St. Goarshausen. mkm

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