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  • Loreley-Freilichtbühne: Sanierung erneut verschoben

    Loreley. Die dringend notwendige Sanierung der Freilichtbühne auf dem Loreley-Plateau geht auch in diesem Winter nicht voran. Dem Pächter der Bühne, Ulrich Lautenschläger (Art.Emis Musical GmbH), reißt deshalb kurz vor seiner siebten Saison auf der einmaligen Veranstaltungsstätte über dem Rhein der Geduldsfaden.

    Nach der letzten Veranstaltung in der Saison 2015, es war ein Festival zum 20-jährigen Bestehen der Band In Extremo im September, hat der Pächter das Gelände geräumt. Doch die dringend notwendige Sanierung der Loreley-Freilichtbühne wird auch in dieser Winterpause nicht beginnen. 
    Nach der letzten Veranstaltung in der Saison 2015, es war ein Festival zum 20-jährigen Bestehen der Band In Extremo im September, hat der Pächter das Gelände geräumt. Doch die dringend notwendige Sanierung der Loreley-Freilichtbühne wird auch in dieser Winterpause nicht beginnen. 
    Foto: Andreas Jöckel

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Auch wenn die Stadt St. Goarshausen als Eigentümer und die Verbandsgemeinde Loreley als Planungsbehörde vielleicht gute Gründe haben, das rund 4,5 Millionen Euro teure Projekt jetzt schon zum vierten Mal zu verschieben, spricht Lautenschläger deutliche Worte: "Was hier oben fehlt, ist, dass mal einer auf den Tisch haut." Aus Sicht eines Wirtschaftsunternehmens ist seine Wut verständlich. Denn während die Mühlen in Politik und Verwaltung langsam vor sich hin mahlen, ist die Bespielung der Bühne starken Einschränkungen unterworfen.

    Freiwillig auf 15.000 Besucher beschränkt 

    Obwohl das Gelände für 18.000 Besucher vorgesehen ist, beschränkt sich Art.Emis aus Sicherheitsgründen auf maximal 15.000. Bands und Veranstalter, die auf umfangreiche Bühnentechnik setzen, können auf der Loreley wegen der fehlenden Infrastruktur wie Zufahrten und Abstellflächen für Trucks erst gar nicht anrücken. In der Hoffnung, dass die Sanierung jetzt endlich in der Winterpause beginnt, hat Lautenschläger das Gelände geräumt. "Einer namhaften deutschen Fernsehshow, die im April auf die Loreley kommen wollte, haben wir abgesagt, damit bis Juni Zeit für Bauarbeiten ist."

    Im Winter nur Rodungsarbeiten

    Auf Anfrage unserer Zeitung antwortet der Stadtbürgermeister von St. Goarshausen, Heinz-Peter Mertens, lapidar: "Laut Bauverwaltung werden im Winter lediglich Rodungsarbeiten durchgeführt. Im Frühjahr können einige sogenannte Maßnahmen im Bestand (Versorgungsleitungen) erledigt werden. Mehr kann derzeit dazu nicht mitgeteilt werden." Im Frühjahr sah das Vorhaben noch ganz anders aus: Umfangreiche Maßnahmen sollten das Gelände sanieren und sicherer machen, ohne die historische Bausubstanz zu verändern.

    In zwei Bauabschnitten sollten 4,5 Millionen Euro investiert werden 

    Für fast 3,1 Millionen Euro sollten im ersten Bauabschnitt die Bühne, das Zeltdach, die Eingangsgebäude und Geländeteile erneuert werden. Im Jahr darauf sollten das Backstagegebäude und die Künstlergarderobe in Angriff genommen werden, wofür nochmals knapp 1,4 Millionen Euro vorgesehen waren. Das Projekt war in zwei Bauabschnitte unterteilt worden, weil die Verbandsgemeinde überlegt, möglicherweise Teile des Backstagebereichs und der Künstlergarderoben im Besucherzentrum unterzubringen. Bis diese Möglichkeit geklärt ist, sollte im ersten Abschnitt schon gearbeitet werden können. Die Kosten will zu 80 Prozent das Land tragen, jeweils 10 Prozent steuern der Pächter und die Stadt St. Goarshausen bei.

    Ulrich Lautenschläger will Geschäftsführung abgeben

    Doch die konkreten Planungen sind immer noch nicht so weit. Was jetzt tatsächlich geschieht, ist für Lautenschläger reine Kosmetik. Mittlerweile sei er es leid, die Pläne und Visionen für die Loreley-Bühne, die er gemeinsam mit Firmengründer Frank Otto (Sohn von Otto-Versand-Gründer Werner Otto) schon 2009 entwickelt hatte, zerfallen zu sehen. Der Unternehmer stellt die rhetorische Frage: "Was sollen wir tun, damit endlich verstanden wird, was wir da oben für die Region leisten?" Auch bei der Konzeption zur Neugestaltung des Plateaus sei Art.Emis nicht ausreichend eingebunden gewesen: "Wir wurden gefragt, welchen Bedarf an Parkplätzen und Zufahrten wir haben. Das war's."

    Mit der Loreley-Bühne wirtschaftlich zu arbeiten, sei ohnehin nicht einfach: Aufgrund von Lage und Struktur seien die Kosten und damit das Risiko höher als bei anderen Veranstaltungsstätten. "Und dann wird unsere Arbeit ständig von Amateurpolitikern konterkariert", schimpft der Unternehmer. Er denkt deshalb darüber nach, sich etwas zurückzuziehen: "Ich will meine ursprüngliche Herzensangelegenheit Loreley künftig sachlicher angehen." Konkret: Lautenschläger will die Geschäftsführung von Art.Emis möglichst bald abgeben und sich auf seine Funktion als Mitgesellschafter beschränken.

    Programm für 2016 entsteht

    Beruhigende Nachricht für die Fans der Freilichtbühne - allein auf Facebook sind es mittlerweile fast 23.000: Das Programm geht 2016 wie gewohnt weiter. Zehn Veranstaltungen für die neue Saison stehen schon fest.

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    Markus Eschenauer

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