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    St. GoarshausenLoreley-Freilichtbühne: Kostenprognose steigt in erster Bauphase auf 5,6 Millionen Euro

    Die Sanierung der Loreley-Freilichtbühne wird voraussichtlich teurer als geplant. Ursprünglich waren die Kosten für den ersten Bauabschnitt mit 4,8 Millionen Euro brutto veranschlagt. Wenige Wochen vor Abschluss der ersten Phase liegt die Prognose bei 5,6 Millionen Euro brutto. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates sorgte die Vergabe zweier Gewerke zum Preis von insgesamt 881.000 Euro deshalb für Diskussionen.

    Bei den Mehrkosten für die Sanierung der Loreley-Freilichtbühne wird die Stadt St. Goarshausen auch auf die Hilfe des Landes angewiesen sein.  Foto: Andreas Jöckel
    Bei den Mehrkosten für die Sanierung der Loreley-Freilichtbühne wird die Stadt St. Goarshausen auch auf die Hilfe des Landes angewiesen sein.
    Foto: Andreas Jöckel

    Die Kalkulation sieht vor, dass das Land 80 Prozent der Kosten trägt, die Stadt St. Goarshausen als Eigentümerin und der Bühnenpächter jeweils 10 Prozent. Dass die für das historische Amphitheater bereitgestellten Mittel schon vor dem Baubeginn im Herbst vergangenen Jahres immer wieder erhöht wurden, lag an immer strengeren Vorschriften bezüglich der Sicherheit und der Fluchtwege für bis zu 18.000 Konzertbesucher sowie den Ansprüchen des Denkmalschutzes. Unter anderem wurden große, zusätzliche Fluchttore am großflächigen Ausgang im oberen Bereich eingeplant. Als sehr kostspielig erwies sich auch die Neugestaltung der knapp 13 Meter breiten Freitreppe. Denn davon muss ein mindestens neun Meter breiter Abschnitt als Fluchtweg zur Verfügung stehen, was im Originalzustand als Bruchsteintreppe mit unebener Oberfläche und unterschiedlichen Stufenhöhen unmöglich ist. Der Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Sicherheit heißt Kortenstahl – ein wetterfester, aber alt und rostig aussehender Baustahl. Mit diesem Kortenstahl sollen auch neue Betonelemente wie die Fundamente des neuen Bühnendachs verkleidet werden. Im Zuge der Bauarbeiten stellte sich offenbar zudem heraus, dass nicht alle Vorhaben strikt in zwei verschiedene Bauabschnitte zu trennen waren und wie geplant auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden konnten. Für den zweiten Bauabschnitt mit Backstagegebäude und Künstlergarderobe waren noch einmal 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

    Stadtrat vergibt zwei weitere Gewerke

    Während das neue Bühnendach mittlerweile kurz vor der Fertigstellung steht und die Stahlkonstruktion kommende Woche mit der Membran für das Zeltdach überzogen werden soll, waren jetzt zwei abschließende Gewerke zu vergeben. Der Auftrag für Metallbauarbeiten inklusive Lieferung der Tore, Zäune und Absperrungen geht zum Preis von rund 230.000 Euro an die Firma Albrecht Ortlieb Zauntechnik aus Stuttgart. Der günstigste Angebotspreis liegt damit 57 Prozent über der Prognose der Planer. Der Stadtrat stimmte mit sechs Jastimmen bei einer Gegenstimme von Hans-Jörn Wilhelm („Die Schätzungen des Planungsbüros liegen erneut fernab jeglicher Realität.“) und drei Enthaltungen zu.

    Heftiger wurden die Diskussionen im Stadtrat, als sich herausstellte, dass auch die Arbeiten für Treppen und Verkleidungen mit Kortenstahl etwa 34 Prozent über dem Ansatz der Planer liegen. Bei der Ausschreibung gab die Firma Schneider-Metallbau aus Kastellaun mit 651.000 Euro das günstigste von drei Angeboten ab. Das teuerste Angebot lag etwa doppelt so hoch. Bevor der Rat den Auftrag mit sechs Jastimmen bei drei Enthaltungen an den günstigsten Bieter vergab, kam es zu einer langen Debatte. Beigeordneter Manfred Baumert und der Leiter des Bauamtes der Verbandsgemeinde, Ewald Gabel, versuchten, die Hintergründe für die Kostensteigerung zu erläutern. Grundsätzlich komme es aufgrund der Marktlage derzeit oft vor, dass Kommunen nach Ausschreibungen überhaupt keine Angebote erhalten, weil die Firmen ausgelastet seien. Hinzu kämen hohe Preise für Metall. „Solche Preissprünge habe ich in den vergangenen 40 Jahren noch nicht erlebt. Und das betrifft nahezu alle Gewerke“, erklärte Gabel.

    Sitzung aus Protest verlassen

    Außerdem machte Baumert klar, dass die Stadt bei einem solchen Projekt auch in einer Zwickmühle steckt. Denn die Arbeiten müssen bis zum Saisonbeginn im Juni abgeschlossen sein, damit es nicht zu Regressforderungen des Pächters und der Veranstalter kommt. Eine nicht bespielbare Freilichtbühne könnte die Stadt also teurer zu stehen kommen als die Mehrkosten. Dennoch war Hans-Jörn Wilhelm mit den Auskünften der Verwaltung nicht zufrieden. Er warf Ewald Gabels Abteilung vor, nicht alle Möglichkeiten bei der Überprüfung der Angebote wahrgenommen zu haben, und verließ aus Protest die Sitzung.

    Stadtverwaltung und Bauamt werden nun mit dem Land und allen Beteiligten sprechen, wie die für das hoch verschuldete St. Goarshausen hohen Mehrkosten gestemmt werden können.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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