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    Lola Blaus Schicksal rührt an

    Eine begnadete Schauspielerin verzaubert derzeit die Bühne im Nassau-Sporkenburger Hof. Als „Lola Blau“ durchlebt Viola Kuch den Aufstieg und Niedergang einer Kabarettsängerin, die vor den Nazis fliehen muss.

    Eine begnadete Schauspielerin verzaubert derzeit die Bühne im Nassau-Sporkenburger Hof. Als „Lola Blau“ durchlebt Viola Kuch den Aufstieg und Niedergang einer Kabarettsängerin, die vor den Nazis fliehen muss.

    Lahnstein. „Heute Abend: Lola Blau“, ein Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler hat auf der Bühne des Nassau-Sporkenburger Hofs Premiere gefeiert. Der bekannte Wiener Kabarettist, Komponist, Autor und Chansonnier Georg Kreisler hat die Figur „Lola Blau“ erfunden und schildert deren berufliche Karriere und persönliches Schicksal vom Kriegsbeginn über ihre Flucht in die USA bis zur Rückkehr nach Wien, wo sie – wie viele andere Kollegen auch – auf Rollenangebote hofft.
    Viola Kuch spielt Lola Blau und zeigt deren Freude über das erste Engagement als Schauspielerin am Theater in Linz, das sich aber wegen des Kriegsbeginns mit deutschen Truppen in Österreich sofort wieder zerschlägt, verkörpert ihre Trauer und Verzweiflung über das ungeklärte Schicksal ihres jüdischen Freundes, durchlebt ihren Aufstieg zum Bühnenstar und ihren Abstieg zur Stripteasetänzerin. Die Spielszenen sind wirkungsvoll unterstrichen von historischen Film- und Tonaufzeichnungen, Szenen von Massenflucht, Kampfgeschehen an den Fronten, Parademärschen, Schiffssirenen während der Überfahrt, Menschenmassen in den Einwanderungsbüros in den USA und einigem mehr.
    Im Ablauf der geschichtlichen Ereignisse spielt Viola Kuch ihre Rolle so überzeugend, stets bekräftigt von Kreislers Liedern, dass sie anrührt. Das Publikum freut sich, leidet und fiebert mit ihr. Authentisch in Gestik, Mimik und Kostüm deckt sie das facettenreiche Innenleben ihrer Figur auf. Gesanglich, schauspielerisch und tänzerisch begeistert sie ihre Zuschauer.  
    Alexander Klein begleitet die Darstellerin im Halbdunkel auf der Bühne verborgen am Klavier. Dabei bilden das Spiel von Viola Kuch und die Lieder von Georg Kreisler eine Einheit auf der Bühne. Viola Kuch bringt Text und Melodie nicht einfach zu Gehör, sie macht vielmehr die Ironie und den Sarkasmus der Lieder sichtbar.
    Christoph Gottschalch hat bei seiner Regie ein feinfühliges Händchen bewiesen. Das dezente Bühnenbild von Rocco Hauff unterstreicht die Handlung, lenkt die Konzentration des Publikums vollständig auf die Darstellerin. Sabine Sandloff hat Michael Apels Originalchoreografie gekonnt auf der Lahnsteiner Bühne umgesetzt. Aber auch Licht und Ton stimmten auf den Punkt, dafür zeichneten Uwe Heidekind und Melanie Kintzinger verantwortlich, die hier ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. So wurde die Premiere von „Lola Blau“ ein grandioser Erfolg, ein gefeierter Start für die nächsten Aufführungen.⋌ Norbert Schmiedel

    M  Weitere Termine: 30. September., 1. und 2., Oktober, 20 Uhr; 3. Oktober, 18 Uhr; 7., 8., 9. Oktober, 20 Uhr; 10. Oktober, 18 Uhr. Karten gibt es unter Telefon 02621/610 645, Fax 02621/ 623 880.

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