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    Nassau/Rhein-LahnLahnfestival stellt sich für die Zukunft auf - Gemeinnützige GmbH geplant

    Das Lahnfestival "Gegen den Strom" soll organisatorisch neu aufgestellt werden. Vorgesehen ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH mit mehreren Gesellschaftern.

    Beim Lahnfestival finden auch außergewöhnliche Künstler ein Forum. Unser Bild zeigt die Gruppe Alpcologne bei ihrem Auftritt in Nassau im Sommer 2012.
    Beim Lahnfestival finden auch außergewöhnliche Künstler ein Forum. Unser Bild zeigt die Gruppe Alpcologne bei ihrem Auftritt in Nassau im Sommer 2012.
    Foto: Carlo Rosenkranz

    Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

    Damit will man das Kulturfestival mit Spielstätten von Lahnstein bis Diez und mitunter darüber hinaus "langfristig auf einer soliden Basis etablieren", heißt es in der Präambel des Entwurfs eines Gesellschaftsvertrags. Sitz der Gesellschaft soll Nassau sein.

    Den mit 50 Prozent größten Geschäftsanteil will die in Nassau ansässige "G. und I. Leifheit"-Stiftung übernehmen, die bereits seit drei Jahren zu den wichtigsten Geldgebern des Festivals gehört. Allein 2015 trug die Stiftung nach eigenen Angaben 45.000 Euro zum Budget bei. Die Stadt Nassau könnte mit einem Geschäftsanteil von 2500 Euro in die gGmbH einsteigen. Der Hauptausschuss hat eine Beteiligung am Dienstag bereits einstimmig befürwortet, am heutigen Donnerstag soll der Stadtrat entscheiden.

    Das von Diethelm Gresch ins Leben gerufene Lahnfestival gehört mit gut 40 Veranstaltungen pro Jahr in den Bereichen Musik, Film, Literatur, Philosophie und Religion zu den bedeutendsten kulturellen Angeboten der Region. Damit biete es auch jungen Menschen ein attraktives Umfeld und Familien einen Anreiz, sich auch abseits der Großstädte niederzulassen, heißt es im Vorwort zum Gesellschaftsvertrag. Zudem trage das Festival dazu bei, "das idyllische Lahntal in den Köpfen der Bevölkerung mit Kultur zu verbinden".

    Bislang war der Verein "Peregrini - Freunde mittelalterlichen Kloster- und Pilgerlebens" offiziell Träger des Festivals. Der Verein verantwortet unter anderem auch die Obernhofer Vollmondnächte und Mittelalter- und Adventsmärkte im Kloster Arnstein. Faktisch war Intendant Diethelm Gresch meist Einzelkämpfer, der beispielsweise um Zuschüsse und Sponsorengelder mit großem persönlichen Einsatz warb. Erst mit Beginn der Festivalsaison 2015 bekam er eine Assistentin zur Seite gestellt, die von der "G. und I. Leifheit"-Stiftung bezahlt wird.

    Die Gründung einer auch bei anderen Festivals üblichen gGmbH hat aus Sicht der daran Beteiligten für das Lahnfestival positive Auswirkungen. Diethelm Gresch soll laut Werner Stump, Generalsekretär der G. und I. Leifheit-Stiftung, "seine prägende Rolle behalten" und dürfte damit erster Geschäftsführer der künftigen Gesellschaft und weiterhin Intendant des Festivals sein. Gresch erwartet von der neuen Trägerschaft eine erhebliche Entlastung beim jährlichen Werben um finanzielle Unterstützung des Festivalbudgets.

    Stump nennt eine beschränkte Zahl von Gesellschaftern sowie der Ausschluss jeglicher Haftung nach Einzahlung des Stammkapitals als Vorteil einer gGmbH-Gründung. "Der Geschäftsführer wird durch eine Versicherung abgesichert", sagt er. Das sei wichtig, weil Festivals vom Zuspruch und Wetter her im Voraus schwer zu beurteilenden Schwankungen unterliegen. Außerdem gebe es im GmbH-Recht im Gegensatz zum Vereinsrecht umfangreiche Regelungen hinsichtlich der Rechte und Pflichten sowie Verantwortlichkeiten der Gesellschafter und Geschäftsführer, insbesondere auch Kontrollvorschriften.

    Gern würde der Generalsekretär der Stiftung auch den Rhein-Lahn-Kreis an der Gesellschaft beteiligen, denn Stiftung und Festival hätten die Region weit über Nassau hinaus im Blick. Auch Nassaus Stadtbürgermeister Armin Wenzel sähe den Kreis gern mit im Boot. "Das geht auf den ehemaligen Landrat Günter Kern zurück, der meinte, dass alle am Festival partizipierenden Gemeinden einen Beitrag leisten sollten", sagt Wenzel. Er will Anfang 2016 mit dem jetzigen Amtsinhaber Frank Puchtler über das Thema sprechen.

    • Weg vom Ehrenamt - Gresch sieht Festival auf festen Säulen: Die bislang ehrenamtliche Tätigkeit von Festivalgründer und Intendant Diethelm Gresch dürfte im Fall der Gründung einer gGmbH in die Verantwortlichkeit eines bezahlten Geschäftsführers übergehen. Diese Position wird wohl bis auf Weiteres Gresch selbst übernehmen. Die Rahmenbedingungen werden individuell ausgehandelt. Aber der Nocherner Theaterwissenschaftler denkt in die Zukunft. „Ich will das irgendwann einmal abgeben“, sagt er über „sein“ Festival. Wenn es mit einer gGmbH institutionalisiert sei, stehe es auf festen Säulen. Außerdem könne man für den Job des Geschäftsführers leichter einen Nachfolger finden als für den ehrenamtlichen Festivalleiter. 

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