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  • Klosterkirche in Arnstein soll bunter werden: Sanierung von 2017 bis 2025

    Seelbach. Es wird bunt in der Klosterkirche Arnstein. Die Farben Gelb, Blau, Rot und Rosa werden in ein paar Jahren für ein völlig anderes Bild sorgen. Im Rahmen der für die Jahre 2017 bis 2025 angesetzten Sanierung des Gotteshauses will das Bistum die Farbfassung wiederherstellen, wie sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bestanden haben soll.

    In der Klosterkirche erläutert Diözesankonservator Prof. Dr. Matthias Theodor Kloft, was bei der bevorstehenden Sanierung geplant ist. Rechts sowie im Gewölbe des Chors sind stellenweise Muster der künftigen, auf historischen Befunden basierenden Farbgebung zu erkennen. 
    In der Klosterkirche erläutert Diözesankonservator Prof. Dr. Matthias Theodor Kloft, was bei der bevorstehenden Sanierung geplant ist. Rechts sowie im Gewölbe des Chors sind stellenweise Muster der künftigen, auf historischen Befunden basierenden Farbgebung zu erkennen. 
    Foto: Carlo Rosenkranz

    Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

    Sie gilt unter den mit Arnstein befassten Experten als beispiellos in der Baugeschichte. Bevor es jedoch an die Innengestaltung geht, müssen massive Schäden im Mauerwerk und im Dachstuhl behoben werden. Die Kosten dafür betragen rund 12Millionen Euro. Details der Sanierung stellten das Bistum Limburg und das Land Rheinland-Pfalz am Donnerstag vor.

    Bis zu 13 Zentimeter breite Risse

    Seit 2013 haben Experten die Klosterkirche Arnstein St. Maria und Nikolaus akribisch untersucht, um festzustellen, wie groß der Sanierungsbedarf ist. Nun steht fest: Er ist sehr groß. Bis zu 13 Zentimeter breite Risse ziehen sich nahezu überall durch das Gewölbe der Klosterkirche, mit deren Bau 1140 begonnen worden war. Die Mauern haben sich um mehr als 25 Zentimeter verformt, berichtete der Statiker Reiner Lemke. Die auseinanderdriftenden Wände sollen daher mit zwei Verankerungen gesichert werden. Diese seien zwar sichtbar, zerstören die Originalsubstanz aber weniger als andere Lösungen, erläuterte Diözesanverwalter Prof. Matthias Kloft. Die um 1425 entstandene Vierung (Raum, der beim Zusammentreffen des Haupt- und Querschiffes entsteht) soll mit einer Ringverankerung stabilisiert werden.

    Auch im Dachstuhl der Klosterkirche besteht Handlungsbedarf. Feuchtigkeit, Schimmel, Pilze und ein Schädling namens gescheckter Nagekäfer haben den Balken, die zum Teil aus der Entstehungszeit im 12. Jahrhundert stammen, schwer zugesetzt.

    Bauliche Instandhaltung zahlt das Land

    Für die bauliche Instandsetzung kommt das Land Rheinland-Pfalz auf, weil dem Staat seit der Säkularisation 1803 das Patronatsrecht, aber auch die -pflicht obliegt. Die Mittel werden laut Kulturstaatssekretär Walter Schumacher in den Doppelhaushalt 2017/2018 eingestellt, sodass nach dessen Verabschiedung mit der Ausschreibung der Arbeiten begonnen werden könne. Die Gestaltung und Herrichtung des Innenraums sowie Ausstattung und Beleuchtung hingegen fallen in die Verantwortung des Bistums Limburg. Die Kosten dafür stehen noch nicht fest. Spätestens Anfang 2017 soll eine Kalkulation vorliegen. Die Sanierung soll in drei Bauabschnitten vorgenommen werden. "Was wir ererbt haben, ist etwas sehr Wertvolles, das wir künftigen Generationen weitergeben wollen", sagt Wolfgang Rösch, Ständiger Vertreter im Bistum. Die Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz steht voll und ganz hinter den geplanten Maßnahmen, wie Alexandra Fink von der Generaldirektion Kulturelles Erbe deutlich machte.

    Anziehungspunkt für Touristen

    Diözesankonservator Kloft zeigte sich überzeugt, dass die Arnsteiner Klosterkirche nach Abschluss der Arbeiten ein touristischer Anziehungspunkt werde. So sei es auch nach der jüngsten Sanierung des Limburger Doms gewesen. Roswitha Kaiser, rheinland-pfälzische Landeskonservatorin, versprach, man werde die Öffentlichkeit am Fortschritt der Sanierung teilhaben lassen. Dass das Interesse in der Region groß ist, bewiesen die etwa 80 Interessierten, die zur Informationsveranstaltung im gotischen Pilgersaal gekommen waren. Offen bleibt, was aus Kloster und Kirche wird, wenn die Arnsteiner Patres sich wie angekündigt zurückziehen. Superior Pater Benno Schmitz sagte: "Die Patres sind bis Ende 2018 verlässlich hier. Danach werden sie versuchen, so gut es geht zu unterstützen."

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