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  • Klassisches Eigentor: Wahlkämpfer nutzt Fahrzeug des Bauhofs

    Bad Ems. Wahlkampfzeiten sind für Politiker mitunter sehr stressig. Und nicht nur für sie, sondern auch für die Menschen, die die Arbeit im Hintergrund machen: Allen voran jene fleißige Helfer, die Hunderte Wahlplakate "ihrer" Kandidaten aufhängen, mitunter reisen sie dafür durch das gesamte Kreisgebiet. Einer dieser Helfer hat nun in Bad Ems ein klassisches Eigentor geschossen - und damit für mächtig Ärger in den sozialen Netzwerken gesorgt.

    Erwischt: Die Jungpolitker der JU machten Fotos von der Aktion.
    Erwischt: Die Jungpolitker der JU machten Fotos von der Aktion.

    Von unserem Redakteur Tobias Lui

    Rainer Fuchs ist so ein Ehrenamtler, der seit Wochen aktiv ist. Viele Stunden der Freizeit gehen dafür drauf - Stress neben dem eigentlichen Job, dem des Bad Emser Bauhofsleiters. Doch nun hat Fuchs, der auch Beigeordneter der Gemeinde Fachbach ist, ein klassisches Eigentor geschossen: Er hängte SPD-Plakate auf und nutzte dafür ein Fahrzeug des Bauhofs.

    Logisch, dass der politische Gegner dies nicht unkommentiert lässt. Und so bläst der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union (JU) Bad Ems/Nassau, Marcel Willig, zur Attacke und spricht von einem "absoluten Unding". Flavia Schadt, die JU-Vorsitzende, ergänzt: "Dieses Verhalten ist absolut unfair und zeigt kein gutes Demokratieverständnis."

    Die Jungpolitiker hatten das städtische Fahrzeug mit dem Emser-Kennzeichen auf der Bäderstraße in der Nähe von Fachbach erkannt - und wunderten sich über die unerlaubte Wahlkampfhilfe durch den Baubetriebshof. Zwar steht der Pritschenwagen Fuchs immer zur Verfügung, der Bauhofsleiter hat Bereitschaftsdienst. Aber eben nur für die Belange der Stadt, und nicht für jene der Partei. Entsprechend deutlich äußert sich die JU: "Wenn dieses Fahrzeug für das Aufhängen von SPD-Plakaten zweckentfremdet wurde, haben sich die Steuerzahler indirekt an der Plakatierungsaktion beteiligt", so Marcel Willig. Rainer Fuchs versucht sich gar nicht erst aus der Nummer rauszureden und entschuldigt sich, als er von unserer Zeitung auf den Vorfall angesprochen wird. "Dies war ein großer Fehler, der mir sehr leid tut", sagt der Emser Bauhofsleiter. Er habe kurzfristig ein größeres Fahrzeug gebraucht, um die nötige Leiter zu transportieren.

    "Da habe ich mir den Pritschenwagen kurzerhand ausgeliehen." In dem Moment sei ihm die Problematik überhaupt nicht bewusst gewesen, doch schon beim Anbringen der Plakate habe ihn das schlechte Gewissen ereilt - zumal die Aktion im Berufsverkehr kaum unbemerkt bleiben konnte.

    Auf eine Feststellung legt Rainer Fuchs allerdings wert: "Dies hat sich außerhalb der Dienstzeit abgespielt." Nichtsdestotrotz gibt er den Fehler unumwunden zu und kündigt an, die Stunden, in denen er sich das Fahrzeug für die Plakataktion ausgeliehen hatte, aus privater Tasche zu zahlen.

    Sein Chef, der Bad Emser Stadtbürgermeister Berny Abt, bekannt SPD-nah, akzeptiert die Entschuldigung seines Bauhofleiters, macht aber auch unmissverständlich deutlich, "dass so etwas überhaupt nicht geht und nicht noch einmal passieren darf". Worauf Abt aber auch hinweist: "Alle Parteien betonen immer wieder, wie wichtig ihnen das Ehrenamt ist. Jetzt hat ein Ehrenamtler einen Fehler gemacht und steht dafür gerade. Trotzdem wird er öffentlich in den sozialen Netzwerken geschlachtet. Ich kann jeden verstehen, der irgendwann mal die Schnauze voll hat und sagt: Das war's."

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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