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    Katastrophenschutz: Rhein-Lahn-Kreis arbeitet weiter an Sicherheitskonzept

    Rhein-Lahn. Fortlaufend arbeitet der Rhein-Lahn-Kreis an einem Brand- und Katastrophenschutzkonzept. Nachdem in den vergangenen Jahren eine Gefahrenmatrix erstellt und eine weitere Schnelleinsatzgruppe (SEG) aufgestellt worden war, geht es nun an die Detailarbeit mit allen Beteiligten und an die nötigen Anpassungen der Ausrüstung.

    An die Havarie des Schwefelsäuretankers „Waldhof“ bei der Loreley im Januar 2011 können sich noch viele erinnern. Doch ist dies nur eines von vielen möglichen Szenarien im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes, die im Rhein-Lahn-Kreis auftreten können. Archivfoto: dpa
    An die Havarie des Schwefelsäuretankers „Waldhof“ bei der Loreley im Januar 2011 können sich noch viele erinnern. Doch ist dies nur eines von vielen möglichen Szenarien im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes, die im Rhein-Lahn-Kreis auftreten können. Archiv
    Foto: dpa

    Für die allgemeine Gefahrenabwehr sind die Polizei (Land) und die Verbandsgemeinden (Feuerwehren) zuständig. Die Verantwortung für den Katastrophenschutz liegt beim Kreis. Landrat Frank Puchtler sieht die Priorität des Katastrophenschutzes in seinem Haus sehr hoch angesiedelt: „Es geht dabei nicht nur um das Wohl der Einwohner und ihrer Gäste. Sicherheit ist ein wichtiger Standortfaktor. Menschen müssen sich in ihrer Heimat sicher fühlen.“ Die Organisation des Sicherheitskonzepts sieht der Landrat beim zuständigen Referatsleiter Guido Erler, der auch Kreisfeuerwehrinspektor ist, in sehr guten Händen.

    Risikopotenzial ermittelt

    Mit der Gefahrenmatrix wurde das Risikopotenzial im Kreis ermittelt. Grundsätzlich beginnt für die Helfer ein Massenunfall bei einem Ereignis mit mehr als 30 Verletzten, die schnell gerettet und in Krankenhäuser gebracht werden müssen. Betrachtet man alle relevanten Objekte wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Alten- und Pflegeheime, Veranstaltungsstätten, Kirchen, Eisenbahnstrecken, Straßen sowie Beherbergungsbetriebe und Hochhäuser, gilt an Rhein und Lahn in der Regel maximal die zweithöchste Risikoklasse 3. Eines der wahrscheinlichsten Szenarien wäre etwa ein Busunfall mit 50 zum Teil lebensgefährlich verletzten Personen. Gebraucht würden in einem solchen Fall neben Kräften und Einsatzleitwagen der Feuerwehr und Polizei schon acht oder mehr Rettungs- und Krankentransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge, eine SEG-Einheit sowie Notfallseelsorger.

    Zeitweise höchste Risikoklasse

    Zeitweise tritt im Rhein-Lahn-Kreis aber auch die höchste Risikoklasse 4 ein, die nur mit überregionaler Hilfe zu bewerkstelligen ist: etwa bei einem Konzert mit mehr als 15.000 Besuchern auf der Loreley-Freilichtbühne oder bei „Rhein in Flammen“ an der Loreley. Denkbar sind auch Einsatzszenarien wie nach dem Kentern des Schwefelsäuretankers „Waldhof“ auf dem Rhein bei der Loreley im Januar 2011. Genau auf solche Fälle können sich die Einsatzkräfte im Rahmen des Sicherheitskonzeptes aber im Vorfeld gezielt vorbereiten. Ebenso auf bestimmte Hochwasserlagen am Rhein. Schwieriger wird es schon, Ereignisse wie die Starkregen im vergangenen Jahr abzuschätzen. Dazu gab es bereits einen ersten Workshoptag mit allen Beteiligten in St. Goarshausen.

    Mehr als 2,5 Millionen Euro in Ausrüstung investiert

    In Ausrüstung hat der Kreis von 2013 bis 2017 mehr als 2,5 Millionen Euro investiert. 675.000 Euro flossen an die SEG-Einheiten. Den Rettungswachen in Braubach und St. Goarshausen kommen 930.000 Euro zugute. In die Gefahrstoffzüge für Chemie, Strahlenschutz und Dekontamination flossen 800.000 Euro. Hinzu kommen weitere Anschaffungen wie Schaummittelreserven, Löschwasserrückhaltung oder Sandsackreserven und Füllanlagen für 130.000 Euro.

    Chemiewissen gesucht

    Das höchste Gut beim Katastrophenschutz sind für Puchtler und Erler die ehrenamtlichen Helfer, die ihre Zeit für Bereitschaften, Einsätze und regelmäßige Fortbildungen opfern. Ohne die rund 3200 freiwilligen Unterstützer wäre die Aufgabe nicht zu bewerkstelligen. Besonders schwierig ist es aufgrund der Demografie für die einzelnen Einheiten, den Nachwuchs zu gewährleisten. Eine Lücke hinterlässt derzeit der bisherige Fachberater für Gefahrstoffe, Dr. Christoph Deckert, der seinen Heimatort Nastätten aus persönlichen Gründen verlässt. Deshalb sucht der Kreis händeringend nach einem neuen Berater, um die Lücke an Chemiewissen zu füllen.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel
     
    • 3200 Ehrenamtler bei freiwilligen Feuerwehren, Rettungskräften und technischem Hilfswerk machen es überhaupt erst möglich, den Brand- und Katastrophenschutz im Rhein-Lahn-Kreis jederzeit und dauerhaft zu ermöglichen.

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