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  • Hendricks erkennt Investitionsstau am Rhein: Region hofft auf Unterstützung

    St. Goarshausen. Mit mehreren Ideen, wie das Herzstück des Welterbe Oberes Mittelrheintal touristisch aufgepeppt und der gesamte Mittelrhein für lärmgeplagte Bahnanlieger wieder lebenswerter werden kann, ist Bundesumweltministerin Barbara Hendricks von der Loreley nach Berlin zurückgereist.

    Foto: aj

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    In punkto Tourismusförderung kann die Ministerin noch keine konkreten Zusagen geben. Beim Thema Bahnlärm verspricht Hendricks jedoch, dass die Koalition an ihren Zielen festhält und bis 2020 alle Güterwaggons mit leiseren Bremsen ausgestattet sein müssen.

    Mit einem städtebaulichen Förderprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro spricht das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit konkret auch Unesco-Welterbestätten an. Derzeit läuft für das Gelände oberhalb des Loreleyfelsens ein mit 90 000 Euro dotierter Ideenwettbewerb. 28 Planungsbüros arbeiten derzeit aus, wie das Gelände rund um einen geplanten Hotelneubau touristisch aufgewertet und damit der Mythos Loreley erlebbar gemacht werden kann. Eine Jury wird im Dezember die Sieger ermitteln. Unter Federführung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord und deren Vizepräsidentin Begoña Hermann ist es gelungen, für die Entscheidung Fachleute, den Investor, lokale Kompetenz und Wächter über das Welterbe an einen Tisch zu holen.

    Unabhängig davon, wie das rund 52 Hektar große Plateau dann im Detail überplant wird, schätzt die SGD die Kosten auf knapp 7 Millionen Euro. Aufgrund der Finanznot der Verbandsgemeinde Loreley, die Träger des Projekts ist, könnte das Vorhaben mit bis zu 90 Prozent aus Berlin bezuschusst werden. Für das Infrastrukturministerium in Mainz hat die Loreley erste Priorität. Damit sich Barbara Hendricks (SPD) von der Notwendigkeit des Vorhabens überzeugen kann, hat sie ihr Parteifreund und rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz an den Mittelrhein eingeladen.

    "Baulicher Charme der 70er Jahre"

    Grundsätzlich hat die Bundesministerin, die bei ihrem Besuch "den baulichen Charme der 70er Jahre" verspürt und einen Investitionsstau erkennt, daran keinen Zweifel: "Die Gestaltung dieses Plateaus ist Voraussetzung, um die touristische Attraktivität zu erhalten", sagt Hendricks nach einem Rundgang um die Felsspitze, die jährlich rund drei Millionen Besucher aus aller Welt anlockt. Eine Zusage für den Zuschuss kann sie aber nicht geben. Eine Jury wählt aus 270 Bewerbungen aus.

    Konkrete Zusagen gibt Barbara Hendricks an der zweiten Station ihres Besuches an der Bahnlinie im Tal. Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn, spricht deutliche Worte: "Die Loreley ist nur optisch ein Genuss, akustisch erleben wir eine Katas-trophe." Den Vertretern der Bürgerinitiativen gegen Bahnlärm und Lokalpolitikern sichert Hendricks zu, dass der Koalitionsvertrag eingehalten wird und bis 2016 die Hälfte der Güterwaggons mit leisen Bremsen ausgestattet sein müssen. Andernfalls würden Nachtfahrverbote und Tempolimits eingeführt.

    Bahnlärmgegner hoffen auf leisere Bremsen

    Ebenso verspricht sie, dass bis 2020 alle Waggons umgerüstet sein müssen. Die Bahnlärmgegner hoffen, dass leisere Bremsen und bauliche Veränderungen den Lärm um die Hälfte (20 Dezibel) senken. Nur so sei möglich, auch wieder mehr Übernachtungsgäste anzulocken. Der Bundestagsabgeordnete Peter Bleser (CDU) fordert Lewentz in einer Pressemitteilung auf, sich für die Beteiligung des Landes an der Umsetzung der vom Beirat "Leiseres Mittelrheintal" erarbeiteten weiteren Lärmschutzmaßnahmen einzusetzen, die mit 80 Millionen Euro beziffert werden. Langfristig wollen die Bürgerinitiativen den Güterverkehr ganz aus dem Mittelrheintal verbannen. Binnen 24 Stunden, so Pusch, würden etwa 600 Züge durch das Tal rattern, davon rund 400 Güterzüge. Die Initiativen hoffen auf eine Ausweichstrecke wie den Westerwald-Taunus-Tunnel zwischen Wiesbaden und Troisdorf. Das Projekt ist für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet worden.

     

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