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    MittelrheinDritter Bürger-Workshop: Visionen zur Buga 2031 sollen Welterbe lange blühen lassen

    Das Rheinvorland muss an vielen Stellen an beiden Ufern auf dem 67 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Rüdesheim/Bingen und Koblenz entwickelt werden. Die Mobilität und der ÖPNV müssen flussübergreifend sowie zwischen Höhengemeinden und Tal optimiert werden. Nicht nur für Touristen braucht es eine bessere Aufenthaltsqualität, um die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern. Auch für einheimische Familien oder Senioren fehlt es an attraktiven Freizeitangeboten und modernen Wohnformen. Wenn sich nichts ändert, wird die Demografie ihr Übriges tun und viele Orte aussterben.

    Auf den ersten Blick könnten die umfangreichen Anforderungen an die langfristige strukturelle Entwicklung des Welterbes Oberes Mittelrheintal für die nächsten 40 Jahre entmutigen. Doch die mehr als 50 Teilnehmer des dritten Bürger-Workshops im Rahmen der Machbarkeitsstudie zur Buga 2031 gingen mit viel Schwung, diskussionsfreudig und lösungsorientiert an die Arbeit. Die Bürger und kommunalen Vertreter sind mittlerweile überzeugt, dass die Buga beiden Rheinseiten der strukturschwachen Region die Chance bietet, gemeinsame Ziele zu setzen, um das Tal lebendig und lebenswert zu gestalten.

    Kulturhauptstadt als Zwischenschritt


    Vielleicht war es auch ein Randimpuls der Koblenzer Stadträtin Birgit Hoernchen zu den Ausführungen des Kulturerbe-Experten Thomas Metz, der zusätzlich Mut machte, bevor die Arbeitsgruppen loslegten. Dass sich der Stadtrat jüngst einstimmig für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 ausgesprochen hat, führt sie auf den Erfolg der Buga 2011 zurück: „Wir wissen, dass wir allein schon mit der Vision etwas erreichen können. Und wir sehen das Projekt auch als Zwischenschritt auf dem Weg zur Buga 2031.“

    Ideen visualisiert

    Gemeinsam vorankommen: Entlang eines Rheinverlaufs am Boden haben sich die gut 50 Teilnehmer des Workshops aufgestellt. Im hinteren Bereich stehen die Einwohner der rechten, vorn die von der linken Rheinseite.
    Gemeinsam vorankommen: Entlang eines Rheinverlaufs am Boden haben sich die gut 50 Teilnehmer des Workshops aufgestellt. Im hinteren Bereich stehen die Einwohner der rechten, vorn die von der linken Rheinseite.
    Foto: Andreas Jöckel

    Für den Workshop hatten Clas Scheele vom Büro RMP und Christian Rast von der ift Tourismusberatung drei Themenfelder definiert, mit denen sich die Teilnehmer abwechselnd etwa 30 Minuten beschäftigten: Siedlungsentwicklung/Sanierung, touristische Infrastruktur und Projektbausteine. Die Gruppen arbeiteten an großen Tischen mit anschaulichen Karten und Luftbildern, um die Vorstellung und Ziele eindeutig zu verorten und zu visualisieren. Es wurden Symbole geklebt, Bilder gezeichnet und Bereiche beschriftet. Dabei kamen viele Projekte zur Sprache wie die Neugestaltung der Rheinufer, die in einigen Gemeinden bereits läuft oder vorbereitet wird. Konkrete Probleme wie ein Investitionsstau von 15 Millionen Euro auf der Burg Rheinfels in St. Goar wurden ebenso diskutiert wie noch nicht genutzte Inszenierung einstiger Wirtschaftsmotoren wie die Flößerei.

    Fazit zeigt erste Schwerpunkte

    In einem ersten Fazit erkannten die Leiter der Arbeitsgruppen schon einige Schwerpunkte. Im Bereich Siedlungsentwicklung waren dies neben den mangelhaften Verbindungen zwischen Höhen und Tal auch der Abriss nicht erhaltenswerter Gebäude oder neue Wohnformen mit Quartiersparkhäusern. Beim Tourismus war die Schaffung neuer Beherbergungsangebote und Übernachtungsmöglichkeiten in möglichst allen 50 Gastgeberorten ein zentrales Thema. Auch die Neuinterpretation der Strandbäder kam zur Sprache. Als ein zentraler Projektbaustein über das gesamte Tal wurden durchgehend gleichwertige Wanderrouten auf den Höhen und Radwege entlang des Rheins auf beiden Rheinseiten genannt. Das Planungsteam wird die Ergebnisse aller Workshops nun auswerten und deren Umsetzung in der Machbarkeitsstudie bei einer Abschlussveranstaltung im Oktober vorstellen.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Kommentar: Tolle Vorarbeit geleistet

    Andreas Jöckel über die Bürger-Workshops zur Buga 2031

    Vorerst kann es nur Lob für alle geben, die an den Bürger-Workshops für die Buga 2031 beteiligt waren. Das Planungsteam hatte mit einem ersten Ideenmarkt alle Wünsche gesammelt und daraus die Arbeitsprogramme für die nächsten beiden Treffen klar strukturiert. Im zweiten Schritt ging es um konkrete Veranstaltungen in den drei saisonalen Talabschnitten von Nord nach Süd beziehungsweise von Frühjahr bis Herbst. Abschließend ging es um die langfristige Regionalentwicklung, die das strukturschwache Welterbetal bis über 2050 hinaus am Leben erhalten soll.

    Nicht zuletzt den gekonnten Visualisierungen durch das Planungsteam mit Karten, Bildern und Symbolen war es zu verdanken, dass alle Teilnehmer intensiv diskutierten, dabei alle wichtigen Gedanken zu Papier gebracht wurden und sich die Bürger mit ihren Ideen auch im jeweils nächsten Arbeitsschritt wiederfanden.

    Nun liegt der Ball wieder beim Planungsteam. Nach ergänzenden Expertenrunden zu Themen wie Tourismus, Mobilität und Regionalentwicklung wird das Ergebnis im Oktober präsentiert. Der Machbarkeitsstudie kann man nur wünschen, dass die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen sowie die Kommunen das Vorhaben finanziell unterstützen und der Welterbe-Zweckverband im November grünes Licht für die Bewerbung gibt.

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