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  • Diskussion mit Burgenblogger: Buga 2031 sorgt für Aufbruchstimmung [mit Video]

    Mittelrhein. Wie viele Hoffnungen die Menschen im Welterbe Oberes Mittelrheintal in die Buga 2031 setzen, ist jetzt bei einer Podiumsdiskussion zur bereits im Mai vorgestellten Vorstudie deutlich geworden. Öffentliche und private Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich könnten die Infrastruktur der Region fit für die Zukunft machen und dem Tourismus als Einnahmequelle dauerhaft einen Schub verleihen.

    Von unseren Redakteuren Andreas Jöckel (Text) und Markus Eschenauer (Video)


    Mehr als 100 Besucher haben auf Einladung des Vereins Freunde der Buga 2031 die lebendige Diskussion in der Rheinfelshalle in St. Goar verfolgt. Moderiert von Burgenblogger Moritz Meyer, der 2031 seinen 50. Geburtstag feiern wird: "An dieses persönliche Ereignis verschwende ich jetzt noch keinen Gedanken. Aber ist es für die Region wichtig, sich jetzt schon auf das noch ferne Großereignis vorzubereiten?" Eine Frage, die Frank Puchtler - derzeit in Personalunion Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Vorsteher des Welterbe-Zweckverbandes und Vorsitzender der Buga-Freunde - mit einem klaren Ja beantwortet: "Wir werden diese Zeit brauchen, um alle Aufgaben in einer Region dieser Größenordnung schrittweise abzuarbeiten, und uns am Ende noch vielleicht wundern, wie knapp das bemessen war." Eine Einschätzung, die Rainer Zeimentz - als Chef der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz derzeit in der Rolle des Kümmerers - teilt. Denn die Veranstaltung hat gute Chancen auf hohe Besucherzahlen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge um 1964 in Rente gehen werden, aber die Region muss ihre Attraktivität noch steigern.

    Wassertaxis, Skywalks und unterirdische Glasröhren?

    Rainer Zeimentz (links) von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit Zweckverbandsvorsteher und Landrat Frank Puchtler bei der Diskussion über die Buga 2031 in St. Goar. Foto: Andreas Jöckel
    Rainer Zeimentz (links) von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit Zweckverbandsvorsteher und Landrat Frank Puchtler bei der Diskussion über die Buga 2031 in St. Goar.
    Foto: Andreas Jöckel

    Welcher Wandel in den kommenden 15 Jahren vollzogen werden könnte, um den Alltag für Einheimische lebenswerter und den Besuch für Touristen attraktiver zu machen, skizzierte Landschaftsarchitekt Clas Scheele von der Firma RMP Lentzen bei seiner Präsentation der Vorstudie. Für die Großveranstaltung könnte demnach der rund 67 Kilometer lange Abschnitt des Rheintals in drei saisonale Schwerpunktbereiche unterteilt werden: der nördliche Abschnitt von Koblenz/Lahnstein bis Boppard/Filsen zur Blüte der Mittelrheinkirsche im Frühjahr, der zentrale Teil inklusive der Loreley bis Oberwesel im Sommer und der südliche Teil bis Bingen/Rüdesheim zur Weinlese im Herbst. Das Rückgrat für die verkehrstechnische Erschließung müssten bis dahin neben den Bahnlinien nicht nur die A 61 und die Bäderstraße (B 260), sondern auch der Rhein selbst bilden. Denkbar wären zu beiden Uferseiten pendelnde Wassertaxis. Mobil könnten bei der dezentralen Buga zum Teil auch die Veranstaltungen und Ausstellungsräume sein: etwa eine Hallenschau in einem Containerschiff, ein Bühnenschiff oder sogar ein Badeschiff. Auch Visionen von Skywalks über den Rhein oder begehbare Glasröhren unter dem Fluss hindurch stehen zur Debatte. Daraus müssten bis 2031 sowohl traditionell als auch über mobile Endgeräte vermarktbare touristische Servicepakete inklusive Ticketing oder E-Bike-Buchungen entwickelt werden.

    Wie viel Geld muss in die Hand genommen werden?

    Wie viel Geld dafür in die Hand genommen werden muss, soll im nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie klären. Diese wird die Versammlung des Zweckverbandes voraussichtlich im Oktober als offizielle Bewerbung in Auftrag geben. Im Falle eines Zuschlags wären ab 2018 dann die Profis einer zu gründenden Durchfühungs-GmbH gefragt. Die GmbH wird mit einem Budget aus Mitteln der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen, der beteiligten Kommunen sowie den zu erwartenden Einnahmen kalkulieren müssen. Die Initiatoren setzen außerdem auf den Trend, dass zu jedem öffentlich investierten Euro bei einer Buga etwa fünf privat investierte Euro dazu kommen.

    Kirchturmdenken im Weg?

    Inwieweit ausgeprägtes Kirchturmdenken die Entwicklung behindern könnte, wollte der Burgenblogger wissen. Frank Puchtler geht davon aus, dass sich das "Wir-Gefühl" im Tal noch ausreichend verstärken wird. Für Rainer Zeimentz zeichnet sich schon jetzt ab, dass vielen Menschen deutlich wird, welch ein hervorragendes Instrument die Buga ist, um die gemeinsamen Probleme wie Bahnlärm oder fehlende Mittelrheinbrücke anzupacken. Tosenden Applaus gab es für ein Plädoyer des Kauber Bürgermeisters Karl-Heinz Lachmann an das Selbstbewusstsein der Mittelrheiner: "Wir tun doch schon viel. Der Ausbau des Loreley-Plateaus ist nur ein Beispiel." Mit einem agilen Zweckverband und vielen engagierten Menschen sei das Welterbe als Attraktion auf einem guten Weg. "Die Buga ist nur on Top." Die Aufbruchstimmung im Tal hat also anscheinend schon begonnen.

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