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    MittelrheinBuga-Arbeitsprogramm: Kreative Ideen sollen Tal, Hänge und Höhen aufpeppen

    Viel Arbeit steht in den kommenden neun Monaten noch bevor, bis die Machbarkeitsstudie einschließlich Finanzierung der Buga 2031 steht und sich vielleicht der Wunsch Zweckverbandsvorstehers Frank Puchtler im Welterbe erfüllt: „Alle 50 Kommunen müssen sich gemeinsam als Gastgeber fühlen.“

    Touristisches Potenzial gibt es im Welterbe Oberes Mittelrheintal genug. Die Buga 2031 soll der Region den nötigen Schub verleihen, um dies auch auszuschöpfen und das internationale Image zu steigern. Foto: Andreas Jöckel
    Touristisches Potenzial gibt es im Welterbe Oberes Mittelrheintal genug. Die Buga 2031 soll der Region den nötigen Schub verleihen, um dies auch auszuschöpfen und das internationale Image zu steigern.
    Foto: Andreas Jöckel

    Mit der Studie beauftragt ist eine Bietergemeinschaft um das Landschaftsarchitekturbüro RMP Lenzen. Im Zweckverband stellten Clas Scheele von RMP und Christian Rast von der ift Freizeit- und Tourismusberatung das Arbeitspapier mit den wichtigsten Schritten bis zur geplanten Präsentation der Studie am 28. November vor.

    Dabei gilt es, rund 60 wichtige Fragen zu beantworten. Über die Fülle der Hausaufgaben können sich RMP und Co. nicht beschweren, denn diese haben sie sich im Zuge der Buga-Vorstudie, die im Mai vergangenen Jahres vorgestellt wurde, quasi selbst gegeben. Doch sie wollen die Hausaufgaben keinesfalls allein bewerkstelligen. Neben einer Lenkungsgruppe mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, der DBG und dem Welterbe-Zweckverband sowie Expertengesprächen soll es auch eine umfangreiche Bürgerbeteiligung geben. Aus den klassischen Bürgerworkshops heraus könnte außerdem ein ständiger Beirat mit Multiplikatoren aus unterschiedlichen Interessengruppen (Privatleute, Winzer, Unternehmer, Senioren, junge Menschen) gegründet werden, der sich quartalsmäßig mit der Lenkungsgruppe austauscht.

    Die erste Arbeitsphase in den kommenden Wochen wird sich zunächst noch mit einigen Analysen zur aktuellen Situation beschäftigen, die Ende März bis zum Sommerbeginn in Diagnose und Planung übergehen soll, und schließlich in den Themenbereichen Organisation und Finanzierung münden wird. In einem Raum- und Strukturkonzept wird herausgearbeitet, welche Projekte die höchste Priorität haben. Vor allem öffentliche Investitionen in Leuchtturmprojekte mit einem hohen Identifikationsgrad aller Beteiligten in der Region können private Nachfolgeinvestitionen auslösen.

    Zur Beteiligung der Bürger soll es am Samstag, 22. April, einen ersten Ideenmarkt geben. Die sich daraus ergebenden Vorschläge sollen am Samstag, 13. Mai, weiter erörtert und am Samstag, 20. Mai, abschließend besprochen werden.

    Beim Ausstellungskonzept für die Publikumsangebote zur Buga 2031 sind neben zeitgenössischen gärtnerischen Themen auch regionale Themen gefragt. Denkbar wären Informationen zu Kultur und Landschaft, Märkte mit regionalen Produkten oder Ausstellungen und Veranstaltungen rund um die Themen Wandern, Radfahren, Wein und Genuss. Dabei muss der Spagat zwischen Präsentation der gesamten Gebietskulisse und Vermeidung eines Überangebots gemeistert werden. Regionale Großveranstaltungen wie Rhein in Flammen oder Tal total könnten in das Angebot eingebunden werden.

    Die schwimmende Gartenschau, die den Rhein als Alleinstellungsmerkmal in Szene setzen kann, soll an möglichst vielen Orten präsent sein. Gerade bei der Finanzierung von Schiffen für Ausstellungen, Wohnen auf dem Wasser, Gastronomie, Besuchertransporte oder sogar eines Badeschiffs wird entscheidend sein, ob diese nur temporär zur Buga eingesetzt werden oder dauerhaft einen Mehrwert für das ganze Tal darstellen. Beim Thema Kulturerbe und Stadtentwicklung ist unbestritten, dass der zentrale Punkt um den Loreley-Felsen und das gegenüberliegende Maria Ruh sowie die im Tal liegenden Ortskerne von St. Goarshausen und St. Goar unabdingbar mit der touristischen und damit auch wirtschaftlichen Entwicklung der Gebietskulisse verbunden sind. Obwohl bereits eine Aufwertung des Loreley-Plateaus erfolgt, wird es notwendig sein, das Konglomerat aus Tal- und Höhenstrukturen aufzuwerten. Diese Vernetzung der Teilräume Rhein, Tal, Talhang und Höhenlage ist ein zentrales Vorhaben unter der Leitidee „Welterbe erleben“. Eine Aufwertung der Weinbaukulturlandschaft, die gebietsweise nach Aufgabe der Bewirtschaftung durch Verbuschung geprägt ist, könnte durch Anreize für Weinbau in nicht kommerzieller Form erfolgen. Denkbar sind neben der Schaffung vertikaler Verbindungen auch neue horizontale Verbindungen zwischen den Rheinseiten wie Fähren, „Rhein-Vaporettos“ (Wasserbusse), Fußgängertunnels oder sogar Seilbahnen oder Hängeseilbrücken. Beim Mobilitätsmanagement wird es darum gehen, den Individualverkehr im Buga-Jahr aus dem Tal herauszuhalten. Stattdessen müssten Elemente eines modernen ÖPNV (Park & Ride, Bahn, Wassertaxis, E-Bikes) ineinandergreifen.

    Die Entwicklungen beim Thema Ticketing und Service sind derzeit noch nicht abzusehen. Voraussichtlich dürfte das klassische Tagesticket aber von variablen Bausteinen, die elektronisch mit mobilen Endgeräten buchbar sind, abgelöst werden. Bei der Refinanzierung der Investitionen durch Ticketverkäufe, Kooperationen mit Hotellerie und Gastronomie sowie Sponsoring ist Kreativität gefragt. Denn beim Investitionsvolumen für eine Buga am Oberen Mittelrhein gehen die Planer in einer ersten Schätzung von einem Rahmen zwischen 150 und 200 Millionen Euro aus. Den Berechnungen liegen Erfahrungen aus bisherigen Schauen sowie eine moderate Inflationsrate zugrunde. Beim Blick auf mögliche Trägerstrukturen mit den Bundesländern und Kommunen könnte dem Welterbe-Zweckverband eine führende Rolle zukommen, da er ohnehin bereits mit der Entwicklung der Region betraut ist und die Funktion einer Dachorganisation aller Beteiligten erfüllt. Die Satzung erlaubt zudem die Beteiligung an anderen Gesellschaften. aj

    Weitere Infos zum aktuellen Stand gibt es auch unter  www.buga2031.blog

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