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  • Optimale Verhältnisse für Smaragdeidechsen geschaffen

    Kamp-Bornhofen. Die klimatischen Bedingungen im Mittelrheintal und ganz besonders auf der Höhe von Kamp-Bornhofen sind in diesen nördlichen Breitengraden einmalig. Und genauso einmalig ist auch die Artenvielfalt - viele Tiere sind sonst nur im Mittelmeerraum zu finden. Doch welche äußeren Bedingungen brauchen die Tiere, um sich hier wohlzufühlen?

    Viele seltene Pflanzen- und Tierarten, die sonst vor allem im Mittelmeerraum vorkommen, fühlen sich auch an diesem südexponierten Hang oberhalb von Kamp-Bornhofen sehr wohl. Damit das so bleibt, wird die Fläche derzeit entbuscht.
    Viele seltene Pflanzen- und Tierarten, die sonst vor allem im Mittelmeerraum vorkommen, fühlen sich auch an diesem südexponierten Hang oberhalb von Kamp-Bornhofen sehr wohl. Damit das so bleibt, wird die Fläche derzeit entbuscht.
    Foto: Mira Müller

    Von unserer Reporterin Mira Müller

    Der Westlichen Smaragdeidechse, die dem Maskottchen des Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal als Vorlage dient, wird mit der Entbuschung des Hangs oberhalb des Friedhofs von Kamp-Bornhofen wieder ein optimales Zuhause geschaffen. Denn diese Wärme liebenden Tiere bevorzugen südexponierte Hänge und lieben das Mikroklima rund um die Trockenmauern, das jedoch nur entstehen kann, wenn auch ausreichend Sonne bis auf die Hänge und Mauern durchdringt.

    Mit relativ geringen Niederschlagsmengen und einer Durchschnittstemperatur von 9 Grad zählen die Hänge bei Kamp-Bornhofen zu den trockensten und wärmsten Regionen Deutschlands. Schon vor mehr als 1000 Jahren wurde auf Teilen des Hanges Wein angebaut. Um die Jahrhundertwende wich der Wein- dem Obstanbau, noch heute erinnern die Obstbaumreihen an diese Zeit. Doch Mitte der 60er-Jahre wurde auch diese Art der Bewirtschaftung mehr und mehr aufgegeben - die von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft verbuschte.

    Bereits lange vor der Anerkennung als Unesco Weltkulturerbe haben Enthusiasten Anfang der 90er-Jahre in Kamp-Bornhofen begonnen, ihre Kulturlandschaft wieder zu pflegen. Doch ist man bei der Pflege der Hänge nicht ständig hinterher, verbuschen sie innerhalb kürzester Zeit wieder. "Aus diesem Grund steht nun zurzeit eine Initialpflege an", sagt der Kulturlandschaftspfleger Sven von Grapow. Nicht nur die Westliche Smaragdeidechse, die in den nun wieder freigelegten Trockenmauern optimale Lebensbedingungen vorfinden, profitiert von dieser Maßnahme, auch viele andere Tiere wie Falter und Heuschrecken. Aber auch Bussarde können sich hier nun wieder auf die Jagd nach Mäusen machen. "Das sind einzigartige Ökosysteme", ist Innenminister Roger Lewentz, einstiger Ortsbürgermeister Kamp-Bornhofens, von dieser Maßnahme begeistert. Das Gebiet ist vor allem nach Süden und Südwesten exponiert. Die Sonneneinstrahlung in einem günstigen Winkel schafft die Voraussetzungen für die Tier- und Pflanzenarten, die sonst vor allem im Mittelmeerraum vorkommen und die sich schon vor langer Zeit hier angesiedelt haben. "Im Rahmen der Biotoppflege wird dieses Artenschutzprojekt umgesetzt", sagt Peter Sound, Umweltreferent bei der SPD-Landtagsfraktion. Auch den Stellenwert der Trockenmauern hob er hervor. Abgesehen von der Langlebigkeit der Bauwerke, die die Mittelrhein-Landschaft prägen - manch eine hat mehr als 100 Jahre auf dem Buckel -, bieten sie optimale Lebensbedingungen für viele Eidechsenarten.

    Oberhalb der nun entbuschten Fläche führt ein Naturlehrpfad, der über die Besonderheiten der Flora und Fauna informiert, nach Filsen. "Die Aussicht vom Naturlehrpfad ist nun für die Wanderer wieder frei", hebt Ortsbürgermeister Frank Kalkofen hervor. Diese Maßnahme ist nur eine von vielen dieser Art, die im gesamten Weltkulturerbe stattfinden. Für Nachhaltigkeit wird im Frühjahr eine rund 400-köpfige Ziegenherde sorgen, die durch das Mittelrheintal getrieben wird, um dem Wuchs der Büsche Einhalt zu gebieten.

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