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  • Diskussion: Viele Parteien plädieren für Mittelrheinbrücke

    Nastätten/Mittelrhein. Wie groß das Interesse am Thema Mittelrheinbrücke ist, machte erneut eine Podiumsdiskussion deutlich, zu der die Bürgerinitiative (BI) Pro Brücke eingeladen hatte.

    Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

    Moderator Thomas J. Scheid (links) und das Publikum befragten die Landtagskandidaten zum Thema Mittelrheinbrücke (von links): Lennart Siefert (FW), Monika Becker (FDP), Dennis Maxeiner (CDU), Uwe Junge (AfD), Leo Neydek (Grüne) und Roger Lewentz (SPD). 
    Moderator Thomas J. Scheid (links) und das Publikum befragten die Landtagskandidaten zum Thema Mittelrheinbrücke (von links): Lennart Siefert (FW), Monika Becker (FDP), Dennis Maxeiner (CDU), Uwe Junge (AfD), Leo Neydek (Grüne) und Roger Lewentz (SPD). 
    Foto: Andreas Jöckel

    Fast 200 Zuhörer waren nach Nastätten gekommen. Die Bestuhlung des Bürgerhauses reichte nicht aus, einige Gäste mussten stehen. Am Applaus wurde deutlich, dass die eindeutige Mehrheit für das Projekt plädierte, wenn auch die Diskussion vor allem von den kritischen Nachfragen der Minderheit aus Brückengegnern lebte.

    Vor fünf Jahren wähnte sich die BI Pro Brücke schon auf der Zielgeraden: Die Unesco hatte bei ihrer Vollversammlung 2010 in Brasilia entschieden, dass die geplante Querung zwischen St. Goarshausen-Wellmich und St. Goar-Fellen welterbeverträglich ist, wenn diese entsprechend der Vorplanungen in die Landschaft eingepasst wird. Doch im rot-grünen Koalitionsvertrag blieb das Projekt für eine Legislaturperiode außen vor. Grund genug für die BI, vor der Landtagswahl bei den Kandidaten der Parteien, die eine Chance auf den Einzug ins Parlament haben, noch einmal nachzufragen, wie es von 2016 bis 2021 mit dem Projekt weitergehen soll, dessen Kosten noch genau abzuschätzen sind, aber derzeit mit rund 60 Millionen Euro beziffert werden. Dass Nastätten als Veranstaltungsort gewählt wurde, sollte demonstrieren, dass es bei der Forderung um die ganze Region geht, nicht nur um das Interesse einzelner Rheingemeinden. Die Teilnehmer auf dem Podium gaben ihr Bestes.

    Roger Lewentz (SPD): Der Innenminister hält "diese Brücke für extrem notwendig". In den Koalitionsvereinbarungen 2011 sei das Projekt fünf Jahre zurückgestellt worden, weil vier große Infrastrukturprojekte wie der Hochmoselübergang vorgezogen wurden. "Die Mittelrheinbrücke als nun fünftes Projekt für die nächste Legislaturperiode ist finanzierbar und umsetzbar. So sieht es auch unser Regierungsprogramm vor." Schätzungen zufolge würden etwa 7000 Fahrzeuge pro Tag die Brücke nutzen. Die Mehrbelastung für die Regionen auf beiden Rheinseiten werde sich also in Grenzen halten.

    Dennis Maxeiner (CDU): "Ich bin genau wegen dieses Themas in die Politik gegangen, weil ich absoluter Verfechter dieser Brücke bin." Deshalb freut sich der Direktkandidat der Union im Wahlkreis 8, "dass sich auch unsere Spitzenkandidatin Julia Klöckner eindeutig dazu bekannt hat und das Projekt in das Regierungsprogramm der CDU aufgenommen wurde". Die Ankündigung der vier Fährbetreiber im Oberen Mittelrheintal, den Betrieb einzustellen, sobald eine Brücke steht, bezeichnet Maxeiner als "einen reinen Erpressungsversuch gegenüber einer ganzen Region" und stellt fest: "Fähren können Wirtschaftsregionen nicht verbinden."

    Leo Neydek (Grüne) blieb zunächst standfest als einziger Vertreter der Brückengegner auf dem Podium: "Wir sind der Auffassung, dass der Bau einer Mittelrheinbrücke zu viele Infrastrukturmittel binden würde." Den Grünen gehe es darum, die bestehenden Fährverbindungen zu stärken. Denn der Bau einer Brücke würde bedeuten, dass die meisten Fähren entweder gar nicht mehr fahren oder ihre Betriebszeiten einschränken. Auf bohrende Nachfragen, ob die Grünen auch als Juniorpartner einer Regierungskoalition eine Mittelrheinbrücke auf jeden Fall verhindern werden, antwortete Neydek jedoch nicht mit einem eindeutigen Ja, sondern betonte, dass die Grünen nicht bereit seien, dafür entscheidende Einsparungen an anderer Stelle hinzunehmen.

    Monika Becker (FDP): "Seit 50 Jahren kämpfen die Menschen im Mittelrheintal für eine Brücke." Mit welcher Intensität sehe man an der Resonanz auf die Veranstaltungen der BI. Auch die Unternehmer in der Region forderten diese, was die IHK mit einer Videokampagne im Internet noch einmal deutlich gemacht habe. Laut einer IHK-Umfrage seien 77 Prozent der Unternehmen zwischen Lahnstein und Kaub dafür: "Nur mit einer Brücke wird aus zwei Standorten ein gemeinsamer Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsbereich."

    Lennart Siefert (Freie Wähler): "Wir sind absolut für den Bau der Brücke und haben dies auch als ein ganz klares Bekenntnis mit hoher Priorität im Wahlprogramm dokumentiert."

    Uwe Junge (AfD): Das Obere Mittelrheintal sei eine der schönsten Regionen der Welt. Es drohe trotz des Welterbetitels zu vergreisen und wirtschaftlich zu veröden. "Wir werden den Bau der Brücke auch als Opposition unterstützen."

    Moderator Thomas J. Scheid aus Lahnstein hatte sich glänzend auf den Abend vorbereitet und sorgte für eine faire und sachliche Diskussion. Doch die meisten Fragen, die er vorbereitet hatte, musste er nicht stellen, denn er räumte dem Publikum Priorität ein. Und die Gäste löcherten die Podiumsteilnehmer. Darunter litt aber etwas die Ausgewogenheit. Denn die weitaus meisten Fragen richtete das Publikum an Lewentz, Neydek und Maxeiner.

    Außer Leo Neydek waren sich jedoch alle Podiumsteilnehmer in einigen Punkten einig: 1. Ja zur Brücke. 2. Fähren wird es auch trotz Brücke noch geben. 3. Auch die Verkehrsinfrastruktur von und zur Brücke muss verbessert werden, vor allem linksrheinisch in Richtung A61.

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