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  • Umweltministerium: Ziegen entbuschen ehemalige Weinberge

    Einst prägte der Obstanbau das Mittelrheintal. Ob Weinberge oder Obstbaumplantagen, die Hänge entlang des Rheins wurden von den Menschen wirtschaftlich genutzt und für diese Zwecke terrassiert. Aus der einstigen Naturlandschaft entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg eine durch Trockenmauern geformte, mosaikartige Kulturlandschaft. Das Mikroklima entlang der Hänge veränderte sich – die Schieferböden konnten die Hitze der Sonne gut speichern, Nischen und Ritzen boten seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause.

    Wer genau hinschaut, erkennt die weißen Punkte im unwegsamen Steilhang: Unterhalb der Burg Sterrenberg in Kamp-Bornhofen gehen die Ziegen ihrer Arbeit nach.
    Wer genau hinschaut, erkennt die weißen Punkte im unwegsamen Steilhang: Unterhalb der Burg Sterrenberg in Kamp-Bornhofen gehen die Ziegen ihrer Arbeit nach.
    Foto: Mira Müller

    Doch seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts findet eine stetige Veränderung der Landschaft statt. Allein seit 1979 hat sich die Rebfläche im Mittelrheintal mehr als halbiert, viele einst bewirtschaftete Hänge fielen brach, und die Natur eroberte sich das Gelände zurück. Innerhalb weniger Jahre verbuschten die Hänge und Bäume wachsen wieder – die Artenvielfalt ist bedroht. Aus diesem Grund wurde 2003 ein Projekt zur halbwilden Beweidung mit einer Burenziegenherde und Exmoor-Ponys von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz ins Leben gerufen. Bis 2012 wurden sie zwischen Kamp-Bornhofen, Kestert und Lykershausen in einem rund 60 Hektar großen, eingezäunten Bereich gehalten, um die Landschaft wieder freizustellen. Heute stehen die Exmoor-Ponys in Oberdiebach im Bischofshub, wo sie auf 30 Hektar naturnah leben. In Kamp-Bornhofen unterhalb der Feindlichen Brüder, aber auch in Oberwesel, in Hirzenach, an der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz, in Bacharach und Oberdiebach sind Ziegen privater Halter im Einsatz, teilt Umweltministerium mit.

    Der Vorteil beim Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege ist, dass die Tiere in Gebiete vordringen können, die für Menschen quasi unerreichbar sind. Ist es auch noch so steil, mit nur wenigen Sprüngen erklimmen Ziegen unwegsame Felsen, fressen dort frische Triebe und knabbern die Rinde der Bäume ab, was dazu führt, dass sie absterben.

    „Das Gelände hat sich bereits sehr positiv entwickelt“, berichtet Stefanie Lotz vom Umweltministerium über das Projekt rund um die Feindlichen Brüder. „Vergleiche von Fotografien und Luftbildern zeigen deutlich, dass das Gelände wesentlich offener ist als zu Beginn des Projekts. Schätzungen gehen von 10 bis 20 Hektar freigestellter Fläche aus.“ Mira Müller

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