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    WissenZwölfte Westerwälder Literaturtage eröffnet

    Vor der Kulisse eines großen Publikums im Kulturwerk Wissen eröffnete Maria Bastian-Erll die 12. Westerwälder Literaturtage im Landkreis Altenkirchen. „Ein solches Publikum wünscht man sich öfters" meinte die Vorsitzende der VHS und blickte dabei auf Hanns-Josef Ortheil, der diese Kultursommerreihe im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben hatte, sodass dieser große Publikumserfolg nicht zuletzt auch sein Verdienst ist.Unter dem Motto „Eurovisionen" werden bis in den November hinein mehr als fünfzehn Autoren aus ihren Werken lesen und Gedanken über Europa vortragen.

    Wissen - Vor der Kulisse eines großen Publikums im Kulturwerk Wissen eröffnete Maria Bastian-Erll die 12. Westerwälder Literaturtage im Landkreis Altenkirchen. „Ein solches Publikum wünscht man sich öfters" meinte die Vorsitzende der VHS und blickte dabei auf Hanns-Josef Ortheil, der diese Kultursommerreihe im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben hatte, sodass dieser große Publikumserfolg nicht zuletzt auch sein Verdienst ist.Unter dem Motto „Eurovisionen" werden bis in den November hinein mehr als fünfzehn Autoren aus ihren Werken lesen und Gedanken über Europa vortragen.

    Die Orte der Handlung sind über den ganzen Kreis Altenkirchen verteilt, vom Kino Wied Scala in Neitersen, über das Kulturhaus in Hamm bis in einen Stollen der Grube Bindweide und in das „Alte Gefängnis in Wissen". Nicht zu vergessen das Schönsteiner Schloss und der Garten im Frankenthal. Hanns-Josef Ortheil begann seine Lesung mit einem Abschnitt in dem Benjamin Merz, der Protagonist des autobiografischen Romans „Das Kind, das nicht fragte" in Catania landet. Merz ist Ethnologe und erkundet die Lebensgewohnheit der Sizilianer in einem kleinen fiktiven Ort Mandlica. Das schöne bei Ortheil ist, dass er sich beim Lesen seiner Werke sozusagen selbst übertrifft, er liest in einer erzählenden Art, der man mit Faszination folgt und die man beim Selberlesen nie erreicht. So auch von der Bühne des Kulturwerkes, wo Ortheil in die Kunst des Fragens einführte. Benjamin, der fiktiv vier ältere Brüder hat, kommt als Kind nicht zu Worte im wortwörtlichen Sinne. Erst das Gespräch in einem Beichtstuhl mit Fragen und Antworten bringt die Sprache ins Rollen. So richtig in Fluss kommt das Sprechen dann in dem kleinen sizilianischen Dorf, dessen Bewohner scheinbar morgens sprechend erwachen, das Gespräch auf die Straße tragen, „ohne sich zu widersprechen, wie es in nördlichen Ländern oft üblich ist". Wunderbar die humoristischen Einsprengsel, mit denen Ortheil seine Lesung würzte. Sizilien wird zur Insel der Dolci, nach den vielen variationsreichen Süßigkeiten, die man dort (aus arabischen Erbe) erzeugt, und mancher der Besucher hätte sich eine Pause gewünscht. Nicht um Ortheils Lesung zu unterbrechen, sondern um einige der Dolci zu probieren, die vom Kulturwerkteam an einem Tisch in der Werkshalle angeboten wurden. Das wurde dann nach der Buchlesung nachgeholt. Ein Gespräch zwischen dem Bürgermeister der Gemeinde Mandlica und dem Ethnologen nahm dann europäische Dimensionen an und den Protagonisten des Romans packte der Größenwahn, wobei die Zukunftsvisionen des Bürgermeisters mit denen des Ethnologen ineinanderflossen. Der großzügig gespendete Applaus im Wissener Kulturwerk ließ Ortheil noch eine Schlusspassage hinzufügen, bei der dann in leisen Schritten die Liebe ins Spiel kam. Der Ethnologe, der sich auch bei einem guten Essen laufend wissenschaftliche Notizen macht, wird vom Wirt für einen Restaurantkritiker gehalten und die stillere der beiden bayrischen Schwestern, bei denen Benjamin Quartier gefunden hat, greift vermittelnd ein, wobei die Liebe erwacht. Ein Tisch, der sich unter den zahlreichen Büchern Ortheils förmlich bog, diente dann auch zum signieren der Exemplare, die viele vor Ort erworben oder von Zuhause mitgebracht hatten. Die Wartezeit bis zum begehrten Autogramm Ortheils überbrückten die begeisterten Zuhörer sizilianische Erinnerungen aus. Manfred Kögler

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