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  • Winterversammlung: Landwirte beklagen eine Zunahme an Bürokratie

    Friesenhagen. Die Landwirte im Kreis Altenkirchen verbringen inzwischen genauso viel Zeit im Büro wie im Stall und auf dem Feld. Die Agrarreform 2015 hat demnach nicht den erhofften Abbau von Bürokratie gebracht.

    "Unsere tägliche Arbeit ist ohne Berufung, Passion und Herzblut gar nicht zu leisten", sagt Georg Groß.
    "Unsere tägliche Arbeit ist ohne Berufung, Passion und Herzblut gar nicht zu leisten", sagt Georg Groß.

    Von unserer Mitarbeiterin Eva-Maria Stettner

    Das hat die erste der drei Winterversammlungen des Kreisbauernverbands gezeigt. Die Bauern klagen über einen Zuwachs etwa der Dokumentationspflichten.

    Vorsitzender Georg Groß ging bei dem Treffen in Friesenhagen auch auf ein anderes Problem ein: "Wir müssen gucken, dass wir auch in Zukunft noch Landwirte haben, die Flächen bearbeiten. Wir haben einen Strukturwandel wie noch nie." Gesellschaft und Wirtschaft bieten Aussteigern Chancen, einfacher Geld zu verdienen als in der Landwirtschaft, hieß es. Agrarprodukte werden zwar weltweit gehandelt, doch die Märkte spielten verrückt: Russland hat ein Einfuhrverbot für Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte aus westlichen Ländern verhängt; China, wo einige Molkereien noch guten Absatz haben, will Kühe klonen. Und: Milchbauern erhielten zwei Jahre lang auskömmliche Milchpreise, doch jetzt liegt der Preis wieder unter 30 Cent pro Liter, wie Georg Groß beschreibt. Die EU habe Preise garantiert und Abnahmegarantien gegeben, aber der Strukturwandel sei weitergegangen. "Ich bin froh, dass wir seit April 2015 freien Markt und keine Quote mehr haben", sagt der Kreisbauernchef.

    Ein anderes Problem stellt sich jetzt aber mit dem Umweltprogramm, wie er erklärt: "Es kann nicht sein, dass ein Landwirt keine Fläche mehr kriegt, weil sein Nachbar mit goldenem Mulcher über die Fläche fährt." Zugleich gibt er allen Landwirten zu verstehen: "Unser Bauernverband ist gut aufgestellt. Holen Sie sich Rat - es lohnt sich."

    Zu 90 Prozent wird der Verband als Kreditberater genutzt, befasst sich natürlich aber mit allen Belangen der Landwirte. "Tierschutz steht ganz oben auf der Agenda", betont Groß. "Bauern nutzen Tiere als Wirtschaftstiere, und das ist gut so. Die Menschheit hat immer von Tieren gelebt", hält er es für eine "Modeerscheinung", wenn tierische Produkte nicht auf den Speiseplan kommen. Gerade im Rindtierbereich habe man keine Schwierigkeiten mit Tierschutz, müsse sich aber dem Diskussionsthema "Schlachtung tragender Tiere" stellen und da eine praktikable Lösung schaffen. Vorstellbar ist für ihn, dass ein Tier in den letzten Monaten der Trächtigkeit nicht mehr zum Schlachter kommt - nicht aber, wie Tierschützer fordern, Transportverbot für tragende Tiere.

    Rainer Zeuner und Volker Birk von der Kreisverwaltung wiesen darauf hin, dass es viele neue Programme im Agrar-Umweltbereich gibt, wo Landwirte mehr Prämien erhalten können. Das bedeute für sie zwar erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand an Dokumentation, doch man solle das von der EU zur Verfügung gestellte Geld nicht einfach liegen lassen. 2015 gab es bei einigen Betrieben im Kreis Sanktionen, da mit der Reform und Förderung einhergehende Auflagen nicht exakt erfüllt wurden. Christoph Strahlenbach vom Bauernverband sagte: "Bevor ich arbeiten kann, brauch ich Formulare für jeden Sch… und werde vom Satelliten überwacht, ob meine Feldspritze zentimetergenau eingestellt ist." Groß klagte: "Wir erfahren immer mehr Gängelung und sind auf dem besten Weg zur Planwirtschaft."

    Im Kreisgebiet gibt es 180 Haupt- und 320 Nebenerwerbslandwirte. Die Hälfte sind Milchbetriebe, die andere kümmert sich um Mutterkuhhaltung und Fleischerzeugung. Darüber hinaus gibt es nur einen Schweinemastbetrieb und immer mehr ökologischen Landbau.

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