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  • Tiere Fuchswelpe findet bei Ehepaar Fieber und der Hundedame Tilda eine neue Familie

    Quirliger Mitbewohner: Fuchswelpe Freddie wächst in Hahnhof auf

    Niederfischbach/Hahnhof. Benannt haben die Fiebers den Fuchswelpen nach dem Frontmann der britischen Band Queen, Freddie Mercury. Frech streift der kleine Fuchsjunge durchs Haus des Ehepaars am Waldrand von Hahnhof, erkundet jeden Winkel, schlüpft unter dem warmen Holzofen durch, rupft am Teppich im Wohnzimmer, zerrt an herumliegenden Zeitungen oder ärgert den greisen Terriermischling Rover. Wenn Freddy dann wieder nach Kuscheln zumute ist, kommt er auf den Schoß seiner menschlichen Eltern oder er schmiegt sich an die Schäferhundmischlingsdame Tilda, die das sieben Wochen alte Baby aufgenommen hat wie eine Fuchsmutter. Denn Freddie ist ein Waisenkind.

    Fuchswelpe Freddie und seine Ziehmutter Tilda: Bei den Fiebers am Waldrand von Hahnhof wächst der kleine Fuchs wohlbehütet auf. Foto: Jonathan Fieber
    Fuchswelpe Freddie und seine Ziehmutter Tilda: Bei den Fiebers am Waldrand von Hahnhof wächst der kleine Fuchs wohlbehütet auf.
    Foto: Jonathan Fieber

    „Vor ein paar Wochen standen hier Nachbarn vor der Türe“, erzählt Viktor Fieber, „und hielten uns auf der ausgestreckten Hand ein Füchschen hin. Es war an einer Garage in einen Lichtschacht geplumpst. 'Ihr habt doch schon mal einen Fuchs groß gezogen?', hieß es....“ Stimmt: Schon zwei Mal haben Viktor, der im „Hauptberuf“ Chef des Tierparks Niederfischbach ist, und seine Frau Anne (67) ein Fuchsjunges groß gezogen. Einmal Lotte, die halb verdurstet am Rand der Schnellstraße nach Freudenberg gefunden wurde; zweitens Fine, die noch Jahre nach ihrer Auswilderung abends zu den Fiebers kam, um ihr Fressen zu genießen und – kurioserweise – um das Katzenklo zu benutzen. Beide Füchse schafften es nach ihrer Jugend bei den Fiebers wieder hinaus in die „freien Wildbahn“; Fine, berichtet Anne Fieber, bekam in Freiheit später selber Junge.

    Jetzt also Freddie. Der kleine Reineke hält das Rentnerpaar ganz schön in Atem. Denn nach jeweils etwa einer Stunde Toben, Fressen und Katzenklo Benutzen heißt es für das Tier dann wieder: Fünf Stunden Schönheitsschlaf. „Das bedeutet für uns, dass wir alle fünf Stunden für ihn da sein müssen“, lacht Anne Fieber, „Tag und Nacht...“ Anfangs bekam er dann noch Welpenmilch aus der Tierhandlung, dann Hipp-Bio-Babykost und mittlerweile schon das erste Hundefutter aus der Dose – etwa pürierte Geflügelleber. Und nach dem großen Geschäft im Katzenklo greift Fuchsmutter Anne zur Küchenrolle, um Freddie den Popo abzuwischen. Dann muss er zur Anregung der Verdauung am Bäuchlein massiert werden – alles Dinge, die sonst seine echte Fuchsmama erledigen würde.

    Wer übrigens meint, so ein Füchslein stinkt, der irrt: Man kann mit ihm kuscheln und die Nase direkt in sein weiches Fell stecken – und wird nichts riechen. Dafür duftet sein Urin ganz schön übel. „Aber wir haben ihn ja schon stubenrein“, schmunzelt „Vater“ Fieber, „er geht brav aufs Katzenklo.“ Und wenn Freddie dann nach seiner quirligen „Wachstunde“ wieder müde wird, wickelt Anne ihn in seine wohlvertraute „Fuchsdecke“ und legt ihn in den zum Fuchsbau umfunktionierten Meerschweinkäfig, wo das süße Knäuel ratzfatz eingeschlummert ist. „Anfangs hat er noch gefiept und gekeckert und dauernd nach seiner Mama gerufen“, sagt Anne Fieber, „aber inzwischen fühlt er sich wohl bei uns.“

    Wie es weitergeht, weiß das Ehepaar nur zu gut: „Bald fängt er an, den 'Mäuselsprung' zu üben“, erinnert sich der 66-jährige Viktor an seine beiden früheren „Hausfüchse“, „dann ducken sie sich und zischen ganz plötzlich mit angezogenen Vorderbeinen im hohen Bogen auf ihr Opfer zu. Das sieht anfangs etwas tollpatschig aus, wird aber immer besser. Das hab ich mit Fine damals bei der WM geübt: Während ich im Fernsehen dem Spiel zuschaute, kratzte ich mit den Fingern an einer Zeitung oder am Teppichrand. Dann pirschte sie sich an und sprang schließlich los. So übte sie die Technik dieser Jagdmethode – und später hat es in der Natur ja wohl auch geklappt, sonst hätten wir sie nicht nach Jahren noch draußen gesehen.“ Fiebers wissen, dass so ein Fuchs auch im ausgewachsenen Zustand ein prachtvolles Tier ist. Von der Fuchsdame Fine hat ihr Sohn Jonathan daher ein ganzes Fotobuch aufgenommen: Wunderschöne Bilder aus dem Leben eines Fieber-Fuchses – wie die Fähe zum Beispiel mit den Hunden um die Wette rennt, sich mit ihnen balgt, wie sie springt, faucht und einen Wettlauf mit Papa Viktor macht.

    Im Spätsommer wird Freddie dann schon ein ausgewachsener Jungfuchs sein. Dann kommt zum dritten Mal im Leben der Fiebers die Stunde des Abschieds. Irgendwann wird auch Freddie immer wieder an der Haustüre kratzen und nach draußen schnuppern – der „Ruf der Wildnis“ wird unwiderstehlich. „Die Auswilderung erlebt man mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Viktor. „Einerseits ist man froh, dass so ein Tier wieder in seiner natürlichem Umgebung leben kann. Andererseits verliert man so was wie ein Familienmitglied...“

    Von unserem Redakteur Peter Seel

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