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    Kreis AltenkirchenGebietsreform: Was im AK-Land sonst noch passieren könnte

    Die Nachricht, dass Herdorf zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Daaden übergehen muss, hat die Verantwortlichen im Städtchen mehr enttäuscht denn überrascht. Bürgermeister Uwe Erner kündigt an, dass sich die 7000 Einwohner zählende Stadt, die sich 1955 vom Amt Daaden löste, dagegen wehren wird – notfalls auf dem Klageweg.

    Zwangsheirat im AK-Land: Herdorf und Daaden sollen den Anfang machen.
    Zwangsheirat im AK-Land: Herdorf und Daaden sollen den Anfang machen.

    Kreis Altenkirchen - Die Nachricht, dass Herdorf zum 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Daaden übergehen muss, hat die Verantwortlichen im Städtchen mehr enttäuscht denn überrascht. Bürgermeister Uwe Erner kündigt an, dass sich die 7000 Einwohner zählende Stadt, die sich 1955 vom Amt Daaden löste, dagegen wehren wird – notfalls auf dem Klageweg.

    Prof. Martin Junkernheinrich von der TU Kaiserslautern, der für die Landesregierung mehrere Gutachten erstellte, zählt Herdorf zu den acht verbandsfreien Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern im Land, für die „auf jeden Fall ein gemeindeimmanenter Gebietsänderungsbedarf besteht“. Gleiches gilt für 55 Verbandsgemeinden mit weniger als 12 000 Einwohnern, darunter aus dem Kreis Altenkirchen Daaden, Flammersfeld und Gebhardshain.

    Während es für Daaden und Herdorf ab sofort akut wird, soll über die Zukunft von Flammersfeld und Gehardshain erst in einer zweiten Reformstufe zwischen 2014 und 2019 entschieden werden.
    Diese soll nach den nächsten Kommunalwahlen vorbereitet werden und auch eine „Optimierung der Strukturen der Landkreise und kreisfreien Städte“ beinhalten. Im Klartext: Nach Mitte 2014 könnten die Kreisgrenzen fallen.
    Das wiederum nährt Spekulationen darüber, ob es den Kreis Altenkirchen, der 2016 seinen 200. Geburtstag feiern möchte und damit einer der ältesten überhaupt ist, in einigen Jahren in seiner eigenständigen und heutigen Form überhaupt noch geben wird oder ob er aufgeteilt wird, zum Beispiel mit dem Oberkreis in Richtung Westerwaldkreis und dem Unterkreis gen Kreis Neuwied.

    Da der Kreis Altenkirchen in Größe und Einwohnerzahl im Land im vorderen Bereich liegt und wirtschaftlich besser dasteht als viele andere, hat die Region am nördlichsten Landeszipfel freilich gute Argumente, dieses zu verhindern und mit seinem jetzigen Bestand ins dritte Jahrhundert zu gehen.

    Akuter indes dürfte sein, was aus den Verbandsgemeinden Flammersfeld und Gebhardshain wird. Nach heutigem Stand gilt eine bleibende Selbstständigkeit über das Jahr 2019 hinaus als unrealistisch.
    Bei einem Verbleib im AK-Land bietet sich für die VG Flammersfeld eigentlich nur die VG Altenkirchen als Partner an. Entstehen würde dabei jedoch eine riesige VG mit dann 68 Gemeinden. Etwas, was heute kaum jemand will. Aufgrund seiner Nähe zu den NR-Nachbarn Puderbach, Rengsdorf oder Dierdorf würde ein teilweiser oder kompletter Abschied der VG Flammersfeld aus dem AK-Kreis nicht überraschen. Bürgermeister Josef Zolk selbst war es, der vor geraumer Zeit bereits diese Gedanken artikuliert hatte.
    So sie sich im Laufe des Jahrzehntes keinen Fusionspartner wie Betzdorf, Wissen oder Daaden/Herdorf sucht oder zugewiesen bekommt, könnte der VG Gebhardshain der Zerfall drohen. Mit den Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Betzdorf, Daaden, Hachenburg und Wissen hat Gebhardshain fünf direkte Nachbarn, zu denen einige der zwölf Gemeinden schon heute innige Freundschaften pflegen. Von Malberg schaut man nach Luckenbach (Hachenburg), eine kleine Brücke trennt Nauroth von Mörlen (Bad Marienberg), Elkenroth sympathisiert ohnehin mit der VG Daaden, die Männer aus Steineroth und Molzhain spielen in einer Mannschaft mit denen aus Dauersberg (Betzdorf), die Selbacher (Wissen) mit denen aus Fensdorf und Gebhardshain. Denkbar ist alles, kommen kann es freilich auch ganz anders. Das Wie hängt sicher auch von den nächsten Landtagswahlen 2016 ab.

    Zurück nach Herdorf: Fast auf dem Tag genau vor einem Jahr, am 26. Oktober 2011, legten Bürgermeister Uwe Erner (parteilos) und die beiden Fraktionsvorsitzenden Uwe Geisinger (CDU) und Hans-Georg Sayn (SPD) ausführlich dar, warum für das Städtchen eine Fusion mit wem auch immer nicht infrage kommt, warum es eigenständig bleiben will und sehr wohl die Auffassung vertritt, dass für Herdorf eine gesetzliche Ausnahmeregelung gelten müsse. Ein Argument von vielen war die Randlage zu einem Nachbarland, die „in einer besonderen Ausprägung vorhanden ist“.

    Beispiele gefällig: Die Landes-, Kreis- und Gemeindegrenze verläuft von Straßenseite zu Straßenseite, ja sogar durch Häuser. Mit drei NRW-Kommunen bildet Herdorf den Abwasserverband Hellertal. Und: Ein Betrieb, der genau auf der Landesgrenze sitzt, bezahlt in zwei Gemeinden Gewerbesteuer. In Mainz stießen diese Argumente nicht auf Gehör. Noch nicht. Stefan Nitz

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