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  • Demos in Daaden: Asylgegner erstmals in der Überzahl

    Daaden. Der Facebook-Gruppe "Stegskopf, wir sagen nein" ist es erstmals gelungen, mehr Demonstranten zu mobilisieren als das "Wäller Bündnis für Menschlichkeit und Toleranz". Bei zwei parallelen Veranstaltungen in Daaden demonstrierten Schätzungen zufolge etwa 500 Menschen auf dem Marktplatz gegen die "unkontrollierte Masseneinwanderung von Asylschmarotzern" (Redner Uwe Land), während zeitgleich etwa 400 Menschen auf dem Platz unterhalb der evangelischen Kirche ein Zeichen gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit setzten.

    Zahlreiche Asylgegner zogen durch die Daadener Ortsmitte.
    Zahlreiche Asylgegner zogen durch die Daadener Ortsmitte.
    Foto: mdo

    Von Sabrina Rödder und Marcelo Peerenboom

    Auf dem Günter-Wolfram-Platz macht Ortsbürgermeister Walter Strunk den Auftakt und begrüßt die Männer und Frauen, die sich trotz Regens und Kälte hier versammelt haben: "Hui Wäller! Wir stehen auf und zeigen, dass unsere Bevölkerung für Respekt steht. Und dass unsere Demokratie bunt und vielfältig ist."

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist auch gekommen und wird herzlich empfangen. Zuvor hat sie zusammen mit Landrat Michael Lieber die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) auf dem Stegskopf besucht: "Diese Unterkunft war erst umstritten. Doch das starke Engagement zeigt, dass die Flüchtlinge willkommen sind." Bravo-Zurufe ertönen, als die Ministerpräsidentin erklärt, dass es nur eine Möglichkeit gebe, um Intoleranz zu bekämpfen: "Zeigen Sie sofort die Rote Karte - auch am Stammtisch, wenn Sie merken, dass jemand gegen Flüchtlinge ist." Landrat Lieber betont, dass alle, die unmittelbar mit der AfA Stegskopf befasst sind, eine humanitäre und mitmenschliche Verantwortung übernommen haben: "Wir heißen die Flüchtlinge willkommen und helfen ihnen, eine neue Heimat zu finden."

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer (vorne links im Bild) kam zur Kundgebung des "Wäller Bündnis" nach Daaden. Fotos: Markus Döring
    Ministerpräsidentin Malu Dreyer (vorne links im Bild) kam zur Kundgebung des "Wäller Bündnis" nach Daaden. Fotos: Markus Döring

    Zur Demo ist auch Bernd Becker, der DGB-Kreisvorsitzende, gekommen. Er macht deutlich, dass Faschismus nicht bloß eine Einstellung oder Meinung sei: "Faschismus ist ein Verbrechen." Die friedliche Kundgebung endet mit einem ökumenischen Gottesdienst. Andrea Aufderheide, Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises, sowie Pfarrer Michael Seim und Pfarrer Rudolf Reuschenbach leiten gemeinsam den Gottesdienst.

    Einige Meter weiter zur selben Zeit auf dem Platz am Bürgerhaus: Es dauert ein wenig; doch mit einem Mal ist der Platz gut gefüllt. Hier und da eine schwarz-rot-goldene Flagge, ein paar Plakate ("Merkel grapscht mit") und ansonsten Menschen, die sich an die Bitte der Veranstalter halten: Man solle sich "ordentlich kleiden, um der Presse kein Futter zu bieten", heißt es in der Facebook-Gruppe.

    Und dann steht Uwe Land auf der Bühne, der schon bei den Demos in Bad Marienberg und Rennerod als Redner aufgetreten war. Er protestiert gegen "illegale Masseneinwanderung", geißelt "eine beispiellose Gleichschaltung der Massenmedien" und beschimpft die Bundeskanzlerin als "Asylanten-Mutti". Die "Asylflut" habe nun auch das Daadener Land erreicht, und nun sei klar, weshalb die Bundeswehr den Stegskopf habe räumen müssen - so zumindest lautet die simple Logik, die auf dem Fontenay-le-Fleury-Platz sehr gut ankommt. Land kritisiert, dass auf dem Stegskopf "keine Kosten und Mühen gescheut" werden, um "Sozialtouristen 24 Stunden bei Laune zu halten". Ausführlich widmet sich Uwe Land jedem einzelnen Redner, der auf der Gegenkundgebung des "Wäller Bündnis" spricht.

    Über Ortsbürgermeister Walter Strunk heißt es, er profitiere von der "Asylindustrie" als Vermittler von Versicherungen. Landrat Lieber wirft er vor, erst eine Asylunterkunft auf dem Stegskopf bekämpft zu haben und nun Vorsitzender des Stegskopf-Fördervereins zu sein. Danach spricht eine Frau, die sich als Dunja vorstellt: "Das ist meine erste Rede", sagte sie und empört sich: "Es wird auf dem herumgetrampelt, der auf Probleme aufmerksam macht, nicht auf dem, der sie verursacht."

    Dann setzt sich der Protestzug in Bewegung. "Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen", rufen sie und immer wieder "Volksverräter". In einer Seitenstraße warten rund 50 Vertreter einer Antifa-Gruppe auf die Demonstranten. Sie haben rote Pappnasen und bunte Hütchen auf. Ihre Art, gegen die Flüchtlingsgegner zu protestieren.

    Es bleibt unterm Strich friedlich. Fortsetzung folgt. Ganz bestimmt: Torsten Frank, der die Asylgegner anführt, kündigt noch am Abend die nächste Demonstration an. Sie soll in zwei Wochen stattfinden.

    Demo in Daaden: Wie viele waren wirklich da? Kommentar: Wir haben selbst gezählt
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