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  • Claus Ambrosius zum Kultursommer Rheinland-Pfalz

    Kuso: Das ganze Dilemma der Landeskultur

    Eines vorweg: Der Kultursommer, Lieblingskind sozialdemokratischer Kulturpolitik im Land, hat in den 25 Jahren seines Bestehens viele schöne Dinge ermöglicht. Die einführenden Worte des Kulturministers, der als Überraschungs-Quereinsteiger bald ein Jahr im Amt sein wird, zeigen aber brillant das ganze Dilemma auf: Was will das Land mit dieser Förderung eigentlich erreichen?

    Als Privatmann nahm Wolf vor allem die Angebote in seiner Region wahr – kein Wunder, denn viele der Projekte sind eben so beschaffen, dass sie das Angebot ihrer Region bereichern, aber kaum darüber hinausstrahlen. Auf der anderen Seite bemerkt der Minister Wolf, dass die Ausstrahlung des Kultursommers in andere Bundesländer nicht so laufe, wie es sich das Land wünscht – ja, wie denn auch? Mit dem Geld, das Rheinland-Pfalz in Kultur investiert, ist eben wenig Staat zu machen. Zur Erinnerung: In der Pro-Kopf-Ausgabe für Kultur trägt unser Land derzeit wieder das Schlusslicht.

    Der Kultursommer, der heute auf große „eigene“ Projekte verzichtet und sich ausschließlich als Ermöglicher sieht, ist für viele Veranstalter eine quasi institutionelle Förderung, die so nicht heißen soll oder darf. Das Hin und Her mit dem Jahresmotto könnte man sich für einen Großteil der so stets Bedachten eigentlich sparen – sie bekommen ihr Geld, wie immer im Land, streng nach Proporz und Netzwerk der Parteien und Regionen aufgeteilt.

    Für mehr Bekanntheit der Landeskultur und Kulturtourismus soll eine Beilage sorgen, die bald einer überregionalen Zeitung beiliegen wird. Auch sie ist Ausdruck des Versuches, möglichst von allem etwas hineinzupacken, bloß keinen Schwerpunkt zu bilden, der andere zurücksetzt. Auf der Titelseite im Lutherjahr nicht etwa Gutenberg mit der Bibel – nein, die neue Mainzer Synagoge, die großartig anzusehen, aber nur mit langem zeitlichen Vorlauf nach Voranmeldung zu besichtigen ist. Auf der Rückseite: ein tristes Foto der Terrasse des Arp Museums im Regen. Vielleicht sollte sich das Land noch einmal Gedanken machen, was es mit seinen Kulturmitteln erreichen will.

    E-Mail: claus.ambrosius@rhein-zeitung.net

    Programm vom 5. bis 7. Mai: „Epochen und Episoden“  - 26 Stationen des Kultursommers26 Stationen des Kultursommers Kultursommer: Fokus auf Luther und mehr
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