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Streichkonzert trifft auch die Jugendarbeit

Koblenz - Die Sparvorhaben des Stadtvorstandes machen auch vor der offenen Jugendarbeit nicht Halt. Zurzeit wird die Zusammenlegung von Einrichtungen geprüft. Auf Nachfrage der RZ bestätigen einige Ratsmitglieder, dass die Jugendbegegnungsstätte Haus Metternich in der Innenstadt dichtgemacht werden könnte. Laut Haushaltsentwurf, der der Redaktion vorliegt, sollen auch die freiwilligen Leistungen für die Jugendarbeit pauschal um 4,73 Prozent gekürzt werden. Das würde einige Vereine und Projekte hart treffen.

Die Stadt prüft die Zusammenlegung von Jugendeinrichtungen: Das Haus Metternich könnte demnach geschlossen werden. Foto: Damian Morcinek
Damian Morcinek

Die zuständige Dezernentin, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, will sich zu den laufenden Prüfverfahren nicht äußern. An "Spekulationen" über eine Schließung beteilige sie sich nicht. In den Haushaltsdiskussionen fordert sie, Bewährtes und Notwendiges fortzusetzen: "Jugendarbeit ist die Investition in unsere Zukunft." Daher dürften diese Ausgaben nicht nur unter dem Gesichtspunkt diskutiert werden, dass sie die Handlungsfähigkeit der Kommune einschränken.

Konkret unterhält die Stadt derzeit 15,7 Stellen in der Jugendarbeit. Städtische Treffs für Jungen und Mädchen befinden sich in der Altstadt (Haus Metternich), am Bahnhof (Maulwurf im Kurt-Esser-Haus), auf der Karthause (Jugend- und Bürgerzentrum) und am Moselufer (Spielhaus). Darüber hinaus zahlt die Stadt freiwillige Zuschüsse an Vereine und Institutionen, die zum Teil kommunale Aufgaben übernehmen: Jugendschutz und -sozialarbeit, Kindertagesbetreuung und offene mobile Jugendarbeit.

Die Sparvorschläge machen Diplomsozialarbeiterin Christiane Klein wütend: "Die Schließung des Haus Metternich würde das Aus für die Jugendarbeit in Koblenz bedeuten!" Die offene Anlaufstelle für Jungen und Mädchen mitten in der Stadt, wo sie professionell begleitet werden, sei für eine Großstadt unverzichtbar. "Wir sind Katalysator, um den sozialen Frieden in der Stadt zu gestalten. Die, die hier sind, sind nicht auf der Straße!" Die Leiterin der Begegnungsstätte ist sich sicher: "Was man hier spart, sind Peanuts. Davon wird kein Schienenhaltepunkt und kein Kulturbau bezahlt."

Ebenso verärgert ist Torsten Schupp. Der FDP-Mann sitzt im Jugendhilfeausschuss, der heute tagt, und sagt: "Es ärgert mich, dass wir für einen Kulturbau 67 Millionen Euro Neuverschuldung einplanen und dann Jugendeinrichtungen zusammenlegen!" Ihm wäre lieber, alle Standorte zu erhalten. Schupp schlägt vor, in anderen Bereichen, beispielsweise Kultur, stärker zu sparen, um die Jugendarbeit zu schonen. CDU-Frau Julia Kübler betont, dass die offene Jugendarbeit auffangen kann, was einige Familien nicht mehr leisten: "Vieles, was in der Jugendarbeit richtig läuft, eröffnet Jungen und Mädchen eine Perspektive und spart der Stadt für die Zukunft Gelder." Das sieht auch Detlev Pilger (SPD) so: Die Arbeit mit Jugendlichen könne Fehlentwicklungen vermeiden und präventiv wirken. Er ist für die Erhaltung der Standorte, da dort unterschiedliche Klientel betreut wird. "Ich bin gegen die Schließung des Haus Metternich! Die Altstadt ist ein Brennpunkt mit Gewaltproblemen!" Einsparmöglichkeiten sieht er am ehesten in der Kultur - obwohl auch dort Jugendarbeit geleistet wird.

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Leserkommentare (15)

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von Voltaire vom 18.01 - 11:51 Uhr
[QUOTE=Redaktion;46927]Koblenz - Der Stadtvorstand plant Kürzungen bei der Jugendarbeit. Zuschüsse sollen pauschal reduziert und die Zusammenlegung ...
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von Bibo vom 18.01 - 12:12 Uhr
Bestimmt nicht beim Dienstwagen des OB... dann müsste er doch selbst fahren und sich einen Parkplatz suchen! Dabei wenn ich es so recht überlege: ...
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von Nonkonformist001 vom 18.01 - 12:47 Uhr
Sparen ist eine notwendige Zwangsmaßnahme bei der Haushaltslage. Da sucht man den Weg des geringsten Widerstandes. Das ist immer so wenn Kürzungen ...

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