Koblenz feiert den Autor Anders
Koblenz - Es ist ein Freundschafts- und Heimspiel, über das sich alle Seiten freuen – und es gibt nur Gewinner: Der wohl bekannteste Koblenzer, Thomas Anders, hat jetzt in der Buchhandlung Reuffel seine Autobiografie präsentiert: „100 Prozent Anders“.
Passanten, Medien, Schaulustige und die, die keine Karte mehr für die mit 170 Plätzen ausverkaufte Lesung bekommen haben, haben sich im Halbkreis, beinahe andächtig, um den Popstar und Reuffel-Inhaberin Ruth Duchstein versammelt. Es ist „nur fast die kleinste Bühne“, auf der der Sänger je stand. Doch „auf der Bühne stehen und nicht singen“: Das ist auch für Thomas Anders besonders.
Er spricht vom „steinigen Weg“, wie er „mit Leib und Seele Musiker“ sei, drum 3000 Seiten hätte füllen können. Trotz schriftstellerischer Schaffenspause im Winter, „als ich nicht weiterwusste – mit dem Buch, nicht mit meinem Leben“, scherzt Anders, gekonnt glatt formulierend. In Absprache mit der Verlegerin sind es doch nur gut 300 geworden. So erzählt Anders bei Reuffel auch Geschichten, die sich in der Autobiografie nicht finden. Die vom Blitzeinschlag auf dem Ibizaflug mit seiner hochschwangeren Frau etwa: „Wie wenn ohrenbetäubend eine Glühbirne platzt, plötzlich total hell!“ Seine Frau begann sofort mit Atemübungen, zehn Minuten später landeten sie, und Anders fliegt noch immer, ungern und trotzdem viel.
Er selbst „hat sich Reuffel ausgesucht“, sagt Inhaberin Duchstein stolz. Er käme oft am Wochenende vorbei. Was er so liest? Das unterliegt dem Buchhändlergeheimnis. Einen Sekt trinken alle gern mit. Für die einen ist das Buch ein besonderes Geschenk, Signatur: „weil du mich immer angehimmelt hast“. Andere kamen zufällig vorbei, wollen sich das Werk vielleicht mal in Ruhe vornehmen. Es gibt aber auch die eingefleischten Fans: Claudia Kutter, strahlend und ein wenig erhitzt, ist so nervös wie mit 15, als sie für die Unterschrift ansteht, gesteht sie. „Ich hoffe, das Buch in zwei Tagen durchzuhaben!“
Dorothea Müth
















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