Koblenz ärgert sich: Firma stellt illegale Sammelcontainer auf
Koblenz - Eine Marburger Firma treibt in Koblenz ihr Unwesen: Die Bicker GmbH hat illegal an mehreren Stellen Sammelcontainer für Altkleider und Schuhe aufgestellt. Eine Sondernutzungsgenehmigung hat sie dafür nicht beantragt, wie der städtische Entsorgungsbetrieb auf RZ-Anfrage bestätigt. Da die beigefarbenen Kästen allerdings im öffentlichen Straßenraum stehen, wäre das zwingend nötig gewesen.
Am Löwentor auf der Karthause und in der Vorstädter Neversstraße sind sie unter anderem zu finden. Auf den ersten Blick erinnern sie an Sammelkästen karitativer Einrichtungen. Doch bei genauerem Hinschauen erkennt man den kommerziellen Aufsteller, die Bicker GmbH. Kurios: An einigen prangen Belohnungsversprechen. Die Firma bittet die Bürger um Hinweise, falls die Container von fremden Firmen geleert oder geklaut werden. Dies komme immer wieder vor.
"Ach, der Bicker!", heißt es bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Die ist zwar nur für die Überprüfung von wohltätigen Sammlungen zuständig, aber Bicker ist dort trotzdem bekannt. "Der ist in mehreren Orten aktiv. Oft sind die Leute verunsichert und rufen hier an", sagt Sven Brauers. Tatsächlich ist das kommerzielle Sammeln von Kleidern nicht verboten. Sobald aber ein Container auf städtischem Grund abgeladen wird, muss dies bei der örtlichen Verwaltung beantragt werden.
Auf Nachfrage bei dem illegal agierenden Unternehmen heißt es von Geschäftsführer Wolfgang Bicker persönlich: "Ich habe davon keine Ahnung. Um den Bereich Altkleidercontainer kümmert sich mein Kollege." Dieser Kollege sei ein zweiter Geschäftsführer. Dessen Name und Telefonnummer will Bicker nicht rausrücken. Für welche Aufgaben er selbst zuständig ist, verschweigt er ebenfalls. "Wir stellen nur Container auf, wo wir Sondernutzungsgenehmigungen haben", sagt er schließlich. Dann ist das Gespräch beendet.
Volker Grabe ist Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Koblenz und hat von den fremden Boxen noch nichts mitbekommen. Er weist darauf hin, dass die Firma auf diese Weise auch keine Steuern an die Stadt zahlt. Dass die Container gerade jetzt aufgestellt wurden, erklärt er so: "Das hängt auch mit den Rohstoffpreisen zusammen. Die ziehen im Moment wieder an."
Auch das DRK profitiert davon. Denn: Es hat selbst 60 Container über die Stadt verteilt. Allein im vergangenen Jahr kamen 430 Tonnen Textilmasse zusammen. Ein Großteil wird an Rohstoffhändler verkauft, manches landet im Kleidershop. Durchschnittlich hat jeder Koblenzer vier Kilo Kleidung gespendet. "So viel kann man gar nicht verwenden", sagt Grabe. Ein Teil der Hemden und Hosen wird in der Autoindustrie
So werden Hemden und Hosen beispielsweise in Innenverkleidungen von Autos wiederverwendet. Im Unterschied zu kommerziellen Sammlungen, bleibt der Erlös beim DRK aber hier: "Damit finanzieren wir unsere Arbeit in Koblenz."
















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