Koblenz: Buga-Seilbahn hat sich eine Verschnaufpause redlich verdient
Koblenz - 50 der rund 350 Gummireifen, die die Zugseile in der Tal- und Bergstation antreiben, müssen gewechselt werden. 320 Keilriemen gilt es nachzuspannen. Die Trag- und Zugseile werden überprüft, die Kabinen gewienert, die Mechanik gesäubert und nachgefettet: Für das Publikum ruht der Seilbahnbetrieb zwar seit dem Ende der Bundesgartenschau am 16. Oktober, hinter den Kulissen aber gibt es für die Mitarbeiter von Doppelmayr noch keine großen Verschnaufpausen. Im Zwei-Tages-Rhythmus werden derzeit Wartungsarbeiten durchgeführt.
Rein technisch könnten die Gondeln zurzeit auch noch für den Publikumsverkehr laufen. "Eine größere Wartung steht erst im Januar und Februar an", erklärt Wolfgang Laas, Betriebsleiter der Buga-Gondeln. Doch: Nach 3770 Betriebsstunden, die die Seilbahn seit dem 3. Juli 2010, als sich die Türen der Gondeln erstmals für Fahrgäste öffneten, gelaufen ist, werden vorab schon einmal kleinere Verschleißteile erneuert und die Aufhängemechanik der Gondeln von Fettresten der Trag- und Zugseile gesäubert.
"Durch Wärme und Belastung presst sich aus den Seilen das Seilfett heraus und tropft dann immer wieder einmal auf die Gondeln. Das wird jetzt also entfernt und bei Bedarf die Seile nachgefettet", erläutert Laas. Außerdem muss die Seilbahn in Bewegung gehalten werden. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass sich immer wieder einmal beobachten lässt, dass die Kabinen trotz der Winterpause über den Rhein schweben. Ein anderer: "Wir fahren die Gondeln zudem aus der Tal- und Bergstation heraus, wenn wir dort an der Mechanik arbeiten müssen. Wenn jeweils alle neun Kabinen in der Berg- und Talstation hängen, ist für Wartungsarbeiten einfach zu wenig Platz", so Laas weiter. Eng geht es dennoch auch dann noch zu. Denn: Auch bei laufendem Betrieb lassen sich nur zehn Kabinen auf die Strecke bringen, jeweils vier sind zwangsläufig immer in der Tal- und Bergstation.
Größere Instandsetzungen an den Kabinen selbst sind übrigens nicht nötig - und das, obwohl auch die in den vergangenen Monaten Schwerstarbeit geleistet haben. Mit zwei Millionen Buga-Besuchern hatten Stadt und Buga-GmbH eigentlich gerechnet. Bei zwei Freifahrten pro Ticket hatte Doppelmayr etwa 3,5 Millionen Fahrten kalkuliert. "Es war abzusehen, dass nicht jeder Gast die Gondel nimmt. Von daher wurde mit etwas weniger als vier Millionen Seilbahnfahrten gerechnet, die bei den angenommenen zwei Millionen Besuchern möglich gewesen wären." Doch bekanntlich kam es anders. Die Besucherzahlen auf der Bundesgartenschau explodierten förmlich, sprengten alle Erwartungen und übertrafen die kühnsten Hoffnungen. Das Resultat: Die Seilbahn hat alleine von April bis Oktober 2011 rund 5,8 Millionen Menschen transportiert. Wolfgang Laas hat ausgerechnet: Pro Kabine sind das 280 000 Menschen, die ein- und ausgestiegen sind.
















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