Jugendliche kämpfen gegen Schließung des Hauses Metternich
Koblenz - Die Jugendbegegnungsstätte Haus Metternich könnte dem Sparvorhaben der Stadt zum Opfer fallen. Nun formiert sich öffentlicher Widerstand. Am Mittwoch überreichten Jugendliche der zuständigen Dezernentin, Bürgermeisterin Marie-Theres Hammes-Rosenstein, 1001 Unterschriften. Das Anliegen: "Hände weg von der JBS Haus Metternich."
Am Kopf der Protestbewegung steht Jan Badinsky. Der 15-Jährige wurde vor zwei Wochen zum Vorsitzenden der Aktion gewählt. Zusammen mit seinem Vertreter Ya'akov Rimmer (18) und weiteren jungen Leuten protestierte er vor dem Rathaus. Dort tagte ab 15 Uhr der Jugendhilfeausschuss. Doch bevor die Jugendlichen mit ihren Plakaten und der Unterschriftenliste in den Saal stürmten, verteilten sie Protestbutton an alle, die zur Sitzung wollten, und ließen für ihren Zweck unterschreiben.
Die Unterstützung der Koblenzer scheint groß: "Wir hatten innerhalb weniger Tage die Unterschriften zusammen", erzählt Jan Badinsky. Auch im Internet gibt es Zuspruch. Auf der gleichnamigen Facebookseite schreibt Nutzer Berthold Engelmann: "Da habe ich meine Jugend verbracht. Das Haus Metternich muss offen bleiben!" Der Jugendliche Martin Förster sagt: "Das ist echt die beste Jugendbegegnungsstätte, die wir haben, und es ist total schwachsinnig, diese für nur wenig Geld zu schließen."
Im Ausschuss beantragten die Grünen das Rederecht für die Jugendlichen. Jan Badinsky trug sein Anliegen vor rund 40 Erwachsenen vor. Er betonte, dass die Aktion dem Haus Metternich gelte, dass aber jeder Jugendtreff erhalten bleiben sollte. "Jeder Schüler braucht einen Ort, um zu entspannen, Freunde zu treffen, Gespräche mit kompetenten Erwachsenen zu führen oder Musik zu proben", erklärte er. Für Diskussionen über Sparmöglichkeiten wären die Jugendlichen offen, aber nicht für eine Schließung. Nach der Ansprache überreichte Badinsky der Dezernentin die 1001 Unterschriften. "Ich nehme das zur Kenntnis", entgegnete diese. Auf Nachfrage der Grünen, ob es richtig ist, dass die Stadt das Haus schließen will, betonte sie, dass sie sich dazu nicht äußern werde. Badinsky sagte: "Falls die JBS trotz der Proteste geschlossen werden sollte, werden wir die Unterschriftenaktion weiterführen." Von unserer Redakteurin Katrin Steinert















Diesen Artikel versenden