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Herz Jesu soll bis Weihnachten saniert sein

Koblenz - Es ist dunkel und stickig in dem Raum, der bis zum 22. März die Sakristei von Herz Jesu war. Meterlange Latexhäute sind an einem Haken aufgehängt, wie Stoffbahnen fließen sie von der Decke hinab auf den nackten, schmutzigen Steinboden. In das Latex eingeprägt sind die reliefartigen Ornamente der Säulenkapitelle, vor allem aber der Ruß des großen Brandes, der im Frühling aus dem Gotteshaus eine Baustelle gemacht hat.

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"Das Latex wird Stück für Stück auf die Wände aufgespritzt, und wenn es nach ein paar Minuten fest ist und abgezogen wird, ist die Wand darunter wieder sauber", erklärt Pfarrer Helmut Kusche. Die Methode der Brandsanierer fasziniert ihn immer noch, auch wenn er sie seit Monaten beobachten kann. Meter für Meter arbeiten sich zwei Trupps täglich durch die Kirche, von der Kuppel bis zum hintersten Winkel. Ein Gitterwerk von unzähligen Baugerüsten wurde dafür durch die Kirche gezogen. Jeder Fleck muss erreichbar sein, sogar einen Aufzug gibt es. Allein die Gerüste aufzubauen, hat sechs Wochen gedauert.

Aber die Arbeiten in Herz Jesu gehen gut voran, erzählt Kusche. Seit mittlerweile fünf Monaten werden hier die Folgen eines Schwelbrandes beseitigt, ausgelöst von einem Kurzschluss in der Sakristei, den ein Kevag-Mitarbeiter bei Arbeiten außerhalb der Kirche verursacht hatte. 750.000 Euro soll die Sanierung kosten, die Versicherungen der Kevag und - zu einem kleineren Teil - des Bistums zahlen. In der Adventszeit, spätestens aber zu Weihnachten will Pfarrer Kusche in Herz Jesu wieder die Messe feiern: "Alles andere wäre wirklich sehr belastend. Wir haben schon Ostern in einer anderen Kirche feiern müssen."

Bis dahin bleiben die Kirchenbänke unter dicken grauen Planen verborgen, ebenso wie Altar, Taufstein und Sakramentshaus. Der Anblick erinnert an ein unbewohntes Haus, bei dem Laken die Möbel vor Staub schützen. In Herz Jesu sind es der Ruß, der Schmutz der Baustelle und die Schadstoffe, vor denen die bereits gereinigten Stücke geschützt werden sollen. Statt Gesang und Gebeten erfüllt das Brummen von Lüftungsgeräten das dämmrige Kirchenschiff.

Ein Gemeindeleben kann hier nicht stattfinden. Und auch wenn Helmut Kusche lächelnd sagt, dass nach der Sanierung bestimmt alles sehr schön wird, ist es eine traurige Zeit für ihn: "Es ist schlimm, wenn die Leute sagen, wir haben unsere Heimat verloren." Die Gottesdienste werden in der Liebfrauen- und der Citykirche gefeiert, und der Pfarrer hofft, dass die Gemeinde nach so langer Zeit wieder nach Herz Jesu finden wird.

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Doch die Halbzeit der Bauarbeiten ist längst überschritten. Gestrichen werden müssen die gereinigten Kirchenwände nicht, nur wo die Ornamente etwas verblasst sind, tragen zwei Restauratorinnen ein wenig Farbe auf. Ab Mitte Oktober werden nach und nach die Gerüste abgebaut und machen zuerst Platz für die Orgel, die bis dahin in einer Spezialwerkstatt bis zur letzten Pfeife gereinigt wird. Die sanierten Figuren werden wieder aufgestellt, die Kelche, die selbst im verschlossenen Tresor vom Rauch beschädigt wurden, sollen wieder glänzen. Schließlich muss noch das Inventar erneuert werden - in der Regel wäre eine Sanierung hier zu teuer gewesen. "Wir brauchen Gewänder, Vasen, Kerzenleuchter, Werkzeuge, Putzgeräte, ...", zählt Kusche auf. Am traurigsten ist er, dass die Stola ruiniert ist, die seine Eltern ihm zu seinem ersten Gottesdienst geschenkt haben.

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