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Altersarmut ist auch in Koblenz ein Problem

Koblenz - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt auch in der Region Mittelrhein vor einer verhängnisvollen Entwicklung: Viele Rentner kommen mit ihren Altersbezügen nicht mehr aus.

Und so mancher droht sogar zu verarmen. Regionsvorsitzende Gabi Weber geht davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren deutlich verschärfen wird. Sie führt dies vor allem auf den von den Politik verordneten strikten Sparkurs zurück, der aus ihrer Sicht den Hebel an der falschen Stelle ansetzt.

"Die Schuldenbremse führt in eine Sackgasse. Wenn wir unsere Wirtschaft selbst lahmlegen und damit unter anderem eine Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen bei gleichzeitig geringeren Steuereinnahmen verursachen, führt das eindeutig in die falsche Richtung", betont Gabi Weber. Die Regionsvorsitzende weist darauf hin, dass der finanzielle Handlungsspielraum gerade für die unteren Einkommensgruppen immer kleiner wird. Die Folge: Viele können nicht ausreichend privat vorsorgen, obwohl ihnen bewusst ist, dass die gesetzliche Altersversorgung nicht ausreicht.

Gabi Weber verweist auf eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach haben Schlechtverdiener noch weniger Spielräume als vor elf Jahren. DGB und DIW gehen von Einbußen in Höhe von 16 bis 22 Prozent aus. "Dazu kommt, dass immer mehr Menschen dieser Gruppe angehören", erklärt Gabi Weber. Sie weist aber auch auf eine andere Entwicklung in den oberen Gehaltsgruppen hin: die Zahl derjenigen, die mehr als 125 000 Euro im Jahr verdienen - auch in Koblenz. Aktuell gibt es im Oberzentrum rund 20 Steuerpflichtige, deren jährliche Einkünfte die magische Grenze von 1 Million Euro übersteigen. Am unteren Ende der Skala wächst dagegen die Gruppe, die eine Verteuerung von Energie, Lebensmitteln und Mobilität nur noch unzureichend abpuffern kann.

"Über diesen Spielraum verfügen aber neben den Geringverdienern auch zunehmend immer weniger Rentner", sagt die Regionsvorsitzende, die aber einräumt, dass es schwer sei, absolute Zahlen zu ermitteln. Allerdings hat der DGB die Beobachtung gemacht, dass die klassischen Erwerbsbiografien stark rückläufig sind. Waren Arbeitnehmer früher oft bis zur Rente beim selben Arbeitgeber beschäftigt, weisen die Lebensläufe heute mehrere Stationen auf. Damit einher gehen oft Lücken, die sich gravierend auf die Berechnung der Altersbezüge auswirken. "Die Idee des Gemeinwesens, wird immer mehr unterhöhlt und außer Kraft gesetzt", kritisiert Gabi Weber. Denn: Immer mehr Menschen verdienen so wenig, dass sie keinen oder kaum einen Beitrag zur Erhaltung dieses Gemeinwesens leisten können.

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