„Altes Kino“ erstrahlt bald in neuem Glanz
Bendorf - Schrilles Quietschen schallt aus der zur Poststraße hin geöffneten Eingangstür des Kulturzentrums „Altes Kino“ in Bendorf. Im Innern schneidet Rolf Götz gerade mit vollem Körpereinsatz Fliesen zurecht. „Zum Ausbessern des Foyerbodens“, sagt er und macht sich auf den Weg, um das zugeschnittene Dreieck nochmals anzupassen. Ein paar Meter weiter ist Patrick Lembgen damit beschäftigt, Stromkabel für die Beleuchtung entlang der Decke zu verlegen, während Peter Waldgenbach im Waschraum nebenan die Farbe von der Wand abspachtelt.
Dies sind nur drei von zahlreichen Baustellen, um die sich ein kleiner Teil der 80 Mitglieder des Fördervereins „Kulturzentrum Altes Kino Bendorf“ derzeit täglich kümmert – den Kalender stets im Blick. Denn: Die offizielle Eröffnung am Samstag, 30. Oktober, rückt immer näher. Dann soll das Kulturzentrum endlich uneingeschränkt als Erweiterung und Unterstützung von kulturellen Angeboten und Einrichtungen in der Stadt genutzt werden. Ebenso wie das integrierte Kinomuseum Mittelrhein, in dem zahlreiche Exponate des leidenschaftlichen Sammlers von Kinoinventar, Bernd Schneider aus Koblenz, ausgestellt werden.
Noch allerdings kann man sich all dies nur mit viel Fantasie vorstellen. Denn wo man auch hinsieht, schreien der große Saal, die Bühne und weitere Räume nach fleißigen Händen, die sie auf Vordermann bringen. „Im Moment sieht es wirklich schlimm aus, aber wenn es erst mal fertig ist, wird es top“, schwärmt Schatzmeisterin Catrin Nickenig und lässt ihren Blick von der Bühne in den spärlich beleuchteten Saal schweifen.
Von der Decke hängen etliche Stromkabel. Nur vereinzelt sind sie mit leuchtenden Glühbirnen versehen. „Die hässlichen Lampen aus den 80ern haben wir abgemacht“, erläutert der Vereinsvorsitzende Markus Falk, der es kaum erwarten kann, dass endlich alles fertig ist. „Am Schönsten sind die Momente, wenn wirklich große Fortschritte zu sehen sind. Denn oftmals geht man einfach nur auf dem Zahnfleisch“, betont Falk und lobt gleichzeitig das große ehrenamtliche Engagement seiner Vereinskameraden.
„Glücklicherweise haben auch viele Firmen aus Bendorf Feuer für das Projekt gefangen. Ebenso wie viele unserer Nachbarn“, sagt Falk und zieht eine alte Bravo aus einem Süßwarenkiosk, der einst im ehemaligen Filmpalast in Koblenz stand, hervor: Auf dem Titel das Konterfei des US-Schauspielers James Dean. „Die Bravo ist schon 51 Jahre alt. Die hat uns eine Nachbarin vorbeigebracht, weil sie dachte, dass dies gut zu uns passen würde.“ Nur eine von vielen Gesten und Ermutigungen, die zeigen, wie gut das Vorhaben des Fördervereins in der Nachbarschaft angenommen wird. Ein Höhepunkt des Alten Kinos wird zweifelsohne das neue Kinomuseum.
Ein Bruchteil der Sammlung von Bernd Schneider befindet sich bereits in einem großen Raum hinter der Bühne, der künftig als Ausstellungsort dienen soll. Projektoren, Filmkisten, Plakate und vieles mehr liegt dort derzeit noch ungeordnet auf dem Boden verteilt. Bis dies alles fachmännisch arrangiert ist, dürften noch einige arbeitsreiche Tage vergehen.
















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