Heimische Politiker: "Der Hochmoselübergang muss kommen"
Hunsrück - Der Baustopp am Hochmoselübergang sorgt bei heimischen Politikern für Unruhe.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchberg, Harald Rosenbaum, sieht sich veranlasst, die Spitzenvertreter der Koalitionspartner in Mainz, Ministerpräsident Kurt Beck sowie die Grünen Eveline Lemke und Daniel Köbler, in einem Schreiben darauf hinzuweisen, von welch hoher Bedeutung der Ausbau der B 50 Richtung Westen für die Entwicklung unserer Region ist.
„Da gibt es Firmen, die haben bei uns Gelände gekauft nur wegen der guten Verkehrsanbindung durch die B 50“, sagt Rosenbaum. Dass die erneuten Forderungen der Grünen, die Brücke nicht zu bauen, als Verhandlungstaktik dienen könnten, um andere Großprojekte im Land besser verhindern zu können, zählt für Rosenbaum nicht: „Ich nehme da im Moment gar nichts mehr leicht“, sagt er.
Hier Auszüge seines Schreibens im Wortlaut: „Die Verkündigung des vorläufigen Baustopps der Moselbrücke in der Verbindung A 61/A 1 hat hier zu einigen Irritationen geführt und bei vielen Entscheidungsträgern kommunaler Gremien großes Unverständnis hervorgerufen. Man kann und will einfach nicht glauben, dass ein derart bedeutendes Projekt in bereits fortgeschrittener Bauphase auch nur ansatzweise wieder in Frage gestellt wird. Davon hängt nämlich für die gesamte Region viel zu viel ab.“ Der Hunsrück seit seit eh und je ein benachteiligtes Gebiet. Die demografische Entwicklung zeige, dass gerade dort die Einwohner am stärksten zurückgehen, wo keine günstigen Verkehrsverbindungen zu den Industriezentren und Ballungsräumen bestehen. „Deshalb muss es unser gemeinsames Anliegen sein, im ländlichen Bereich die vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.“
Rahmenbedingungen sind wichtig
Der Flughafen Frankfurt-Hahn in der Verbandsgemeinde Kirchberg als größtes Konversionsprojekt des Landes zeige, dass dies gelingen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. „Meine langjährigen Erfahrungen mit potenziellen Investoren lassen den Schluss zu, dass dabei eindeutig die verkehrliche Infrastruktur die Hauptrolle spielt“, so Rosenbaum. Der vierspurige Ausbau der B 50 zwischen Rheinböllen und dem Flughafen Hahn habe dort das Interesse an Gewerbe- und Industrieflächen merklich erhöht. Als jüngste Beispiele nennt der Bürgermeister zwei beachtliche Ansiedlungen in Kirchberg und Sohren, wofür bereits Grund erworben wurde: „Die Arnold Gruppe aus Remshalden, ein sehr bedeutender Glashersteller des süddeutschen Raums, hat in Kirchberg fast 90 000 Quadratmeter gekauft und will dort im kommenden Jahr eine große Produktionshalle errichten, um einen Teil seiner Kapazitäten in den Hunsrück zu verlagern. Und ein großer Versandlogistiker plant in Sohren ein neues Verteilzentrum Südwest und hat sich dafür bereits das Grundstück gesichert. In allen Fällen spielen die vierstreifige B 50 und der Hochmoselübergang die entscheidende Rolle bei den Standortüberlegungen. Ein Verzicht auf den Bau des Hochmoselübergangs wird gravierende Nachteile für die wirtschaftliche Entwicklung der Region und des Flughafens Frankfurt-Hahn haben“, stellt Rosenbaum fest.
Das Rad nicht zurückdrehen
„Da jeder Verantwortliche weiß, wie lange es dauert, solche Projekte zu planen, politisch abzustimmen und zu finanzieren, haben mir die im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen von CDU, SPD, FDP und FWG zu verstehen gegeben, dass keinerlei Verständnis dafür aufgebracht wird, das Rad zurückdrehen zu wollen, die bisherigen Investitionen zur Disposition zu stellen und dass damit eventuell Gelder in Millionenhöhe von Bund und Land umsonst waren.
Wir bitten Sie deshalb nachdrücklich, die Vorteile der gesamten Region im Auge zu behalten und die dafür notwendigen Baumaßnahmen fortzuführen. Die Zukunftsfähigkeit unseres Raums, das gilt für Hunsrück und Eifel gleichermaßen, wird an keiner anderen Sache so festgemacht, wie am Hochmoselübergang.“














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