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Denkmal: Großes „Glück“ für die Stadt Oberwesel

Oberwesel - Die Stadt Oberwesel ist eine Wiege der deutschen Demokratie im Vorfeld der 48er-Revolution. Das soll die Welt erfahren. Deswegen hatte der Oberweseler Stadtbürgermeister Jürgen Port die Initiative ergriffen, jenem Ort, an dem eine geschichtsträchtige Episode der republikanischen Freiheitsbewegung greifbar ist, ein Denkmal zu setzen.

Der historische Ort ist das Oberweseler Gasthaus Goldener Pfropfenzieher. Die Akteure sind die Literaten Ferdinand Freiligrath, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Emmanuel Geibel. Dieses Trio saß im August 1843 im Pfropfenzieher beisammen. Viele Einheimische waren Zeuge, als Hoffmann von Fallersleben das zwei Jahre zuvor von ihm verfasste „Lied der Deutschen“ vortrug. Zum ersten Mal im westdeutschen Raum wurde das „Deutschlandlied“ publik gemacht.

Einen ersten Entwurf für ein Denkmal, das auf dem Vorplatz zum Pfropfenzieher am Katzenturm postiert werden soll, hatte der Künstler Victor Sanovec dem Oberweseler Stadtrat präsentiert (wir berichteten). Drei weitere Entwürfe kamen jetzt hinzu. Mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln stilisieren alle vier Entwürfe das historische Dreier-Treffen als Wendepunkt der deutschen Geschichte. Am Originellsten ist der Entwurf von Karin Persch. Die surreal dargestellten Stuhlbeine symbolisieren den Austausch der Gedanken jener drei Literaten. Sie stehen für die Veränderung in Deutschland. Der Entwurf von Joe Schuck stellt die Schlüsselbegriffe Einigkeit, Recht und Freiheit ins Zentrum. Der von Ratsmitglied Karl-Heinz Botens präsentierte Vorschlag hat den Schriftzug „Blüh im Glanze dieses Glückes“ als gestalterisches Hauptelement.

„Glück“ – dieser Begriff steht im Zentrum der Skulptur von Victor Sanovec. Sein Entwurf erhielt bei der Abstimmung 9 Stimmen. Auf die drei anderen Vorschläge entfielen zusammen 7 Stimmen. Drei Ratsmitglieder enthielten sich. Damit wird das Sanovec'sche Kunstwerk den Vorplatz zum Goldenen Pfropfenziehen zieren. Es handelt sich um eine Stahlscheibe mit einem Durchmesser von 4,40 Metern, die etwas angeschrägt auf die Grünfläche gelegt wird.

Glück wird für die internationale Gästeschar mit „Glueck“ umschrieben. Das Wort wird der Betrachter deutlich lesen können, wenn Gras (in Gestalt von Buchsbaumpflanzen) drüber gewachsen ist. So wird der Besucher die finale Erkenntnis der Nationalhymne mit Oberwesel in Verbindung bringen: „Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand, blüh im Glanze dieses Glückes, blühe Deutsches Vaterland.“ ww

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