Politik chancenlos bei Trash-TV - Die Fernbedienung ist des Zuschauers stärkste Waffe
Medienwächter sehen kaum Chancen, umstrittene Reality-Formate der Privatsender wie „Schwer verliebt“ zu verbieten. Das berichtet das landespolitische Fernsehmagazin „zur Sache Rheinland-Pfalz!“ am Donnerstag um 20:15 Uhr.
Zusammen mit dem Chefredakteur der Rhein-Zeitung, Christian Lindner, geht die Sendung der Frage nach, ob der Fall Sarah H. eine neue Form des mündigen Zuschauers hervorbringen könnte, der per Fernbedienung entscheidet, ob dieses Schmäh-Fernsehen Zukunft hat oder nicht. Die Landesmedienanstalt mit Sitz in Ludwigshafen prüft derzeit noch, ob „Schwer verliebt“ gegen Jugendschutz oder Menschenwürde verstößt. Noch sind die Medienwächter mit dem Sichten der Folgen nicht ganz durch. „Bisher aber hat sich weder ein Verstoß in die eine noch in die andere Richtung erkennen lassen“, so ein Sprecher der Landesmedienanstalt. Nur bei einem klaren Verstoß kann die Landesmedienanstalt den Privatsender mit einem Bußgeld belegen oder die Sendung vom Schirm nehmen, so das landespolitische Fernsehmagazin „zur Sache Rheinland-Pfalz!“
Für Sarah H. aus Fischbach ist das eine bittere Erkenntnis, denn die Darstellerin der Sendung „Schwer verliebt“ möchte, dass die peinlichen Episoden nicht weiter ausgestrahlt werden. Sie fühlt sich getäuscht und wusste nach eigenen Angaben nicht, in welcher Weise sie vorgeführt wird. Trotz vertraglich vereinbarter Schweigeklausel packt sie aus und wendet sich mit Unterstützung der Rhein-Zeitung an die Öffentlichkeit. Während die Einschaltquoten der Show weiter in die Höhe schnellen, entwickelt sich im Internet eine lebhafte Diskussion darüber, ob Sarah H. selbst Schuld trägt oder ob der Privatsender zu weit gegangen ist.
Wäre nicht die Redakteurin der Rhein-Zeitung, Vera Müller, so berichtet „zur Sache Rheinland-Pfalz!“, hätte Sarah H. schon eine Depressionen. Die Redakteurin hat Sarahs Fall zu ihrem eigenen gemacht, und der Verlag der Rhein-Zeitung hilft der 27-jährigen aus Fischbach mit rechtlichem Beistand. Ein Rechtsanwalt prüft das Vertragswerk. SAT.1 äußert sich grundsätzlich nicht zu Verträgen. Nur so viel: Der Sender behält sich rechtliche Schritte gegen Sarah H. vor.
- Die SWR-Sendung „zur Sache Rheinland-Pfalz!“ berichtet Donnerstagabend 20.15 Uhr.




















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