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Bomben-Entschärfer Lenz: "Bomben sind Individuen"

Die Augen vieler Koblenzer werden am 4. Dezember auf Horst Lenz gerichtet sein. Der technische Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz wird beim Entschärfen der riesigen Fliegerbombe im Rhein dabei sein. Er weiß: Bombe ist nicht gleich Bombe.

Horst Lenz ist seit 1984 beim Kampfmittelräumdienst und hat schon einige Exemplare entschärft. "Wie viele weiß ich nicht, ich zä
Horst Lenz ist seit 1984 beim Kampfmittelräumdienst und hat schon einige Exemplare entschärft. "Wie viele weiß ich nicht, ich zähle so etwas nicht."
dpa

Koblenz - Beim Entschärfen einer Bombe sind nach Ansicht von Horst Lenz, dem technischen Leiter des rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumdienstes, vor allem Erfahrung und Improvisationsvermögen nötig. Der 56-jährige Familienvater wird zu dem Team gehören, das am 4. Dezember die britische Luftbombe in Koblenz entschärfen wird. "Wir werden hochkonzentriert sein, aber ein gewisses Risiko bleibt immer."

An die Todesgefahr während eines Einsatzes denkt er nicht. "Das ist für mich die normale Arbeit." Letztlich habe jeder seiner Leute einen eigenen Weg gefunden, mit der Gefahr dieses Berufes umzugehen.

Wie lange die Entschärfung von insgesamt zwei Sprengkörpern und einem Fass mit giftigen Chemikalien am 4. Dezember dauern wird, sei noch nicht absehbar. "Da möchte ich keine Prognose abgeben." Jeder sei bestrebt, dass die Sperrungen möglichst schnell wieder aufgehoben werden können. "Aber es ist keine Akkordarbeit, die wir da machen."

Im entscheidenden Moment wird es darum gehen, die Zünder der Bombe herauszuschrauben. Die große britische Bombe bei Koblenz-Pfaffendorf hat insgesamt drei. "Es sind verhältnismäßig einfache Aufschlagzünder", sagt Lenz. Im Normalfall seien die recht einfach zu entschärfen.

Auch dass die Bombe im Wasser liegt, könnte ein Vorteil sein. "Wenn eine Bombe permanent im Feuchten war, ist das Gewinde in der Regel recht leichtgängig", sagt Lenz. Kompliziertes Werkzeug sei nicht notwendig. "Im Prinzip haben wir eine Rohrzange und einige selbst gefertigte Werkzeuge dabei. So was gibt es nicht im Baumarkt."

Dass es sich in Koblenz um einen besonders großen Sprengkörper mit einem Gewicht von rund 1,8 Tonnen handelt, spielt für Lenz keine große Rolle. "Für uns ist die Sprengkraft eigentlich egal. Wir sind so dicht dran, dass auch 100 Gramm tödlich wären."

Eine Herausforderung ist vielmehr, dass die Bombe etwa 40 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegt. Wahrscheinlich werde eine Art Spuntwand errichtet und das Wasser abgepumpt, sagt Lenz. "Dann können wir im Trockenen arbeiten - unter der Wasseroberfläche."

Die britische Bombe vom Typ "HC 4000 IV" kennt Lenz gut. Er ist seit 1984 beim Kampfmittelräumdienst und hat schon einige Exemplare entschärft. "Wie viele weiß ich nicht, ich zähle so etwas nicht."

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