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    Suspendierter Polizist war auch beim Weißen Ring aktiv

    Saarbrücken (dpa/lrs) - Der wegen heimlicher Filmaufnahmen von Kolleginnen im Saarland suspendierte Polizist hat sich auch gegen peinliche Video-Clips im Internet eingesetzt. Er habe den 30-Jährigen nach Bekanntwerden der Vorwürfe von seinen Aufgaben beim Weißen Ring entbunden, teilte der Landesvorsitzende der Opfer-Organisation, Gerhard Müllenbach, am Dienstag mit. Dies hatte zunächst die «Saarbrücker Zeitung» gemeldet.

    Der Beschuldigte soll mindestens 14 Frauen, davon 12 Polizeibeamtinnen, mit versteckter Video-Kamera heimlich etwa beim Umziehen gefilmt haben. Warum er das tat, blieb zunächst unklar.
    Laut Ministerium ist er geständig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mann wegen «Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen». Im Fall einer Anklage und Verurteilung droht ihm bis zu einem Jahr Haft.

    Laut Mühlenbach hatte sich der Beschuldigte als Jugendbeauftragter des Weißen Rings gegen Kriminalität und Mobbing im Internet eingesetzt und Jugendliche über die Gefahren aufgeklärt. Dabei soll er auch Tipps gegeben haben, wie man sich gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen im Internet wehren kann.

    Die jetzt bekannten Vorwürfe widersprächen ganz und gar den Zielen seines Vereins, sagte Mühlenbach. Der 30-Jährige habe in einem längeren Telefongespräch sein Motiv selbst nicht erklären können. Laut Mühlenbach engagieren sich derzeit rund 70 Mitglieder ehrenamtlich beim Opferschutz im Saarland.

    Fälle wie der des Polizisten kommen immer wieder ans Licht. So verhängte Anfang des Jahres in Saarbrücken ein Gericht eine Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten gegen einen Schornsteinfeger. Er hatte unter anderem jahrelang seine Auszubildenden unter der Dusche gefilmt. Im thüringischen Gera und im rheinland-pfälzischen Frankenthal laufen Ermittlungen gegen einen Zahn- und einen Frauenarzt, die jahrelang heimlich nackte oder spärlich bekleidete Frauen gefilmt haben sollen.

    Auf die Spur des Polizisten an der Saar waren die Ermittler durch einen Zufallsfund gekommen: Auf einem Parkplatz vor dem Polizeiareal in Saarbrücken war ein Datenstick gefunden worden mit Videos unter anderem aus den Umkleideräumen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten stellten Polizisten mehrere Computer sicher.

    dpa-Landesdienst
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