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    MainzSanierungsexperte am Nürburgring droht Pächtern mit Räumungsklage

    Raue Töne im Streit um die Zukunft des Nürburgrings: Weil die privaten Betreiber der Rennstrecke vorerst keine Pacht mehr zahlen wollen, droht Sanierungsgeschäftsführer Thomas Schmidt mit juristischen Schritten. Die «ruhend gestellte» Räumungsklage gegen die gekündigten Pächter könne «wieder aufleben», sagte der Sanierungsgeschäftsführer der insolventen Nürburgring GmbH am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags in Mainz.

    Der Nürburgring-Sanierer Thomas Schmidt
    Nürburgring-Sanierer Thomas Schmidt.
    Foto: DPA

    Schmidt schränkte allerdings ein, er bewerte die Ankündigung der privaten Betreiber im SWR-Fernsehen, vor allem wegen Baumängeln vorerst keine Pacht mehr zu zahlen, eher als überflüssige kleine Drohgebärde: «Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.» Entsprechende Signale habe er bereits von den Pächtern erhalten, mit denen er in den nächsten Tagen wieder zusammenkommen wolle. Von einer «Drohgebärde» sprach während einer Pressereise auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD).

    Der Gesellschafter der Betreibergesellschaft, Jörg Lindner, hatte im SWR rund 2300 Baumängel erwähnt, um die sich seit dem Insolvenzantrag der Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH niemand mehr kümmere. «Wir werden dann wieder in die Pachtzahlungen einsteigen, wenn die Mängel beseitigt sind.» Im Juli hatten die Pächter nach eigenen Angaben noch 880 000 Euro Pacht an die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH überwiesen.

    Lindner und der weitere Gesellschafter Kai Richter gaben laut SWR auch zu verstehen, dass sie die Rennstrecke nicht vor dem Auslaufen des Pachtvertrags 2040 räumen wollten. Die rot-grüne Landesregierung hatte ihnen zwar wegen eines früheren Streits um die Pacht bereits gekündigt, die Betreiber wehren sich jedoch dagegen. Dennoch stand nach Verhandlungen ihr Abzug schon im Herbst 2012 im Raum. Sanierungsgeschäftsführer Schmidt bekräftigte am Rande des Innenausschusses, dieses Datum strebe er auch weiterhin an.

    In Mainzer Regierungskreisen wurde Verärgerung über die jüngsten Aussagen der Betreiber laut: «Das ist ein Elefantenrennen durch den Porzellanladen.» Beck wiederum sagte: «Ich bin sehr zuversichtlich bei Prof. Schmidt, dass diese Drohgebärde, die Pacht zurückzuhalten, auf die richtigen Reaktionen stoßen wird. Wir sind im Verfahren (...) auch Gläubiger. Insoweit haben wir auch Informationsrechte.»

    Zur laufenden Prüfung von möglicherweise illegalen Landesbeihilfen für den Nürburgring durch die EU-Kommission sagte Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) im Innenausschuss, diese könnte sich auch länger als eineinhalb Jahre hinziehen. «Da gibt es immer wieder neue Nachfragen.» Wenn etwa die Pächter tatsächlich nicht mehr zahlten, könne das auch Brüssel interessieren.

    Unterdessen bat der Haushaltsausschuss auf Initiative der CDU-Opposition fraktionsübergreifend den Rechnungshof, die Krise des Nürburgrings und den Einsatz vieler Steuermillionen unter die Lupe zu nehmen.

    Die frühere SPD-Alleinregierung hatte die Rennstrecke für 330 Millionen Euro um einen riesigen Freizeitpark erweitert. Die erhofften Besucherscharen blieben jedoch aus. Die Besitzfirma ist nun pleite. Der Millionen-Kredit der landeseigenen Förderbank muss mit Haushaltsmitteln gedeckt werden.

    Lageplan Nürburgring

    dpa-Landesdienst
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