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  • Saarland will Entsorgungsvorschrift für Styropor kippen

    Bauhandwerker haben neue Probleme: Alte Styropor-Dämmplatten sollen neuerdings verbrannt werden - doch viele Müllverbrennungen dürfen das gar nicht. Das Saarland und Sachsen wollen jetzt bei der Umweltministerkonferenz gegen die Neuregelung vorgehen.

    Haus wird mit Styroporplatten gedämmt
    Ein Haus wird mit Styroporplatten auf der Außenwand gedämmt.
    Foto: Sebastian Gollnow/Archiv - dpa

    Saarbrücken (dpa/lrs) Saarlands Umweltminister Reinhold Jost (SPD) kämpft gemeinsam mit seinem Amtskollegen Thomas Schmidt (CDU) aus Sachsen gegen eine neue Verordnung zur Entsorgung bromhaltiger Styropor-Dämmplatten. Bei der heute beginnenden Umweltministerkonferenz in Berlin beantragen sie, eine erst seit dem 1. Oktober gültige neue Vorschrift zu kippen. Diese verlangt eine gesonderte Verbrennung von Styroporplatten, die mit dem giftigen Brandschutzmittel HBCD imprägniert wurden.

    „Die pauschale Einstufung, styroporhaltige Abfälle sind gefährlich und müssen in eine gesonderte Entsorgungsanlage, ist unverhältnismäßig“, bekräftigte Jost. Diese habe „unkalkulierbare Auswirkungen“ auf die eingeführten Entsorgungswege und damit insbesondere auf die Sicherheit der Entsorgung für die abfallerzeugenden Unternehmen. Vor allem Dachdecker wissen nicht mehr, wie sie das Material entsorgen sollen, weil viele Müllverbrennungsanlagen es nicht mehr annehmen dürfen. Im Saarland gibt es keine Anlage mit einer entsprechenden Sondergenehmigung.

    „Wir wollen eine sichere Entsorgung der mit HBCD behandelten Dämmabfälle sicherstellen“, sagte Jost, „aber wir wollen gleichzeitig die entstandenen Entsorgungsprobleme, die vor allem die mittelständischen Betriebe treffen, lösen.“

    Gemeinsam mit Sachsen strebt das Saarland nun eine Bundesratsinitiative an. „Den Bund wissen wir bei diesem Vorhaben an unserer Seite“, sagte der Minister. Erste Signale zur Unterstützung habe er bereits aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Rheinland- Pfalz, Thüringen und Berlin erhalten. Bei der Umweltkonferenz in Berlin will Jost nun um weitere Mitstreiter werben.

    Nachdem die Bau- und Entsorgungsbranche über ihre Probleme berichtet hatte, hat sich das saarländische Umweltministerium gemeinsam mit dem Entsorgungsverband Saar auf eine Notlösung geeinigt. Demnach werden Bauabfallgemische, die nicht mehr als fünf Gewichtsprozent HBCD-haltige Dämmstoffe enthalten, von den Verbrennungsanlagen in Neunkirchen und Velsen angenommen und umweltgerecht entsorgt. Fallen allerdings etwa bei der Sanierung eines Flachdaches größere Styropormengen an, handelt es sich um gefährliche Abfälle, die von den saarländischen Anlagen nicht entsorgt werden können.

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