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    Frühlingsgefühle bei Waldkauz und Wildkatze

    Nach dem lange frostigen Januar beginnt die Natur sich wieder zu regen. An der Nahe singt die Wasseramsel, im Westerwald buddeln sich die Maulwürfe durchs aufgetaute Erdreich und gehen auf Futtersuche.

    Wildkatze
    Eine Wildkatze steht auf einem Stein und beobachtet ihr Revier.
    Foto: Boris Roessler/Archiv - dpa

    Mainz (dpa/lrs). Der milde Start in den Februar weckt langsam die Natur aus dem Winterschlaf. Mehr Licht und etwas mehr Wärme bringen Tiere wie die Wildkatze dazu, sich wieder zu regen. In der Pflanzenwelt zeigen sich die Knospen von Laubbäumen noch zögerlich, aber in geschützten Vorgärten sind erste Triebe von Schneeglöckchen zu sehen.

    „Die Wildkatzen haben jetzt ihre Paarungszeit“, erklärt Gabriele Neumann vom Vorstand der Naturschutzinitiative. „In Hunsrück, Eifel und Westerwald unternehmen die Kater auf der Suche nach einem Weibchen ausgedehnte Streifzüge.“ Die Wildkatzen-Population in Rheinland-Pfalz mache etwa die Hälfte des Gesamtbestands dieser Art in Deutschland aus. Eine frühzeitige Paarung stellt sicher, dass die Jungtiere geboren werden, wenn es bereits wärmer ist.

    „Auch die Maulwürfe fangen jetzt zu buddeln an, überall sieht man Haufen“, hat die Wildkatzenexpertin beobachtet. Hingegen sind die Kröten noch in der Winterruhe - „weil sie nachts wandern, ist es noch zu kalt für sie“. Auch seien viele Laichgewässer von Amphibien noch zugefroren.

    Bei der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) hört Michael Schmolz, wie in diesen Tagen immer weitere Vogelarten ihr morgendliches Konzert anstimmen. „Das wird mit jedem Tag intensiver, wenn Wärme, Licht und Sonne zunehmen.“ An der Nahe hat er in der Nähe von Bad Kreuznach eine Wasseramsel auf einer Eisfläche beobachtet: „Das ist schon ungewöhnlich, wenn sie mitten im Eis sitzt und singt.“

    Vogelarten mit sehr langen Brutzeiten wie etwa der Waldkauz fangen nun schon an, ihre Eier zu legen. Und die Lachmöwen am Rheinufer bekommen ihr Prachtkleid. Anfang Februar brechen auch schon einige Enten in ihre Brutgebiete im Norden auf: „Sie nähern sich ihrem Brutgebiet etappenweise und sparen so Kraft“, erklärt Vogelkundler Schmolz. Sorgen machen Teilzieher, die unter dem Einfluss des Klimawandels jetzt zunehmend in den hiesigen Regionen bleiben - und dann bei einem Kälteeinbruch wie im Januar gefährdet sind. „Die Ringeltaube war früher auch ein Zugvogel, bleibt jetzt aber den ganzen Winter über da.“

    In diesem Jahr hält die Natur eher Schritt mit dem üblichen Saisonverlauf, im vergangenen Jahr war sie eher zu früh dran. „Da hat der Haselstrauch schon an Weihnachten geblüht“, erinnert sich der Binger Biologe Holger Hellwig. Der Frost sei aber auch wichtig für die Entwicklung von Pflanzen. Der Wechsel von Kälte zu höheren Temperaturen setze die Entwicklung von notwendigen Enzymen in Gang und hebe die Keimhemmung von Samen auf. „Wenn es dann richtig warm wird, kann es ganz schnell gehen mit den Frühjahrsblühern.“

    dpa-Landesdienst
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